Alex Zhang Hungtai ist ein Musiknomade. Den mittlerweile dreißigjährigen Taiwanesen trieb es über China nach Montreal, wo er vor wenigen Jahren seine ersten - instrumentalen - Musikstücke einspielte. Eigentlich aber wirken seine Songs bis heute so, als wäre er nirgendwo zu Hause. Mit "Badlands" legt er nun sein Gesangsdebüt vor. Die Musik ist minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert. Sie klingt beizeiten, als wäre sie extra unter schlechten Bedingungen aufgenommen worden. Der Kassettenrekorder ist noch immer der beste Freund des einsamen Musikers.
Auf "Badlands" finden sich Rockabilly-Referenzen ebenso wie eine Verneigung vor Alan Vega (von "Suicide"). Man begegnet, wie etwa in "True Blue", der Sehnsucht nach dem Glück des Augenblicks, das schon verloren ist, wie Roy Orbison das bereits glänzend besungen hat. In "A Hundred Highways" wird der Retrosound mit kreischenden Gitarren geschmückt und die Stimme verzerrt.
Hungtai macht keinen Hehl aus seiner Vorliebe für David Lynch-Filme oder Elvis Presley-Songs. Insbesondere der zweite Teil der CD wird von einem psychotischen Moment durchzogen, das dezenten Charme versprüht und Vorstadthorror erahnen lässt.
Der Hörer wohnt einer Endzeit-Karaoke-Show bei. Am Ende versagt sogar die Stimme. Die letzten beiden Stücke sind instrumental. Zuvor jedoch raunt der Sänger noch: Mit "Lord Knows Best", dem ein Sample eines Françoise Hardy-Chansons zugrunde liegt, hat Hungtai einen melancholischen Rausschmeißer vorgelegt, der bei keiner Party fehlen sollte.
Dirty Beaches: Badlands. (Zoo Music)
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