
Kopf ab! Mit diesem tödlichen Akt beginnt der äußerst spannende und amüsante Abend rund um heimische Fische. Zuerst müssen die Saiblinge, die Anna Walcher im Ganzen gekauft hat, geköpft, geteilt und entgrätet werden. Ich bin froh, dass ich mich hinter die Kamera verschanzen und am Bleistift anhalten kann. So muss ich an diesem blutigen Akt nicht teilnehmen. Mit erstaunlicher Gelassenheit zücken die Teilnehmerinnen die Messer, und zack, ist die Rübe ab.
Der einzige männliche Kochapprobant sieht seiner Tochter bewundernd zu, wie sie, fachgerecht und ohne mit der Wimper zu zucken, ihren Fisch köpft. Er meldet sich lieber für die Feinarbeit an: Mit fast ärztlicher Genauigkeit operiert er mit einer Grätenpinzette - Fachfrauen aufgepasst: Die gibt es wirklich! - die ganz feinen Dinger aus dem rosaroten Fleisch einer Lachsforelle. Neben Saiblingen werden nämlich auch Forellen und Zander verarbeitet. Die müssen allerdings nicht mehr geköpft werden. Sie liegen schon sauber filettiert auf den Schneidbrettern und warten auf ihre Zustandsveränderung.
WILLKOMMEN IN DER GUTE-LAUNEKÜCHE

Während die Gruppe konzentriert nach verborgenen Gräten sucht, verrät uns Anna Walcher, woran man die Frische des Fisches erkennt: Die Augen müssen klar sein und die Kiemen gut durchblutet. Um nicht den Fischen so intensiv ins Auge schauen zu müssen, bewundere ich die Gerätschaften, die im Regal zum Kauf angeboten werden: Die rosa Brille soll vor Tränen während des Zwiebelschneidens schützen. Der rosa Korkenzieher erinnert eher an ein stylisches Handy. Oder ist das Ding vielleicht doch kein Korkenzieher, sondern ein Teesieb? Leicht zu identifizieren ist die rosa Puppenreibe. Auf dem Metallkörper sitzt ein rosa Girl und grinst fröhlich in die Gegend. Nicht zu übersehen sind die rosa Töpfe, Kochlöffel und Messergriffe. Letztere sehen aus wie abstrakte Figuren von Tänzerinnen. Und der Clou überhaupt sind die rosa Ohrenschützer, die Anna der gusseisernen Pfanne übergezogen hat.

Es ist nicht zu übersehen: Anna und Erik Walcher lieben Rosa. Anna schon seit ihrer Kindheit ("Ich bin immer irgendwie ein Mädchen geblieben"), beide dann insbesondere seit einer Japanreise. Denn dort bedeutet die Farbe Rosa "willkommen". Und willkommen fühlt man sich wirklich in diesem liebevoll gestalteten Ambiente.