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  • Artikel vom 21.10.2011, 00:00 Uhr

Wein

Update: 26.10.2011, 00:03 Uhr
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Werfrings Weinjournal

Maximaler Purismus


Von Johann Werfring
  • Der talentierte Biopraktiker Niki Moser aus Rohrendorf bei Krems hat mit seinem "Grünen Veltliner Minimal 2009" eine erstaunliche Facette der österreichischen Weißweinparadesorte zutage gefördert.

Niki Moser im stilvoll ausgestatteten Rohrendorfer Atriumhaus. - Foto: Johann Werfring

Niki Moser im stilvoll ausgestatteten Rohrendorfer Atriumhaus. Foto: Johann Werfring

Überschreitet man die Türschwelle des Rohrendorfer Weinguts Sepp Moser (benannt nach dem Vater des heutigen Betriebsführers, Niki Moser), so sieht man sich augenblicklich in eine zauberhafte, höchst beeindruckende Wunderwelt versetzt, wie man sie in einem märchenhaften Bilderbuch nicht besser darstellen könnte. Lenz Moser, der große österreichische Weinbaupionier und Großvater des heutigen Weingutsbesitzers, verwirklichte hier in den 1960er Jahren einen lange gehegten Traum, indem er ein nach römischer Bauart konzipiertes Atriumhaus erbauen ließ.

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In der Mitte der großzügig angelegten Säulenhalle befindet sich ein Wasserbecken mit Skulptur, auch sonst ist der Raum mit zahlreichen wundervollen Artefakten ausgestattet. Ein Teil der prächtigen Säulen stammt von der ehemaligen Wiener Stephaniebrücke (nachmals Salztorbrücke), die Moser in sein Atriumhaus integrieren konnte. Die zum Weingut empor führenden Stufen stammen von dem ehemaligen palastartigen Wiener Nordbahnhof, der – ebenso wie die Salztorbrücke – im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Zum Weingut Sepp Moser führen die Stufen des alten Wiener Nordbahnhofs hinan.

Zum Weingut Sepp Moser führen die Stufen des alten Wiener Nordbahnhofs hinan.Foto: Johann Werfring Zum Weingut Sepp Moser führen die Stufen des alten Wiener Nordbahnhofs hinan.Foto: Johann Werfring

Völlig unprätentiös wird man in diesem außergewöhnlichen Ambiente vom Hausherrn und seinen Mitarbeitern willkommen geheißen und betreut. Verkostungen, Einkäufe und Besichtigung sind werktags zwischen 9 und 17 Uhr sowie am Wochenende nach Voranmeldung möglich.

Seit Jahren ist das Weingut auf biologische Bewirtschaftung ausgerichtet. Als erster biodynamischer Betrieb im Kremstal erbrachte Niki Moser den Beweis, wie gut hier hochqualitativer Weinbau unter Verzicht auf konventionelle Spritzmittel funktioniert.

Eine Wirtschaftsweise nach den strengen Richtlinien des Demeterverbandes umfasst freilich noch viel mehr als Verzicht auf konventionelle Spritzmittel und spezielle Bodenpflege. Es geht hier um eine ganzheitliche Sichtweise, die sich auf vielen Ebenen manifestiert. Sitzt man mit Niki Moser bei einem guten Glas Wein beisammen, so ist in jeder Phase des Gesprächs die gelebte Wahrhaftigkeit seiner ökologischen Gesinnung nachvollziehbar.

Die Grünen Veltliner und Rieslinge des Weinguts stammen aus vorzüglichen Terrassenlagen rund um Krems an der Donau. Ein Klassiker des Sortiments ist der preisgünstige und trinkfreudige Grüne Veltliner Gebling, der im hervorragenden 2011er Jahrgang ab Jänner 2012 zum Verkauf stehen wird (es empfiehlt sich rechtzeitig zu reservieren). Aus dem aktuellen Sortiment sei ganz besonders auf den 2010er Riesling Gebling Erste Lage Kremstal DAC Reserve hingewiesen. Er ist sortentypisch, trinkanimierend, reichhaltig und strömt gebündelt seinem betörenden Abgang entgegen – ein wahrlich edler Riesling, der nicht nur zu allerlei Fischgerichten, sondern auch zu Geflügel und diversen Pastavariationen die passende Begleitung bietet (ab Hof: 15 Euro).




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-10-18 15:31:56
Letzte Änderung am 2011-10-26 00:03:38


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