
Nachdem sich Ludwig van Beethoven im Wiener Schwarzspanierhaus zum Sterben hingelegt hatte, verabschiedete er sich mit zwei bemerkenswerten Aussprüchen – diese werden bis heute rund um den Erdball viel zitiert. Am 25. März 1827 appellierte er in ironischer Weise an die Umstehenden: "Plaudite, amici, comedia finita est!" ("Applaus, Freunde, die Komödie ist vorüber!"). Tags darauf erhielt er die letzte Ölung. Als ihm wenig später ein der Genesung dienlicher Rüdesheimer Wein ins Zimmer gebracht wurde, blickte ihn der ermattete Musiker an und seufzte: "Schade, schade, zu spät!" Wie überliefert ist, waren dies seine letzten Worte.
Über den unvergesslichen Komponisten haben sich zahlreiche Anekdoten erhalten. Ob er die letzten Worte genau so oder vielleicht ein bisschen anders vernehmen ließ, können wir heute nur spekulieren. Fest steht, dass Ludwig van Beethoven sein Leben lang ein vinophiler Genießer gewesen ist.
In gewisser Weise kam Beethoven schon früh mit dem Wein in Berührung: Als er am 17. Dezember 1770 getauft wurde, erfolgte dies im Beisein seines Großvaters Ludwig van Beethoven, eines Musikers und Weinhändlers, der nicht nur sein Pate, sondern auch Namensgeber wurde. Als junger Erwachsener soll der weltberühmte Komponist einmal derart gezecht haben, dass er eine Nacht in einem Bonner Gefängnisturm ausnüchtern musste. Jedoch ist die Historizität dieses Histörchens fragwürdig.

Konkret fassbar wird die Weinleidenschaft des Musikers in seiner Wiener Zeit (ab 1787) anhand von Briefen, Haushaltsaufzeichnungen und weiteren Quellen. Immer wieder hielt sich Beethoven auch in typischen österreichischen Weingegenden auf. Eines seiner zahlreichen Quartiere befand sich in jenem Haus in Wien-Döbling, wo heute der bekannte Heurige "Mayer am Pfarrplatz" untergebracht ist. Weil man in Wien auf das eingebürgerte Genie aus dem Nachbarland immer schon stolz gewesen ist, wurde ihm vom Weingut Mayer am Pfarrplatz eine bis heute erhältliche Weißweincuvée und ein Traminer gewidmet.
Auch in Weinorten südlich von Wien ist man dem Komponisten bis heute verbunden. Nachweislich und in besonderer Weise hatte Beethoven den Wein aus Gumpoldskirchen geschätzt. Es mag dies der vorrangige Grund sein, weshalb sein Andenken am Rande des beschaulichen Weinortes mit dem "Beethoven Wanderweg" gewahrt wird.
In dem Kur- und Weinort Baden bei Wien hielt sich Ludwig van Beethoven besonders gerne auf. Aus dem Jahr 1825 ist aus der Badener Gegend die Schilderung eines Zeitgenossen über eine weinselige Runde, darunter Beethoven und der dänische Musiker Friedrich Kuhlau, erhalten: "Es wurde ein Spaziergang unternommen (...). Sie erholten sich bei einem heiteren Mittagmahl im Helenental, bei welchem der Champagner reichlich floß. In Beethovens Wohnung tat dann der Vöslauer das übrige (...). Sie waren alle, Beethoven an der Spitze, in übermütigster Laune, von welcher auch das Konversationsbuch Kunde gibt."