Sie hat es getan: Angelika Niedetzky ist den Marathon tatsächlich gelaufen. Behauptet sie zumindest in ihrem ersten Solo-Kabarettprogramm. Und da kann sie natürlich viel erzählen: von der Einsamkeit des Läufers im Training und der Metamorphose (sprich: Abmagerung) des Läuferkörpers; von der Enge beim Massenstart und der Beleidigung des Auges durch die Läuferdressen; von der Extase des Laufens - und von der Erschöpfung nach den ersten hundert Metern.
Aber Niedetzky hebt ihre Marathon-Gedanken schon bald auf eine andere Ebene: nämlich mitten hinein in den Alltag, die Mühen des Hausfrauendaseins, des Berufslebens, der Partnerschaft, des Freizeitstresses. Ab dem Zeitpunkt, an dem wir als Kinder zum ersten Mal laufen, hören wir nicht mehr damit auf, meint sie. Und hat wohl recht damit.
Da hilft es auch nichts, in Kindheitserinnerungen zu schwelgen - denn die machen nur noch deutlicher, wie die Zeit verfliegt, während wir uns durch unser Leben hecheln und uns sinnlos(?) abrackern. Sodass die Oma, die uns doch dem Gefühl nach eben erst die Windeln gewechselt hat, das jetzt selbst benötigt. Und die Eltern, von denen wir so viel lernen durften, jetzt von den eigenen Kindern zurechtgewiesen werden. Deprimierend? Wahrscheinlich. Aber das Leben läuft weiter, ohne Rücksicht. Also läuft auch Niedetzkys Programm weiter. Und der Schmäh rennt. Zwar mit etwas schalem Beigeschmack, aber doch mit einem Augenzwinkern und sehr unterhaltsam.
Kabarett
Angelika Niedetzky: Marathon - Der Lauf meines Lebens
Wh.: 24. Februar, Stadtsaal;
1. März, Rothneusiedlerhof;
6. März, Metropol;
20. März, Schutzhaus Zukunft.
Marilyn Wallace Produzentin und Schauspielerin.itv Marilyn Wallace Produzentin und Schauspielerin.itv Wäre es nicht tragisch, ein Theater zu loben...weiter
Hubsi Kramar und Frederic LionFoto: fotopalffy Hubsi Kramar und Frederic LionFoto: fotopalffy "Wir sind die neuen Juden" - so die im besten Fall von...weiter
Es ist ein schlaues Theater, das Theater der Ariane Mnouchkine. Es verführt schnell - im konkreten Fall schon am Weg zu den Sitzplätzen...weiter
Zugemüllt: Michael Schade, eher in Nero- als Tito-Pose, in der Regie Jürgen Flimms.© apa/Hans Klaus Techt Zugemüllt: Michael Schade...weiter