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  • Artikel vom 17.11.2011, 07:00 Uhr

Kulinarik

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A runde G’schicht


Von Anita Kattinger
  • In der Vorweihnachtszeit macht sich bei Christine Rabanser der eine oder andere Muskelkater bemerkbar: Auf Bestellung bäckt und liefert die Südtirolerin Kekse.


© Andreas Pessenlehner © Andreas Pessenlehner

In der Küche von Christine Rabanser duftet es nach Kakao, Lebkuchengewürzen und Puderzucker. Eigentlich hat sich die hauptberufliche Marketing-Fachfrau in einer Bäckerei eingemietet und bäckt, wenn die Bäcker schlafen gehen. Zu Hause probiert die 39-Jährige nur neue Rezepte aus und feilt an ihren Kreationen, aber für das "Wiener Journal" machte sie eine Ausnahme. Lachend betont sie, dass sie "keine Kekserl" bäckt, sondern in der Größe von richtigen Cookies. Rabanser: "Von einem Stück Kuchen fühlt man sich so voll. Und für kleine Kekse habe ich keine Geduld. Ich steche auch nicht gerne aus. Meine Kekse sind meistens mit den Händen gerollt und dann flachgedrückt. Die Keks-Größen bewegen sich zwischen einem normalen Keks und einem Stück Kuchen." Ihre Leidenschaft wurde in Montreal in Kanada geweckt. Der amerikanische, britische und französische Einfluss macht sich dort auch bei den Bäckereien bemerkbar. In den Kaffeehäusern bekommen die multikulturellen Gäste Süßes aus der ganzen Welt. Vor allem: Cookies, die größer sind als österreichische Kekse und hierzulande durch eine amerikanische Kaffeehaus-Kette Bekanntheit erlangten.

Information

Info & Bestellung: www.broeselkeks.at

REZEPT Schokokeks:

Zutaten:
150 Gramm Edelbitterschokolade (flüssig)
140 Gramm Weizenmehl
3 Gramm Weinsteinbackpulver
2 Gramm Salz
45 Gramm Butter
100 Gramm Rohrzucker
80 Gramm Ei (Zimmertemperatur)
4 Gramm Vanillezucker
30 Gramm Walnüsse, leicht zerhackt

Zubereitung:
Edelbitterschokolade kleinhacken und im Dampfbad schonend schmelzen, abkühlen lassen. Butter cremig rühren, nach und nach Rohrzucker und Vanille, anschließend die Eiermasse einrühren. Schließlich die flüssige Schokolade unterrühren. Weizenmehl, Weinsteinbackpulver und Salz vermischen und abwechselnd mit den Walnüssen in zwei bis drei Schritten der flüssigen Masse beimengen. Der Teig soll nicht zu fest sein, daher beim dritten Unterrühren bei Bedarf auf einen Teil des Mehls verzichten. Teig ein paar Minuten ruhen lassen, damit verfestigt sich die Masse etwas. Mit der Hand Kugeln formen und im Rohr (Heißluft) 8 Minuten backen, bis die Oberfläche "rissig" wird. Herausnehmen und zwei Minuten am Blech, anschließend auf Gitter auskühlen lassen.

Die Menge ergibt rund 16 Stück, wenn man Kugeln mit zirka 30 Gramm formt. Die Kekse werden etwas kleiner als die Originalvariante von "Bröselkeks". Außerdem werden sie nicht wie die typischen Cookies flachgedrückt, sondern etwas "bauchig" gelassen. Die Kekse bekommen im Backrohr ihre typische rissige Oberfläche und sollten nicht zu lange gebacken werden. Nach 8 Minuten im Rohr sind sie innen noch schön saftig. Zur Aufbewahrung luftdicht verschließen, damit sie weich bleiben!

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Etwas Neues wagen

Nach Rabansers Sabbatical in Kanada reifte die Idee, eine süße Richtung beruflich einzuschlagen. 2009 war es dann so weit, ihr Unternehmen "Bröselkeks" startete. "Das ist mein zweites Standbein. Ich bin der Typ, der vom Prinzip, 40 Stunden für den Arbeitgeber da zu sein, abgeht. Als Selbständige kann ich meine Kreativität ausleben und dafür Verantwortung tragen. Vielleicht braucht man im Leben mehrere Standbeine." Wie alle Quereinsteiger standen anfangs rechtliche Fragen im Vordergrund: "Ich habe immer schon sehr viel gekocht und in meiner Familie gibt es auch Gastronomen. Aber ich hatte nie eine Ausbildung in diese Richtung gemacht. Die Frage war, darf ich Kekse für den Verkauf backen?" Ja, darf sie. Dass sie sich in einer Backstube eingemietet hat, bezeichnet die Keks-Bäckerin als ideale Zwischenlösung. Allerdings wird der Wunsch nach einer eigenen Backküche mit den passenden Geräten immer stärker: "Eine Backstube mit Verkaufsraum oder Café kommt aber nicht in Frage. Damit wäre ich sehr gebunden. Den Traum von einem eigenen Café habe ich nie gehabt."

Factfinding Mission


© Andreas Pessenlehner © Andreas Pessenlehner

Ihre Arbeitszeiten sind, wenn andere schlafen. Besonders viel bäckt die Quereinsteigerin am Wochenende. Die Südtirolerin tingelt auch gerne durch die Stadt. Vergangenen Winter fand man sie am Weihnachtsmarkt im WUK. Karmelitermarkt, Naturkost St. Josef und Maggies Genussgalerie sind heiße Tipps, wenn man Rabansers Kekse kosten will. Am einfachsten ist es natürlich, die Kekse über ihre Homepage zu bestellen: "Ich beliefere vorwiegend Firmen und Veranstaltungen. Ich liefere auch für Partys. Da aber die Mindestbestellmenge derzeit bei 20 Stück liegt, können natürlich auch Familien zuschlagen, die keine Zeit zum Backen haben." Rabanser lässt sich nicht gerne auf eine Richtung festlegen: Unter ihren Keksen findet man orientalische Geschmacksrichtungen genauso wie riesige abgewandelte Vanillekipferl oder Schoko-Brownies. Auf Factfinding Mission geht sie in Kochbüchern, im Internet oder kreiert selbst. "Besonders wichtig sind genaue Rezepte. Denn was ist schon ein großes Ei? Ich schreibe in meinen Rezepten auch die Angaben für Eier in Gramm auf. Jedes Backblech sollte gelingen. Wenn etwas nicht gelingt, weil das Rezept ungenau war, dann kostet mich das ja Geld." Außerdem verwendet die begeisterte Keks-Esserin, die definitiv "nicht zur Schokoladen-Fraktion gehört", nur Bio-Zutaten und besonders gerne Demeter-Zutaten.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-11-10 14:38:21
Letzte Änderung am 2011-11-10 16:01:15


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