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  • Artikel vom 03.02.2012, 14:22 Uhr

CDs

Update: 04.04.2012, 17:08 Uhr
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Enzyklopäde mit Retro-Charme

McCartney, Paul: Kisses On The Bottom


Von Gerald Schmickl
  • Paul McCartney hat Jazz-Standards (wieder-)entdeckt, die der Ex-Beatle auf seinem neuen Album, "Kisses On The Bottom", mit allzu viel Begleitmusik anstimmt.

Versucht sich am Ende seines siebenten Lebensjahrzehnts auch noch als Jazz-Crooner: Paul McCartney.

Versucht sich am Ende seines siebenten Lebensjahrzehnts auch noch als Jazz-Crooner: Paul McCartney.© (C) MPL Communications Ltd.Photographer: Mary McCartney / Mary McCartney Versucht sich am Ende seines siebenten Lebensjahrzehnts auch noch als Jazz-Crooner: Paul McCartney.© (C) MPL Communications Ltd.Photographer: Mary McCartney / Mary McCartney

"Perseveration" nennt die Wahrnehmungspsychologie das Phänomen, wenn man gewisse musikalische Wendungen nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Normalerweise hält so etwas nur einen Tag lang an (sodass man einen in der Früh gehörtes Stück dann den ganzen Tag über vor sich hin summt), mitunter aber auch ein Leben. Dann bleiben Refrains, Rhythmen und oft ganze Lieder, die man als Kind oder Jugendlicher gehört hat, ungelöscht im Gedächtnis haften - und ziehen dort ihre Schleifen. Wieder und wieder.

Information

Paul McCartney: Kisses On The Bottom. (Universal)

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Nat King Cole’s Mikro
Mir geht es mit Paul McCartney so, den ich mir - zusammen mit seiner Zweitformation, The Wings - irgendwann zu Weihnachten einmal in den Gehörgang eingetreten habe, und von dort vor allem um diese Zeit nicht mehr herausbekomme. Trotzdem käme ich nicht auf die Idee, nun selbst McCartney- und Wings-Songs anzustimmen. Beim zum Sir geadelten Liverpooler ist das naturgemäß anders. Klein Paul hat sich aus der großen Gershwin-, Cole Porter- und Fred Alert-Ära allerlei Jazz-Standards, die sein Vater bei Familien- und Neujahrsfesten zur eigenen Klavierbegleitung trällerte, eingetreten. Und die gibt er, dessen 70er heuer Mitte Juni ansteht, nun im reifen Alter zum - na ja - Besten.

Sein neues, soeben erschienenes Album, "Kisses On The Bottom" (nach einer Stelle im eröffnenden, von Fats Waller berühmt gemachten Alert-Song "I’m Gonna Sit Right Down And Write Myself A Letter" betitelt), besteht aus zwölf solcher Standards - und zwei in deren Stil von McCartney nachempfundenen Songs, bei welchen ihn Eric Clapton an der Gitarre und Stevie Wonder an der Harmonika begleiten.

Es sind darunter All-Time-Klassiker wie "It’s Only A Paper Moon" oder "Bye Bye Blackbird", aber auch weniger oft gehörte und somit abgespielte Lieder, wie etwa "More I Cannot Wish You" oder "The Inch Worm" (beide von Frank Loesser), die auch am weitaus interessantesten klingen.

Aufgenommen großteils in den legendären Capitol Studios in L.A., wo McCartney ins patinierte Originalmikro von Nat King Cole schmachtete, wurde die Platte von dem legendären US-Jazz-Produzenten (und dreifachen Grammy Award-Preisträger) Tommy LiPuma supervidiert - und von Diana Krall am Klavier mit Musikern ihrer Band eingespielt. Vom London Symphony Orchestra stammen die in diesen Arrangements unvermeidlichen Streicherpassagen.

Der Ex-Beatle steuert zu dem Ganzen buchstäblich nur seine Stimme bei. Das ist ein Vor- und Nachteil zugleich. So kann er, der schon grauenhafte Klassik-Kompositionen und -Adaptionen hervorbrachte, hier nicht viel verderben. Wie schnell er ins allzu Geschmäcklerische abgleitet, ist in der von ihm geschriebenen Schlussnummer "Only Our Hearts" zu hören (die auch von Stevie Wonders virtuos geblasenem Harmonika-Solo nicht mehr gerettet wird).




Schlagwörter

Pop, Extra, Pop-CD, Paul McCartney

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-03 14:29:05
Letzte Änderung am 2012-04-04 17:08:41


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Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

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