
Der Mensch hat die Gewohnheit, Kriterien zu erfinden: Dies und jenes muss einer können, sagen, tun - sonst winkt die Rolle des Außenseiters. Dem Thema grausamer Ausgrenzung widmet sich Felix Mitterer in seinem ersten Stück "Kein Platz für Idioten", das 1977 in Innsbruck, mit dem Autor in der Hauptrolle, uraufgeführt wurde: Im Zentrum steht ein verhaltensgestörter Bub, der von einem Pensionisten jene liebevolle Aufmerksamkeit und Förderung erhält, welche ihm die Eltern und die Dorfgemeinde versagen. Seit 1977 hat sich zwar zweifellos vieles zum Besseren gewendet, doch die Brisanz ist noch immer vorhanden, und so ist die Neuinszenierung, zu sehen im Theater Center Forum, spannend und berührend.
Packende Präsenz
Regisseur Marcus Strahl zeichnet minutiös ein Bild der völligen Hilflosigkeit gegenüber andersartigen Menschen und der Bequemlichkeit, aus der heraus solche Personen einfach ins Out gedrängt werden. Die Vielschichtigkeit der Inszenierung erfordert zur Umsetzung hervorragende Darsteller, und die hat sich Strahl geholt: Oliver Hebeler hat als behinderter Mensch eine Präsenz, der man sich - auch in seiner langen stummen Szene am Anfang - nicht entziehen kann. Johannes Kaiser besticht durch Menschlichkeit. Rudi Larsen als Gendarm verkörpert brillant einen Widerling, dem die praktizierte Unmenschlichkeit schließlich doch zu viel wird. Eine packende Aufführung zu einem wichtigen Thema.
Marilyn Wallace Produzentin und Schauspielerin.itv Marilyn Wallace Produzentin und Schauspielerin.itv Wäre es nicht tragisch, ein Theater zu loben...weiter
Hubsi Kramar und Frederic LionFoto: fotopalffy Hubsi Kramar und Frederic LionFoto: fotopalffy "Wir sind die neuen Juden" - so die im besten Fall von...weiter
Es ist ein schlaues Theater, das Theater der Ariane Mnouchkine. Es verführt schnell - im konkreten Fall schon am Weg zu den Sitzplätzen...weiter
Zugemüllt: Michael Schade, eher in Nero- als Tito-Pose, in der Regie Jürgen Flimms.© apa/Hans Klaus Techt Zugemüllt: Michael Schade...weiter