• vom 01.06.2017, 12:30 Uhr

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Fundstück

Zäh wie k.k. Kaugummi




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    © "WZ"-Faksimile: Moritz Szalapek © "WZ"-Faksimile: Moritz Szalapek

    Die Unsitte des Kaugummikauens, die in den USA schon Ende des 19. Jh.s weit verbreitet war, stieß hierzulande größtenteils auf Unverständnis. Geschmack und Konsistenz erinnerten an Glaserkitt, schrieb eine Zeitung angeekelt. Häufig wiesen die Gazetten darauf hin, dass vor allem das weibliche Geschlecht dem "Chewing Gum" verfallen war. 1889 fand sogar eine Weltmeisterschaft statt, wie ein anderes Blatt berichtete: Die tausenden Gäste des Spektakels kauten zuerst gemeinsam "nach den Klängen der Musik", dann fünf "Misses" um die Wette - bis zum Kieferkrampf.

    Unter dem Markennamen "Ricy" kam ein solches Produkt schließlich auch in k.u.k. Landen auf den Markt, wie die "WZ"-Annonce von 1. Juni 1902 zeigt. Die in diesen Belangen unerfahrene Bevölkerung der Donaumonarchie wies man vorsichtshalber darauf hin, dass die Spezialität "nur gekaut und nicht genossen" wird. Rätselhaft scheint, warum der Kaugummi "unentbehrlich für Radfahrer und Touristen" sein soll. An anderer Stelle wird jedoch erklärt, dass "Ricy" vor Staub schützt - weil er dazu zwingt, den Mund geschlossen zu halten.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-05-31 17:14:05
    Letzte nderung am 2017-05-31 17:17:31



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