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  • Artikel vom 09.02.2012, 18:21 Uhr

Schule aktuell

Update: 10.02.2012, 09:58 Uhr
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Gesamtschule soll Schulabbrecher retten


Von Christoph Rella
  • IHS-Studie alarmiert, Grüne gegen Sonderschulen und für Gratisnachhilfe.

Hauptschule adé? Schulabbrecher seien eine Konsequenz des selektiven Schulsystems, meint die grüne Integrationssprecherin Alev Korun. - DPAweb / Peter Steffen

Hauptschule adé? Schulabbrecher seien eine Konsequenz des selektiven Schulsystems, meint die grüne Integrationssprecherin Alev Korun. DPAweb / Peter Steffen

Wien. Wer ist schuld, wenn Jugendliche vorzeitig die Schule abbrechen? "Es sind die Eltern", dozierte kürzlich Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz und forderte für die jährlich rund 10.000 Schulabbrecher Konsequenzen. In Form von Geldstrafen etwa.

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Für die grüne Integrationssprecherin Alev Korun ist das Unsinn. "Es liegt am selektiven Schulsystem", betonte sie im Rahmen eines Pressegesprächs am Donnerstag in Wien. Und wiederholte damit eine alte Forderung der Grünen: Nur eine gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen könnte eine Lösung bringen, meinte sie. Geht es nach ihr, soll die Sonderschule abgeschafft, der Einsatz von Berufsberatern (Jugendcoaches) forciert sowie Kindern aus bildungsarmen Schichten Gratisnachhilfe angeboten werden: "Wir müssen weg von der Selektion und hin zu einem integrativen Schulsystem", meinte Korun.

Als Beweis präsentierte die Abgeordnete eine Studie des Wiener Instituts für Höhere Studien. Wie ihr Verfasser, Mario Steiner, am Donnerstag betonte, können laut aktueller Pisa-Studie 27,5 Prozent der 15-Jährigen "nicht Sinn erfassend lesen". Das Risiko, die Schule vorzeitig verlassen zu müssen, sei dabei bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund sechsmal höher als etwa bei österreichischen Kindern. "Das ist der Grund, warum auch Migranten gerade in den Sonderschulen überrepräsentiert sind", sagte Steiner. "Ist ein Schüler einmal dort gelandet, kommt er nicht mehr so schnell heraus." Sein Vorschlag: Selektivität reduzieren und die Durchlässigkeit im Bildungssystem "von unten nach oben erhöhen".

OECD gegen Sitzenbleiben
Eine ähnliche Forderung hat auch die OECD in ihrem aktuellen Bericht erhoben. Die Leistungen österreichischer Schüler hingen viel stärker von der sozialen Herkunft ab, als in vielen anderen Industrieländern, heißt es in der Studie. Um die Zahl der Schulabbrecher zu senken, schlägt die OECD vor, auf das Sitzenbleiben sowie die "frühe Einteilung der Schüler zu Haupt-, Sonderschule oder AHS" zu verzichten.

Die Schulabbruchsrate liegt in Österreich bei derzeit 8,3 Prozent. EU-weites Schlusslicht ist der Inselstaat Malta (38 Prozent).




Schlagwörter

IHS, Grüne, OECD

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-09 18:26:14
Letzte Änderung am 2012-02-10 09:58:39


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