• vom 03.12.2017, 06:30 Uhr

Gemeine


Bronzemonument im Altertum

Kolossale Prahlerei in Alt-Hellas




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  • Bildungsstätten auf Rhodos zogen in der Antike viele Studenten an.
  • Nach der Nymphe Rhode soll die Insel benannt sein.
  • Zur kleinen Nuss Nro. 375



So war das Monument vermutlich nicht placiert. Dennoch setzte sich diese Darstellungsart durch. 

So war das Monument vermutlich nicht placiert. Dennoch setzte sich diese Darstellungsart durch. © Bilder: Archiv. Repro: Moritz Szalapek So war das Monument vermutlich nicht placiert. Dennoch setzte sich diese Darstellungsart durch. © Bilder: Archiv. Repro: Moritz Szalapek

Am Anfang steht die Mythologie", merkt Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, an und erzählt die Sage um die Entstehung der Mittelmeerinsel Rhodos: "Als Zeus die Welt unter den Göttern aufteilte, vergaß er Helios, den Gott der Sonne", der dabei war, die Erde zu umkreisen. Daraufhin forderte dieser das Land, das am Morgen als erstes von der Sonne beschienen wird. "Dies war das sonnenüberflutete, fruchtbare Rhodos, die Perle der Ägäis. Auf der Insel kam Helios schnell zu Ehren." Schenkt man der Mythologie Glauben, so ist die Insel nach einer Geliebten Helios’ benannt, der Nymphe Rhode auch Rhodia. Das Wort "bedeutet Rose, daher trägt Rhodos auch heute noch den Beinamen "Roseninsel"."

Dorthin, zur östlichsten Insel des heutigen Griechenlands, begab sich der Tüftlerkreis auf Spurensuche. Das Eiland mit gleichnamiger Hauptstadt war Thema der kleinen Nuss Nro. 375. Inzwischen, so Dr. Wilfried Korber, Wien 14, muss die "hellenistische Vergangenheit der Insel" vor allem für touristische Zwecke herhalten.

Eine erste historische Einordnung liefert Herbert Beer, Wolfpassing: "Die Stadt Rhodos wurde 408 v. Chr. als Zusammenschluss der drei rhodischen Hauptorte Ialyssos, Kamiros und Lindos auf der bisher unbesiedelten Nordspitze der Insel als gemeinsame neue Inselhauptstadt gegründet."

Sie wurde regelrecht aus dem Boden gestampft. Dazu Dr. Alfred Komaz, Wien 19: Man stützte sich "auf das Konzept bzw. die Pläne des bedeutenden griechischen Städteplaners, Architekten und Philosophen Hippodamos von Milet (5. Jh. v. Chr., Anm.): Die Stadt wurde ... schachbrettartig mit geraden, parallelen bzw. einander rechtwinkelig kreuzenden Straßen, gebaut. Die Baublöcke bestanden aus 2x3 Parzellen mit typisierten Reihenhäusern mit einem Innenhof." Nach einigen Angaben orientierte sich Hippodamos bei der Entwicklung dieses Konzeptes u.a. an der "Idee der Gleichheit aller Bürger ..., welches in der Antike natürlich nicht für Frauen, Ortsfremde oder Sklaven galt."

Auf ein Detail der Straßenführung macht Dr. Karl Beck, Purkersdorf, aufmerksam: Diese "Strukturen finden sich bereits im Vorderen Orient und in Ägypten zu viel früheren Zeiten. Auch im griechischen Raum wurden derartige Systeme bei Neugründungen anlässlich der großen griechischen Kolonisation ... angewandt."

Diese nach Rastern ausgerichtete Planung erfreute sich großer Beliebtheit, wie Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf, anfügt: "Das Hippodamische System hat sich in der Antike als die ideale Form der Stadtplanung durchgesetzt, wie u.a. in Priene, ... Olynth oder Alexandr(e)ia zu erkennen ist. Es wurde bewusst wieder bei der Anlage neuer Städte" in Griechenland, etwa im modernen "Sparta, Megalopolis oder Laurion angewandt." Auch in der jüngeren Geschichte findet man Beispiele, "wie die Stadtplanung von Manhattan beweist."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-12-01 12:56:08
Letzte ─nderung am 2017-12-01 14:33:25



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