Unflexible Bergwanderer habens zur kalten Jahreszeit schwer: Entweder auf einen milden und schneelosen Winter hoffen (das hat bis Anfang Dezember sehr gut funktioniert) oder auf den fernen Frühling warten. Doch es gibt eine Alternative: Schneeschuhwandern! Bis vor wenigen Jahren noch eine belächelte Randgruppenerscheinung, hat sich diese praktische Tiefschnee-Fortbewegung zu einer ernst zu nehmenden Trendsportart gemausert. Mittlerweile bietet jedes Fachgeschäft unterschiedlichste Schneeschuh-Modelle an.
Die Vorteile des Schneeschuhwanderns sind rasch erklärt: kein Pistenrummel, unberührte Schneelandschaften, vergleichsweise günstige Ausrüstung, und eine gute Gelegenheit, Kondition zu tanken. Ob das anstrengend ist oder nicht - da scheiden sich die Geister. "Wer gehen kann, kann auch Schneeschuhwandern", argumentieren die Befürworter. "Zu mühsam, wenns zu steil wird", kontern die Gegner. Da bleibt dem Neuling nur eine Möglichkeit: einfach ausprobieren. Eine Schneeschuh-Karriere muss ja nicht gleich mit der entmutigenden Querung eines vereisten Steilhangs beginnen.
Höhenwanderung in der Sonne

Schneesicherheit, Sonnengarantie, bequeme Zufahrt, gemächliche Übergänge sowie zahlreiche geheizte Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten. Die Fischbacher Alpen haben alles. Im Sommer beliebtes Familien-Wandergebiet, im Winter (immer noch) ein Geheimtipp für einsame Schneeschuhtouren unterschiedlichster Varianten und Anforderungen.
Wer sich vorsichtig ans Schneeschuhwandern herantasten möchte, fährt mit dem Pkw auf den Pfaffensattel - leider nicht mehr mit Öffis erreichbar - und startet in 1372 Metern Seehöhe. Vom Parkplatz gehts los - zumeist auf einer Spur. Das erleichtert die ersten Schritte. Durch rasch lichter werdenden Bergwald gehts 400 Höhenmeter zügig bergauf und schon ist man am höchsten Punkt der Wanderung (Stuhleck samt Alois Günther Haus auf 1782 Metern). Hier belohnt ein prachtvoller Rundblick über die gesamten Voralpen. Ab dem Gipfelkreuz wird es gemächlich. Warme Kleidung ist hier oben unerlässlich, manchmal kanns sehr windig sein. Immer entlang des Höhenzugs, begleitet von bizarr vereisten Almzäunen und Baumgruppen führt der Höhenweg Richtung Pretul und Roseggerhütte. Wer hier übernachten möchte, sollte es tun. Gute Küche, saubere Schlafstellen und meditative abendliche Stille verwöhnen und entspannen. Nur das leise Surren der gewaltigen Windräder des nahen Windparks Steinriegel-Rattener Alm erinnert an die nahe Zivilisation.
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