
Es mag Zufall sein, dass die neuen Alben der beiden Zeitlupen-Combos Lambchop und Tindersticks nun fast gleichzeitig erscheinen. Aber deren Gemeinsamkeiten sind unüberhörbar. Bei beiden weiß man - ungeachtet aller Veränderungen im Lauf der vielen Jahre (die Tindersticks gehen heuer immerhin bereits in ihr 21. Jahr) - vom ersten Ton an, woran man ist. Bei "The Something Rain", dem neunten Album der seit 2008 als fixem Quintett wieder vereinten Tindersticks, stimmt das freilich nicht ganz, denn das erste Stück, mehr eine radiophone Erzählung denn ein Song, muss überstanden werden, bevor Stuart Staples unverwechselbar halbtiefe, nasal vibrierende Gesangsstimme erklingt und acht Nummern lang durchs verträumt-schwelgerische Universum der britischen Band führt.
Es gibt nunmehr etwas mehr Blech(bläser) und elektronisches Geknister, aber ansonsten ist nahezu alles beim Alten geblieben: cinematographische Soundflächen und stilvoll-graziöses Dahinschreiten entlang weniger, mächtig langgezogener Töne. Dass dabei die Grenze zur gehobenen Langeweile mitunter deutlich überschritten wird, gehört zum Programm.
Live am 2. 3. im Wiener Radiokulturhaus.
Tindersticks: The Something Rain. (City Slang)
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