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  • Artikel vom 19.12.2011, 16:10 Uhr

Bühne

Update: 19.12.2011, 17:57 Uhr
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Premiere an der Volksoper: "Die spinnen, die Römer!"

Ulk mit Potenzial


Von Rainer Elstner

Auf Pointenjagd: Robert Meyer (Pseudolus) mit Jennifer Kossina (Gymnasia, vorne) und Sigrid Hauser (Lycus).

Auf Pointenjagd: Robert Meyer (Pseudolus) mit Jennifer Kossina (Gymnasia, vorne) und Sigrid Hauser (Lycus). Auf Pointenjagd: Robert Meyer (Pseudolus) mit Jennifer Kossina (Gymnasia, vorne) und Sigrid Hauser (Lycus).

Ernst ist hier nur der Spaß: Stephen Sondheims Musical "A Funny Thing Happened on the Way to the Forum" aus dem Jahr 1962 ist perfekt gemachter Klamauk mit Handlungswirrnissen und ebenso vertrackter Musik und fetten Ohrwürmern. Kurz: ein perfektes Vorweihnachtsstück.

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Der Publikumserfolg scheint der Volksoper Wien sicher, Direktor Robert Meyer ist in der Hauptrolle als Sklave Pseudolus zu sehen, mit Herbert Steinböck und Sigrid Hauser hat Regisseur und Volksopern-Debütant Werner Sobotka Verstärkung aus dem Kabarettlager geholt. Trotzdem war der Premierenapplaus zwar enthusiastisch, aber kurz. Bei aller virtuoser Timing-Spielerei: Da ist noch Luft nach oben. Luft, die dem Unternehmen nach exzessivem Pointenschleudern gegen Schluss ausgeht.

Gefeierte Klischees
Das Musical, im antiken Rom angesiedelt, ist das erste Werk, für das Sondheim Musik und Liedtexte geschrieben hat. Gespielt wird in deutscher Sprache, den Titel "Die spinnen, die Römer!" hat man sich in Wien von "Asterix" geborgt. Die Handlung: Der Sklave Pseudolus will seine Freiheit erlangen. Dass Hero, der Sohn seiner Herrschaften Senex und Domina, sich in die Kurtisane Philia verliebt, kommt ihm gerade recht. Listenreich rast Pseudolus von einer Volte zur nächsten - bis zum Happy End.

Information

Musical

Die spinnen, die Römer!
Von Stephen Sondheim
Volksoper Wien (01/5131513)
Wh.: 27. Dezember; 8.,11. Jänner

Siehe auch:
Wiener Zeitung-Artikel "Ein Uhrwerk namens Musical-Komödie"

Das Bühnenbild von Friedrich Despalmes zeigt eine Comicstadt mit windschiefen Häuserfronten. Selbst die Kostüme (Elisabeth Gressel) schauen zweidimensional aus. Die Charaktere sind nicht einmal das. Diese Eindimensionalität ist durchaus gewollt, Text und Musik zelebrieren Stereotype. Die Choreographie von Ramesh Nair ließ sich von den rhythmischen Finessen der Partitur inspirieren. Die Ausführung reicht an internationales Musicalniveau nicht heran. Auch stimmlich trifft das Ensemble keinen durchgehenden Musicalton. Robert Meyer stemmt die Rolle des Pseudolus nur schauspielerisch souverän - gesanglich bereiten ihm virtuose Passagen Mühe. Herbert Steinböck tattert als Lustgreis, Dagmar Hellberg überzeugt als seine Frau Domina mit gesanglicher Souveränität. Eine schön geführte Musicalstimme hat Bettina Mönch (Philia), die schließlich von Hero (mit kleinerem Vokalvolumen Paul Schweinester) erobert wird. Florian Spiess orgelt als Miles Gloriosus opernhaft, Sigrid Hauser leiht der Kurtisanenhändlerin Lycus ihr dunkles Stimmtimbre und das Gefühl für präzis sitzende Pointen.

Dirigent David Levi bemüht sich, das Geschehen aus dem Orchestergraben voranzutreiben, das Volksopernorchester schlägt solide Musicaltöne an. Eine Aufführung mit Potenzial.




Schlagwörter

Theaterkritik, Volksoper

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-12-19 16:17:06
Letzte Änderung am 2011-12-19 17:57:28


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