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  • Artikel vom 22.02.2012, 12:36 Uhr

Schule aktuell

Update: 22.02.2012, 13:26 Uhr
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WHO-Studie stellt Österreichs Jugend kein gutes Zeugnis aus

Rauchen, trinken, wenig Bewegung


  • Spitzenreiter bei den Rauchern: Ein Drittel der 17-jährigen raucht täglich.
  • Nur 37 Prozent der Schüler sagen es geht ihnen "ausgezeichnet".
  • "Schüler sind keine kettenrauchenden Komasäufer" sagt Gesundheitsminister Alois Stöger.

Die dreizehnjaehrige Diana beim Biertrinken. - APAweb / ROBERT JAEGER

Die dreizehnjaehrige Diana beim Biertrinken. APAweb / ROBERT JAEGER

Wien.  Ein Viertel raucht, ein Viertel trinkt mindestens einmal pro Woche Alkohol, 17 Prozent haben Einschlafprobleme. Dieses Bild der österreichischen Jugendlichen zeichnet die aktuelle WHO-Studie.  Risikoverhalten sei vom Umfeld wie Familie und Schule abhängig, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

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Bei älteren Mädchen nimmt Gesundheitszustand dramatisch ab
Unter den Elfjährigen gebenkanpp 50 Prozent der Buben und rund 47 Prozent der Mädchen an, sie hätten einen ausgezeichneten Gesundheitszustand. Bei den 17-Jährigen sind es rund 40 Prozent der Burschen und 20 Prozent bei den Mädchen. "Bei den Mädchen geht das dramatisch zurück. Offenkundig werden die Lebensverhältnisse für die jungen Menschen schwieriger", sagt Wolfgang Dür vom Ludwig Boltzmann Institut für Gesundheitsförderung in Wien.

Rund 17 Prozent der Schüler können schlecht einschlafen. Je 14 Prozent haben Kopfschmerzen oder sind gereizt. "Wir sind in Österreich, was das Rauchen anbelangt, in einer absoluten Spitzenposition. Mit 13 ist der Raucheranteil noch minimal, mit 15 rauchen 20 Prozent, mit 17 Jahren etwa ein Drittel täglich" erklärt der Gesundheitssoziologe Dür.

"Positiv auffällig ist, dass - entgegen allen Klischees - die österreichischen Schüler keine kettenrauchenden Komasäufer sind. Sie rauchen und trinken weniger, wenn auch auf hohem Niveau", so Gesundheitsminister Alois Stöger und vergleicht die Studienergebnisse von 1986 und 2010.

Anzahl der Raucher und Trinker zwischen elf und 15 Jahren sinkt
Tatsächlich gab es in den vergangenen Jahren einen positiven Trend. 1998 erreichte der Raucheranteil bei den Elf- bis 15-Jährigen Mädchen einen Rekordwert von 26,2 Prozent, um bis 2010 auf 19,5 Prozent zu sinken. Bei den Burschen waren es 1998 noch 23,3 Prozent, die zum Glimmstängel griffen, im Jahr 2010 dann 16,6 Prozent. 1994 tranken 25,6 Prozent der Burschen im Alter zwischen elf und 15 Jahren wöchentlich Alkohol (12,3 Prozent der Mädchen), 2010 waren es 16,9 Prozent der Burschen und 12,1 Prozent der Mädchen.

Dür: "Kinder sind praktisch 24 Stunden sitzend unterwegs"
Während sich Kinder mit elf Jahren an rund fünf Tagen in der Woche und damit ausreichend bewegen, sind es mit 17 bei den Burschen nur noch 3,5 Tage, bei den Mädchen 2,5 Tage, an denen sie körperlich eine Stunde aktiv sind. Dür: "Kinder und Jugendliche sind praktisch 24 Stunden sitzend oder liegend unterwegs." - Sitzend in der Schule und bei den Hausaufgaben, dann vor dem Computer und schließlich liegend vor dem TV-Gerät.

Die Konsequenz: Nur 37 Prozent der österreichischen Schüler im Alter von elf bis 17 Jahren geben an, ausgezeichnete Gesundheit aufzuweisen.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder nicht rauchen, ist doppelt so hoch, wenn sie eine eine gute Beziehung zu Vater oder Mutter haben", sagt Dür über Einfluss des Umfelds wie Familie und Schule. Positive Schulerfahrungen haben hier sogar einen dreifach höheren Effekt.

Gesundheitsminister Stöger betonte, dass man jetzt daran gehe, die ersten Maßnahmen aus dem von ihm ins Leben gerufenen Kinder-Gesundheitsdialog umzusetzen beginne. Es gebe bereits eine Leitlinie für Schulküchen, man müsse auch für mehr Bewegungsprogramme sorgen. "Ärgerlich" sei, wenn Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren noch immer Zugang zu Alkohol und/oder Zigaretten hätten. Da finde offenbar auch noch in den Familien statt.

Im Rahmen dieses Gesundheits-Tests wurden in 43 europäischen Staaten und den USA insgesamt rund 250.000 Schüler zu den verschiedenen Aspekten von Gesundheit und Lebensstil befragt. In Österreich waren es rund 6.500 Probanden in der Gruppe der Elf-, 13-, 15- und 17-Jährigen.




Schlagwörter

Gesundheit, Jugendliche

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-22 12:37:11
Letzte Änderung am 2012-02-22 13:26:33


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