• vom 04.11.2017, 10:00 Uhr

Gemeine


k.k.Meteorologie in Wien

Vermessungen von Luft und Erde




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  • Wien bekam 1851 Forschungsstätte für Meteorologie und Erdmagnetismus.
  • Erster Direktor wurde Karl Kreil.

Ob Weiderinder über aufziehende Unwetter grübeln, bleibt ungewiss. Sicher aber beschäftigten Witterungsverhältnisse den Meteorologen Karl Kreil (1798-1862, rechts). - © Bilder: ZAMG (r.)/Boston Public Library: J. M. Hart (1828-1901), The Storm is Coming. Repros: Moritz Ziegler

Ob Weiderinder über aufziehende Unwetter grübeln, bleibt ungewiss. Sicher aber beschäftigten Witterungsverhältnisse den Meteorologen Karl Kreil (1798-1862, rechts). © Bilder: ZAMG (r.)/Boston Public Library: J. M. Hart (1828-1901), The Storm is Coming. Repros: Moritz Ziegler

Verregnet und kühl zeigte sich das Habsburgerreich auf den in der Mai-Ausgabe der Zeitreisen (Nro. 371) abgebildeten Wetterkarten aus etwa 1914. Dazugehörige Spezialfragen u.a. zu den Anfängen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien luden zu Tüfteleien ein.

Weit zurück blickte Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf: Die Vorgeschichte der modernen Wetterforschung begann "mit der Erfindung geeigneter Instrumente im italienischen Florenz." Einen ersten Meilenstein markierte 1592 "Galileo Galileis Konstruktion eines Temperaturmessgerätes". Er entdeckte, dass Glaskugeln in einer Flüssigkeit bei fallenden Temperaturen aufsteigen. Der Tüftler nennt außerdem den "Bau eines Luftdruckmessgerätes (Barometer) 1634" durch "Evangelista Torricelli ... Großflächige klimatologische Aufzeichnungen" kamen erst "in der Mitte des 19. Jahrhunderts" auf.


Dazu merkt Dr. Karl Beck, Purkersdorf, an: "1816 erstellte der deutsche Physiker Heinrich Wilhelm Brandes (1777-1834, Anm.) Wetterkarten, auf denen Hoch- und Tiefdruckgebiete erkennbar waren. Auf der Weltausstellung in London 1851 konnte erstmals eine aktuelle Wetterkarte ... präsentiert werden."

Im gleichen Jahr wurde auch in Österreich der Grundstein für vertiefende Forschungen auf diesem Feld gelegt. In einem Schreiben aus 1851, das Herbert Beer, Wolfpassing, zitiert, bewilligte Kaiser Franz Joseph (regierte 1848-1916) die Errichtung einer "Centralanstalt für meteorologische und magnetische Beobachtungen". Es war dies der erste eigenständige Wetterdienst der Welt. MedR DDr. Othmar Hartl, Linz: Angesiedelt war er "im Wiener 4. Bezirk" in der Favoritenstraße 303 (heute Nr. 38, schräg gegenüber Theresianum).

Vom Meer zu den Alpen
Ausführliche Recherchen zum ersten Direktor dieser Institution liefert Brigitte Schlesinger, Wien 12: Der aus einer Bauernfamilie in Ried (Oberösterreich) stammende, schon jung naturwissenschaftlich begeisterte Karl Kreil (auch Carl, 1798-1862) konnte ab 1823 dem Studium der Mathematik und Astronomie in Wien nachgehen. Etliche Stationen später wurde er "im Jahre 1845 zum Direktor der Prager Sternwarte ernannt." Kurz darauf geschah ein wichtiges Ereignis in Wien: Am 14. Mai 1847 genehmigte Ferdinand I. (Kaiser 1835-1848) die Gründung der "k.k. Akademie der Wissenschaften".

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-31 15:05:08
Letzte ─nderung am 2017-10-31 16:40:34



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