Obwohl es durchaus Komödie ist, wie Charlize Theron hier durch das Leben von Mavis stakst, ist nicht alles Gelächter. Die 37-jährige Mavis lebt in Minneapolis, aber vor allem in einem manisch-depressiven Zustand der Entwicklungshemmung, auch Life-Crisis genannt, das Wort "Mid" kann man hier getrost weglassen. Irgendwann hat sie eine mäßig erfolgreiche Kinderbuchserie geschrieben, als Ghostwriterin wohlgemerkt. Also: Autogramme? Ist nicht.
Die Serie dümpelt sowieso vor sich hin, aber Mavis Leben leider auch. Bis zu ihrem Uni-Abschluss das begehrteste It-Girl am Campus, laboriert sie immer noch am Realitätsschock, dass das Universum größer ist, als Highschool und College vorgaben - und die meisten Menschen tatsächlich andere Prioritäten setzen als Schönheit und Mode. Nach der Scheidung von einem Typen, von dem sie nicht mehr weiß, warum sie ihn geheiratet hatte, pflegt sie die blinden Flecken ihrer Wahrnehmung mittels exzessivem Trinken, seriellen One-Night-Stands und fast perfekter Selbsttäuschung. Die wird massiv erschüttert, als ihre ehemalige Highschool-Liebe zur Taufe seines Kindes lädt, aufs Land, in ihre Heimatstadt. Einmal noch will Mavis es wissen, und sich trotz bevorstehenden Wiedersehens mit Eltern und Ex-Mitschülern holen, was eigentlich ihr zustünde: Ihre (vermeintlich) echte Liebe, samt Leben.
Zwischen Komfort und Leere
Es ist der Blick für aktuelle Strömungen - und die wunden Punkte - einer Generation, der die Drehbücher der 33-jährigen Diablo Cody auszeichnet. Ihre erneute Zusammenarbeit mit Regisseur Jason Reitman ("Juno", "Up In The Air") illustriert das Phänomen "Mitt-Dreißiger-Krise" aus weiblicher Sicht, die Leiden einer nicht mehr ganz jungen, noch lange nicht alten, schönen, emanzipierten Frau konfrontiert mit der unbekannten Größe Leben. Eine ganze Generation in einer Art Limbo zwischen Komfort und Leere, zwischen allen Möglichkeiten und undefinierbarer Antriebslosigkeit ist es, was "Young Adult" speist - und Theron balanciert die Symbolfigur Mavis perfekt hindurch. Reitman inszeniert mit viel Gespür für die Atmosphäre der Umgebungen, für die vielen ungesagten Sätze, die sich die Figuren hier an den Kopf werfen, wann immer ihnen ihre Defizite bewusst werden. Der wahre Wert des Films aber liegt in der Uneindeutigkeit darüber, wer darunter wie sehr leidet.
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