• vom 07.10.2017, 11:00 Uhr

Gemeine


Anfänge der Untergrund-Bahn in Berlin

Mit 780 Volt unter der Spreestadt




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  • 1902 eröffnete man die Berliner Untergrundbahn.
  • Neue Kraftwerke lieferten Strom, der für den nötigen Antrieb sorgte.

Eine Anregung des Unternehmers W. Siemens sorgte für reges Treiben unter der Erde der jetzigen deutschen Kapitale. 1914 umfasste das rasch wachsende öffentliche U-Bahn-Netz schon fast 40 Kilometer.  - © Bilder: Archiv. Repros: Irma Tulek

Eine Anregung des Unternehmers W. Siemens sorgte für reges Treiben unter der Erde der jetzigen deutschen Kapitale. 1914 umfasste das rasch wachsende öffentliche U-Bahn-Netz schon fast 40 Kilometer.  © Bilder: Archiv. Repros: Irma Tulek

In den Untergrund begab sich die Gemeine, um U-Bahn-Geschichte nachzuspüren. Ausgangspunkt dafür waren die Spezialfragen der Rubrik KARTEN GELESEN im Juli (Nro. 373). Den Recherchen zugrunde lag ein Netzplan der Berliner Hoch- und Untergrundbahn aus dem Jahr 1914.

Den Impuls für die Errichtung einer elektrischen Hochbahn gab 1880 eine "Anregung des Unternehmers Werner Siemens" (1816-1892; geadelt 1888), so Dr. Karl Beck, Purkersdorf. "Als erste Linie eröffnete die Hochbahngesellschaft", von Siemens 1897 gegründet, im "Februar 1902 die Strecke zwischen Stralauer Tor und Potsdamer Platz (weitgehend an der heutigen Linie U1)."

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Auf die Reaktionen der Bevölkerung geht Christine Sigmund, Wien 23, ein: "Viele Menschen zeigten sich nicht begeistert". Nicht zuletzt, "weil die Hochbahn das Stadtbild veränderte." Paradoxerweise sorgte aber auch die Bevorzugung der "Stadtteile im Westen und Süden" für Unmut. Dort trieb man den Ausbau in den folgenden Jahren stärker voran.

Tüftlerin Sigmund setzt fort: "Am 3. November 1912 eröffnete man den Hochbahnhof Gleisdreieck. Die Hochbahn . . . befuhr anfangs ein eher filigranes Eisengerüst, welches sich am Halleschen Ufer befand."

Energiefressende Züge

Die Hochbahn, hier Trebbiner Straße, sauste auf Eisenstelzen durch die Stadt.

Die Hochbahn, hier Trebbiner Straße, sauste auf Eisenstelzen durch die Stadt.© Bild: Archiv Die Hochbahn, hier Trebbiner Straße, sauste auf Eisenstelzen durch die Stadt.© Bild: Archiv

Geschichtsfreundin Sigmund gibt an, dass im Jahr 1914 "bereits eine Strecke von 37,8 Kilometern" befahrbar war. Heute umfasst das Berliner Untergrundbahn-Netz circa 146 Kilometer. Zur Information: Wien (an der Einwohnerzahl gemessen halb so groß wie die Spreestadt) bietet ein etwa 80 Kilometer langes U-Bahn-Gleissystem.

Dem Berliner Bahnbetrieb stand ein eigens errichtetes und gut ausgestattetes Kraftwerk in der Trebbiner Straße (vgl. Bild links unten) zur Verfügung. Aber noch im Jahr 1902, also im Eröffnungsjahr der U-Bahn, musste man aufgrund des zunehmenden Verkehrs u.a. eine zusätzliche Dampfmaschine mit einem Leistungsvermögen von 1100 Kilowatt aufstellen.

1906 folgte eine Streckenerweiterung vom Bahnhof Knie bis zum Wilhelmplatz (heute Ernst-Reuter-Platz und Richard-Wagner-Platz in Charlottenburg). Es brauchte ein neues Unterwerk (auch Umformerstation bzw. Umspannwerk im Bahnbetrieb). Diese Anlage bereitete Energie aus dem öffentlichen Stromnetz für die Versorgung der Schienenfahrzeuge auf. Es kam zu etlichen weiteren Anschaffungen von Maschinen, bis schließlich im Jahr 1911/12 das zusätzliche Kraftwerk "Unterspree" nötig und errichtet wurde.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-05 11:03:09
Letzte ─nderung am 2017-10-05 11:22:42



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