(az) Was Angelina Jolie in ihrem Regiedebüt gelingt, ist immerhin zu zeigen, wie alle Menschen, ganz gleich ob Bosnier oder Serben, unter jenem Krieg gelitten haben. Nun, da das Positive gesagt wäre, bleibt, wie im Film, wenig übrig. Man kann sich darüber auslassen, wie Jolie die kaum überzeugende, von süßlich-romantischer Musik untermalte Liebesgeschichte zwischen einer bosnischen Muslimin und einem serbischen Offizier unglücklicherweise bald über die realitätsnahen Kriegsszenen stellt, die sie filmisch nicht ungeschickt einfängt.

Die Vergewaltigungen und Massenerschießungen erfüllen ohnehin bald keinen legitimierten Zweck mehr - weder strukturell noch inhaltlich - sondern addieren nur noch jeweils eine Schrecklichkeit. Insgesamt ist alles hier zu wenig durchdacht; dieses labile Gebilde aus Beziehungsdrama und politischer Metapher, aus Kammerspiel und Kriegsfilm wird am Ende zum bloßen Ausrufezeichen. Und ignoriert man Jolies Nationalität nicht, ist es gar ein Werbefilm für militärische Interventionen.
Kriegsdrama
In the Land of Blood and Honey, USA 2011
Regie: Angelina Jolie. Mit: Zana Marjanovic, Goran Kostic, Rade erbedzija, Vanesa Glodjo
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