• vom 04.11.2017, 08:00 Uhr

Gemeine


Kraut & Rüben

Am Angelhaken Maria Theresias




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief






    Ins Reich der Feen führte Marie Weyr (1864-1903) anno 1891

    Ins Reich der Feen führte Marie Weyr (1864-1903) anno 1891© Bild: Archiv Ins Reich der Feen führte Marie Weyr (1864-1903) anno 1891© Bild: Archiv

    Das Frühstück mundet, es folgt die Lektüre. So halten es Zeitreisende Dr. Luitgard Knoll, Wien 19, und ihr Gatte. Momentan widmen sie sich dem Buch "Die Kaiserin. Anekdoten um Maria Theresia", 1940 verfasst von Egon Caesar Conte Corti (1886- 1953). Dabei fiel der humorvolle Text "Die Huldigung des Danubius" in den Blick, wegen der Erwähnung des "Wien(n)erischen Diariums". Unter diesem Namen firmierte die "Wiener Zeitung" bis 1779. Corti verwendet die damals gebräuchliche Kurzform "Wiener Diarium".

    Tüftlerin Dr. Knoll mit einem Auszug aus der heiteren Schrift: "Als Maria Theresia im Jahre 1751 in Pest weilte, wurde unter anderen Festen ihr zu Ehren auch ein besonderer Fischfang auf der Donau veranstaltet. Man warf bei dieser Gelegenheit auf den Wink der Herrscherin Netze aus. Sowie sie wieder eingezogen wurden, fand sich ein gewaltiger Fischsegen darin vor ..."


    Dem Zufall blieb nichts überlassen: Die animalischen Flussbewohner "waren in geschickter Weise vorher eingeschmuggelt worden, was der Kaiserin, die zu dem Spiele gute Miene machen mußte, natürlich klar war."

    Weiter heißt es: "Wie lachte sie aber, als sie dann in ... dem "Wiener Diarium" ... las: "Es ist nicht anders zu muthmaßen, als daß der Danubius oder Donaustrom, der ... tiefste Devotion gegen Ihro Majestäten unaufhörlich zu zeigen sich bestrebt, also auch vor besagtes Element zu Bezeigung seiner Ehrerbietigkeit und Ergebenheit mit Hergebung so schöner Fische solche dieser so großen Monarchin an den Tag zu legen nicht hat unterlassen wollen.""

    Dieses Fundstück von Geschichtsdetektivin Dr. Knoll fügt sich in eine Reihe von Entdeckungen des Tüftlerkreises, die einem Aufruf des Geschichtsfeuilletons vom Jänner 2016 (Nro. 355) folgten: Spezialrecherchen zu Erwähnungen der "Wiener Zeitung" in Literatur sind vorgemerkt und weiterhin willkommen!

    *****

    Keiner Regentin, aber einer Journalistin spürte Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, nach: Marie Weyr. Zu ihr erschienen Recherchen der Gemeine im November 2016. Ihre Schwester, Autorin Frida Uhl, war zuvor (August) Thema in den Zeitreisen gewesen.

    Tüftlerin Prof. Dr. Rath fand Berichte über ein elektrisierendes Fest, das die Tochter aus dem Hause des "WZ"-Chefs Uhl ausstattete: "Marie Weyr, Gattin des Bildhauers Rudolf Weyr, gestaltete am 9. Februar 1891 im Künstlerhaus" eine Feier, deren "Thema "Im Reiche der vierten Dimension" lautete. Damit war das Übersinnliche, das Reich der Träume, Geister und Feen auf Erden, in der Luft und in den Tiefen des Meeres gemeint. Die Gäste mussten in entsprechenden Kostümen erscheinen. Alles sollte "märchenhaft" ablaufen".

    Es galt also das abendliche Fest möglichst geheimnisvoll zu illuminieren. Der "Internationalen Elektrizitäts-Gesellschaft ... war die Beleuchtung zu verdanken."

    Die Lichtexperten leisteten beste Dienste: ""Die Illumination war geradezu feenhaft", hieß es in damaligen Berichten."

    Ausgewählt & arrangiert von Christina Krakovsky




    Schlagwörter

    Kraut & Rüben, Zeitreisen

    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2017-10-31 15:11:05
    Letzte ─nderung am 2017-10-31 16:32:30



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Viel Getöse um Mode und Klötze
    2. Eine Bluttat in der Bäckerstraße
    3. Tropeninseln unter der Trikolore
    4. Freibeuter und Menschenräuber
    5. Das Mekka für Rindfleisch-Feinspitze
    Meistkommentiert
    1. Eine Bluttat in der Bäckerstraße

    Werbung





    Werbung


    Werbung