Dafür sind beim Hofstettener Honigbier mit Sicherheit auch die ausgesuchten Bio-Zutaten verantwortlich, weswegen das noch junge Bier bereits vielfach preisgekrönt wurde. Es war 2005, als ein Hochland-Imker mit der Idee Honigbier zu brauen in der oberösterreichischen Brauerei Hofstetten ankam. Da Peter Krammer, der Chef des Hauses, ohnehin für seine kreative Braukunst bekannt ist, war er davon gleich begeistert und erinnerte sich an ein Rezept für Honigbier aus dem Jahr 1860, das er kurz davor von einem Imker geschenkt bekommen hatte.
Sofort begannen die Fachleute mit einem internationalen Verkostungsmarathon. Da wurden insgesamt 17 Honigbiere aus den USA, Belgien, England, der Ukraine und anderen Ländern getestet. Während die einen Biere sehr süß waren, waren wieder andere fruchtig oder gar sauer. All das gab aber keinen Aufschluss darüber, wie denn die Österreicher ihr Honigbier gerne hätten. Also begab man sich in die Experimentierphase. Insgesamt bedurfte es dreier Versuche inklusive umfassender Verkostung, bis man sich für jene Version entschied, die heute noch am Markt ist und sich für ein Nischenbier - pro Jahr werden 30.000 Liter gebraut - großer Beliebtheit erfreut.
Für das Honigbier wird zunächst normal helles Bier eingebraut und vergoren. Erst zur Nachgärung kommen Hefe und Honig dazu, danach startet der zweite Gärprozess. Nach einer sechswöchigen Lagerung ist das Bier, für das ausschließlich Bio-Produkte und Bio-Blütenhonig der Hochlandimker aus dem Mühlviertel verwendet werden, fertig.
Der Clou bei diesem Bier ist, dass dabei der gesamte Honigzucker vergoren wird, weshalb das süße Honigaroma wegfällt. Was bleibt, sind Propolisartige Aromen, die sehr fruchtig schmecken, ein wenig nach Himbeeren, Birnen und Äpfel, allerdings sehr dezent, gepaart mit feinen Malzkomponenten. Biertrinker, die Honigbier erst gar nicht anfassen, weil sie meinen, dass es süß schmeckt, sollten diesen Irrtum mit einer Kostprobe revidieren. Auch jene, die Bier wegen der Bitterkeit nicht so mögen, sollten sich von diesem Bier verführen lassen, weil auch diese fast zur Gänze wegfällt.
Dabei sollten Bierkenner, -liebhaber oder Neueinsteiger aber keinesfalls den Fehler machen und das Bier aus einem gewöhnlichen Glas trinken. So ein besonderes Gebräu wie das Honigbier hat sein eigenes Glas, das von der Hofstettener Brauerei eigens dafür entwickelt wurde. Das Hochlandhonigbierglas ist relativ groß und verjüngt sich nach oben. So kann das Bier besser atmen, denn Honig muss oxidieren und wenn er lange genug an der Luft ist, dann tut er das.
Dieses göttliche Getränk möchte und sollte also - wie guter Wein - dekantiert werden, weil es erst dann sein außergewöhnliches Aroma entfalten kann. Nach rund zehn Minuten kann man es dann - im wahrsten Sinne des Wortes - genießen. Wenn es wärmer serviert wird, entfalten sich die Aromen rascher und man muss nicht so lange warten. Abgestanden kann es aber so oder so nicht schmecken, weil es genau deshalb mit mehr Kohlensäure versetzt wurde. Aufgrund des Alkoholgehalts von 6,2 Vol% (Stammwürze 14,2%) sollte es ohnehin nicht gegen den ersten großen Durst getrunken werden.
Genießer werden von diesem Spezialbier jedenfalls genauso begeistert sein wie die Jury bei diversen Bierprämierungen. So räumte das Goldfarbene beim Genusssalon in Schönbrunn (2006/2007) Gold ab und holte beim Nürnberg European Bier Star in den Jahren 2006 und 2007 in der Kategorie Honigbier zwei Mal Silber. Beim Halleiner Bierfestival gabs 2006 in der Kategorie Kreativbiere Gold und 2009, als in Oberösterreich erstmals der Culinarix vergeben wurde, ging dieser ebenfalls in Gold an das Hofstettener Honigbier. Diese Auszeichnungen sprechen für sich - aber das tut dieses Bier auch!