Der Schweizer Philosoph Peter Bieri ist als Romancier mit dem Künstlernamen "Pascal Mercier" ein Begriff geworden. Von seinen vier Romanen ist "Nachtzug aus Lissabon" (Hanser) am bekanntesten. Auch seine philosophischen Bücher: "Das Handwerk der Freiheit" und "Wie wollen wir leben" (Residenz Verlag) sind Verkaufshits... weiter
"Alles in der Welt ist wandelbar, und ich bin nicht da, um die Ausnahme der Weltgeschichte zu statuieren." Dieser, von keiner seiner Bühnenfiguren, sondern von Johann Nepomuk Nestroy selbst formulierte Satz vermag das künstlerische Selbstverständnis des Dichters zu umreißen. Es drückt sich auch auf der finanziellen Ebene aus ( "Ich hab feste... weiter
"Wiener Zeitung": Frau Ingrisch, wenn Ihr Name ins Spiel gebracht wird, denkt man vorrangig an Ihre besondere Beziehung zum Jenseits, an Ihre Neigung zum Übersinnlichen. Vergleichsweise weniger bekannt dürfte Ihr umfangreiches kreatives Werkschaffen sein. Bisher haben Sie 32 Bücher veröffentlicht, 23 Theaterstücke geschrieben, zehn Hörspiele... weiter
Mexiko-Stadt. Große Trauer herrscht in der spanischsprachigen Welt nach wie vor über den Tod von Carlos Fuentes. Der mexikanische Schriftsteller ist am Dienstag in Mexiko-Stadt im Alter von 83 Jahren gestorben. Der am 11. November 1928 geborene Autor galt als einer der bedeutendsten Autoren Lateinamerikas... weiter
Wien. Auch so kann man die Zuerkennung des wichtigsten Preises für deutschsprachige Literatur feiern: Felicitas Hoppe hat sich nach dem Anruf der Jury schnell einen Termin beim Friseur organisiert. Ob das stimmt oder nur eine Geschichte ist, steht auf einem anderen Blatt, denn im Geschichtenerzählen ist Hoppe eine der besten Fabuliererinnen der... weiter
Zwischen 1904 und 1931 ging Arthur Schnitzler mehr als 800 Mal ins Kino. Seine Kinobesuche lassen sich als Fieberkurve lesen: Während er in den ersten Jahren das Kino sporadisch frequentierte, nimmt die Besuchsfrequenz ab 1920 dramatisch zu: 1921 geht er 28 Mal ins Kino, 1923 steigt die Zahl auf 45, 1924 schon auf 80... weiter
Berlin, nach 1890: Das Lokal "Zum schwarzen Ferkel" hatte mit der Adresse Ecke Unter den Linden/Wilhelmstraße zwar eine tolle Lage inmitten der Stadt, trotzdem hätte ein Normalbürger seinen Fuß niemals dort hineingesetzt. Denn drinnen gab es angeblich neunhundert Schnapssorten (!) und Menschen, von denen der brave Bürger nur hinter vorgehaltener... weiter
"Wiener Zeitung": Herr Kohl, Ihr jüngstes Buch, "Mutter gesucht", schildert die Suche dreier Schwestern - Tania, Iris und Tamara - nach ihrer Mutter, von der sie als Säugling bzw. als Kleinkind weggelegt worden waren. Eine der drei Schwestern, Tamara, ist Ihre Adoptivtochter. Was bewog Sie, diese Geschichte öffentlich zu machen? Walter Kohl:... weiter
Stefan Zweig, der heute gerne zum "großen" oder "ersten Europäer" stilisiert wird, war gewiss nicht das, was man unter einem politischen Schriftsteller versteht (was ihm bisweilen auch vorgeworfen wurde), aber er verfügte durchaus über eine eigenständige politische Meinung und über genug politisches Einschätzungsvermögen, um bereits 1934... weiter
Arthur Schnitzlers Roman "Der Weg ins Freie" (1908) handelt von einem jungen Baron, Georg von Wergenthin, der sich selbst als Komponisten versteht, dessen Arbeiten aber merkwürdigerweise häufig in den Anfängen stecken bleiben. Georg hat ein Verhältnis mit der kleinbürgerlichen Musiklehrerin Anna Rosner... weiter
Wien. Die Wohnung im dritten Bezirk hat er vor kurzem gemietet, längerfristig. Denn der 1931 in Wien geborene und bis 1938 im burgenländischen Mattersburg lebende Peter Berczeller möchte nicht mehr nur für Besuche von Freunden oder etwaige Buchpräsentationen nach Wien kommen, wie dieser Tage, wenn er das erstmals auf Deutsch erschienene Buch... weiter
Es ist ein sehr ambitioniertes Festival-Projekt, das da bis 9. Juni am südlichen Themse-Ufer stattfinden wird: Auf Einladung des Shakespeares Globe Theatre werden Theatergruppen aus 37 Nationen in 37 Sprachen das dramatische Gesamtwerk des Barden aus Stratford zur Aufführung bringen. "Loves Labours Lost" ("Vergebliche Liebesmüh") wird von... weiter
"Grande Dame" der österreichischen Literatur wurde sie von den einen genannt, für andere wie den Publizisten Matti Link war sie die "alte Sau", "die Schamlose" und die "Lohnschreiberin des Faschismus". Jene, die von ihr als "Grande Dame" sprachen, hatten ein schriftstellerisches Werk von außerordentlichem Können als Argument; die Vertreter der ... weiter
Es ist im Endeffekt zweitrangig, warum sich ein Künstler aus der Öffentlichkeit zurückzieht - ob er sich dadurch auf perfid-raffinierte Weise interessant machen will, ob er an einer ausgeprägten Soziophobie leidet, oder ob er einfach "in Ruhe gelassen" werden will. Fakt ist: Dies ist eine Art der Existenz... weiter
"Ich habe mir den Wahlspruch zu eigen gemacht: ,Die beste Regierung ist die, welche am wenigsten regiert. . . . Wenn er verwirklicht wird, dann läuft es darauf hinaus: ,Die beste Regierung ist die, welche gar nicht regiert." Mit diesen Worten beginnt Henry David Thoreau seinen Aufsatz "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat"... weiter
"Wiener Zeitung": In ihrem neuen Roman "Für den Rest des Lebens" verweben Sie erstmals detailliert Geschichte und Politik des Staates Israel. Haben Sie bei Lesereisen in Europa, speziell in deutschsprachigen Ländern, den Eindruck, dass man hierzulande über den Staat Israel und dessen Gesellschaft ausreichend informiert ist? Zeruya Shalev: Meist... weiter
Gütersloh. Comics als Kunstform sind aus dem Literaturbetrieb nicht mehr wegzudenken. Der Brockhaus-Verlag arbeitet daher an einer neuen Buchreihe in Bildern. Damit will er vor allem Jugendlichen den Zugang zur Weltliteratur eröffnen. "Brockhaus Literaturcomics" sollen "klassische Lesestoffe vermitteln und die Jugend neugierig auf die... weiter
Können Metaphern aufklären, oder vernebeln sie die Theorie? Zwar kommt keine Theorie ohne bildliche Veranschaulichungen aus, aber die sind dann - wenn die Theorie sich durchgesetzt hat und verbindlich geworden ist - unauslöschlich und bedingungslos an die Theorie gekettet, und keiner denkt mehr an den Ursprung des Bildes oder der Figur... weiter
Whitby. Exakt 199 Stufen sind vom Hafen von Whitby hinauf zur St Marys Kirche zurückzulegen. Von den Klippen flaniert der Blick über rote Ziegeldächer, einen Friedhof mit verwitterten Grabsteinen und die Ruinen einer düsteren Abtei hinaus auf die blassblaue Nordsee. Eine Brise trägt Möwenschreie und den Geruch von Seetang heran... weiter
Berlin.(bau) In Zeiten des Internets geht es schnell: Gerade einmal etwas mehr als drei Stunden liegen zwischen einem offenen Brief von 51 Autoren der Krimireihe "Tatort" an "Grüne, Piraten, Linke und die liebe Netzgemeinde" und der Antwort eben jener "Netzgemeinde" - "keck vertreten" von der Hacker-Vereinigung "Chaos Computer Club" (CCC)... weiter
San Francisco. Die amerikanische Schriftstellerin, Dichterin und Feministin Adrienne Rich ist tot. Die Aktivistin in der Frauen- und Lesbenbewegung starb nach Angaben im Alter von 82 Jahren im kalifornischen Santa Cruz. Die Mutter von drei Söhnen war seit über 30 Jahren mit ihrer Partnerin, Schriftstellerin Michelle Cliff, zusammen... weiter
Der Eiffelturm begibt sich auf die Suche nach dem Turm der Türme, nämlich jenem von Babel. Oder: Ein Uhrmacher kommt in die Hölle und wird vom Teufel auf Dienstreise zurück auf die Erde geschickt - als Frau. Oder: Ein Elefant begibt sich auf eine Reise nach Afrika. Die Geschichten sind voller skurriler Szenen und grotesker Gespräche... weiter
(cb) Er galt als einer der portugiesischsten unter den portugiesischen Dichtern. Und das, obwohl Antonio Tabucchi gebürtiger Toskaner war. Sein bekanntestes Werk war "Erklärt Pereira". Es spielt - natürlich - im Lissabon der faschistischen Herrschaft Salazars. Pereira ist ein alternder Kulturjournalist, der harmlose Nachrufe schreibt... weiter
"Was kann man über ihn schreiben? Wo und wann er geboren wurde. Sicher. Wo und wie er lebt. Warum nicht. Aber sein Schreiben braucht keine Ergänzung." So apodiktisch leitete Friedrich Dürrenmatt einst eine Hommage an seinen Schriftstellerfreund Ludwig Hohl ein. Auch in eigener Sache blieb Dürrenmatt, im Gegensatz zu seinem Antipoden Max Frisch... weiter
Nun ist er angekommen, hier bei uns in Österreich, in der anderen Hälfte des ehemals großen Reiches. Und ich hoffe, vielmehr bin ich überzeugt davon, dass er uns nun bleiben wird als einer unserer großen Klassiker der Moderne, neben Musil, Doderer, Roth und Saiko. Endlich haben wir die zweite Hälfte von dem, was da einmal war, und können ermessen... weiter
Schon zu Lebzeiten ist er ein berühmter Autor. Und er ist es noch heute. In seinem Werk fehlen häufig die Mütter wichtiger Figuren, als seien die gleichsam aus dem Himmel gefallen. Viele brutale Prügelszenen kommen in seinen Büchern vor. Über seine frühe Lebensphase schrieb er einmal: "Durch die Kinderjahre hindurchgeprügelt... weiter
Wiener Zeitung: Herr Henisch, anlässlich des 100. Todestages von Karl May kam es zu einer überarbeiteten Neuauflage Ihres Buches "Vom Wunsch, Indianer zu werden". In diesem Werk arrangieren Sie ein fiktives Zusammentreffen von Franz Kafka, Karl May und dessen zweiter Ehefrau Klara. Schauplatz des Geschehens ist ein Schiff... weiter
Salzburg. "Ja mein Buch ist politisch. Man kann ja auch über Bäume politisch schreiben, und in meinem Buch kommen viele Bäume vor." Das sagte Maja Haderlap, der gestern, Mittwoch, Abend der Preis der bis Sonntag dauernden 42. Rauriser Literaturtage verliehen worden ist, kurz vor dieser Ehrung im Gespräch mit der APA... weiter
2007 wurde der Thriller "No country for old men" von Ethan und Joel Cohen mit vier Oscars ausgezeichnet. Er ging auf einen gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy zurück. Gewiss werden viele Leser und Kinogänger der englischsprachigen Welt gewusst haben, dass dieser Titel ein Zitat aus einem berühmten Gedicht der "klassischen Moderne" ist: ... weiter
Leipzig . Der schwer krebskranke Berliner Autor Wolfgang Herrndorf ist Träger des Leipziger Buchpreises 2012. Er erhält die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie Belletristik für den Roman "Sand" (Rowohlt Berlin). Dies teilte die Jury am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse mit. Herrndorf nahm wegen seiner Krebserkrankung nicht... weiter
"Dieses Buch ist ein Werk der Fiktion", heißt es im Vorwort. Handlung und Personen seien eine freie Erfindung des Autors. Auch die Namen der Personen? - Der Protagonist heißt Josef Fritzl. Und angesichts dessen, was Régis Jauffret in seinem Roman "Claustria" schildert, wird schnell klar: Die Behauptung der Fiktion hat juristische Gründe... weiter
Wien. Der Autor Peter Waterhouse (55) erhält die höchste Kunst-Auszeichnung der Republik Österreich, den Großen Österreichischen Staatspreis 2012. Waterhouse verfasst Lyrik, Essays, Erzählungen, Romane und Theaterstücke und wurde dafür bereits vielfach ausgezeichnet. Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) würdigte ihn als "Sprachkünstler... weiter
Sie ist ein Anziehungspunkt im Besuchsprogramm vieler japanischer Touristen: Die im Gründerzeit-Stil eingerichtete Gedenkstätte für den japanischen Schriftsteller und Übersetzter Mori Ôgai in der Luisenstraße in Berlin-Mitte. Der Arzt und Literat kam 1884 zu einem Studienaufenthalt nach Berlin, blieb vier Jahre und nutzte seine Zeit in Deutschland... weiter
Bremen. Der amerikanische Autor Dave Eggers erhält den internationalen Literaturpreis "Albatros". Damit würdigt die Jury seinen Roman "Zeitoun" über einen amerikanisch-syrischen Unternehmer, der unschuldig ins Visier der Terrorismusfahnder gerät. Eggers teilt sich die mit insgesamt 40.000 Euro dotierte Auszeichnung mit seinen beiden Übersetzern... weiter
Berlin. Gegen den Schweizer Schriftsteller Christian Kracht gibt es neue Vorwürfe. Dem deutschen Magazin "Focus" zufolge sagte der deutsche Autor Marc Buhl, Kracht habe einzelne Teile aus seinem Buch "Das Paradies des August Engelhardt" übernommen. "Vieles, was Kracht schreibt, kam schon vor einem Jahr in meinem Buch ganz genauso vor"... weiter
Wien. Auch als zugereiste Engländerin muss man sich in Österreich integrieren. Das beschreibt Emily Walton in ihrem kurzweiligen Debütroman "Mein Leben ist ein Senfglas", der stark autobiografische Züge aufweist. Poppy Simmons heißt ihre englische Protagonistin, die - wie Walton - als Achtjährige 1992 gemeinsam mit ihren Eltern ins Salzkammergut... weiter
Die Zeitfenster, in denen Literatur von Frauen verstärkt wahrgenommen wird, sind meist kurz. Für das radikale Vergessen Hannelore Valencaks gibt es allerdings einen viel allgemeineren Grund, der mit der Genderfrage gar nichts zu tun hat. Für die Germanistengeneration nach 1968 galt die Literatur der 1950er und frühen 1960er Jahre abseits der... weiter
John Irving, zu dessen liebsten Standardmotiven tanzende Bären, Ringkämpfe und Beziehungs-Desaster zählen, wird seinen bevorstehenden siebzigsten Geburtstag irgendwo zwischen Toronto und New Hampshire feiern, sofern es ihn nicht doch wieder nach Europa zieht, wo er vor allem in den Niederlanden, in Griechenland (seinem Trauungs-Land)... weiter
"Wiener Zeitung": Frau Dorn, seit Jahren kommentieren Sie in den Medien die deutschen Verhältnisse. Jetzt haben Sie zusammen mit dem Schriftsteller Richard Wagner ein Buch über "Die deutsche Seele" geschrieben. Woher kommt Ihr großes Interesse am deutschen Wesen? Thea Dorn: Vor ein paar Jahren hatte ich eine Gastprofessur in den USA... weiter
Jerusalem. Die Israelische Nationalbibliothek hat den Abschiedsbrief von Stefan Zweig 70 Jahre nach dessen Suizid ins Netz gestellt. Der Autor, der mit Werken wie "Ungeduld des Herzens" und "Schachnovelle" weltberühmt wurde... weiter
Wien. Angesichts der Allgegenwart von Facebook und Twitter ist eine andere Form der Online-Kommunikation und weltweiten Vernetzung ein wenig ins Hintertreffen geraten: die Blogs. Dabei ist die Blogosphäre älter als Facebook. Die ersten Online-Tagebücher tauchten bereits in den 1990er Jahren auf, Facebook ging erst 2004 ins Netz... weiter
Paul Wimmer, der 2008 verstorbene Dichter und Essayist, war ein genauer Kenner der österreichischen Nachkriegsliteratur-Szene. In einem unserer sehr vielen sehr langen Gespräche erzählte mir Wimmer, es gäbe da einen "literarischen Giftschrank", verfasst von einem gewissen Hermann Hakel, man könne nur hoffen, dass die Texte unter Verschluss blieben... weiter
Ohio ist nicht irgendein Bundesstaat der USA. Im Nordosten des Landes an der Grenze zu Kanada gelegen, ist er demographisch so etwas wie ein Spiegelbild der nationalen Bevölkerungsverteilung. Vor allem aber ist er einer der am heftigsten umkämpften battlegrounds bei Präsidentschaftswahlen, denn als swing state ... weiter
New York. Tränen bilden als Gradmesser für den Erfolg von Literaturfestivals eine traditionell unterschätzte Kategorie. In Europa wie in den USA passiert es mutmaßlich selten, dass Leute herzlich zu weinen beginnen, wenn sie bei einer Lesung wegen zu großen Publikumsinteresses abgewimmelt werden. Am vergangenen Sonntag geschah selbiges trotzdem... weiter
Er starb, wie er gelebt hatte: als Draufgänger und exzentrischer Provokateur, der mitunter der eigenen Lebensflamme gern einen kräftigen Atemstoß versetzte. Nicht weniger als elf Mal hatte er durch Duellforderungen ein Schicksalsgericht für sich angerufen. Gern hatte er der Versuchung nachgegeben, seinen Selbsterhaltungstrieb in die Schlacht mit... weiter
New York. Glück ist ein großes Wort, deshalb muss man sich Tim Mohr vielleicht nicht als glücklichen, auf jeden Fall aber als zufriedenen Menschen vorstellen. Als einen von jener Sorte, die selten geworden ist in einer Welt, in der es möglich ist, sämtliche Grenzen der Selbstdarstellung zu sprengen, in der Hoffnung... weiter
Wien. (bau) Was vor 15 Jahren mit einer Kolumnensammlung von Wolfgang "Matscho" Kubasta, einem Kolumnisten des VOR-Magazins, begann, ist heute ein stolzer Verlag, der sich in seinem Programm vor allem jungen Wiener Autoren widmet. 20 bis 25 Bücher erscheinen jedes Jahr im Echomedia Buchverlag, der sich vor allem auf Wiener Krimis spezialisiert hat... weiter
Wien. Eine Generation liegt zwischen ihnen, es eint sie die Leidenschaft zu Büchern, vorzugsweise von Frauen geschrieben. Und sie bezeichnen sich als Feministinnen - was sich früher viele nicht trauten, berichtet Eva Geber. Die Buchautorin war 31 Jahre lang Redakteurin der Frauenzeitschrift "AUF", die im vergangenen Jahr eingestellt wurde... weiter
Croniamantal heißt der schlussendlich "ermordete Dichter" einer gleichnamigen Erzählung von Guillaume Apollinaire. Dieser Croniamantal trifft eines Tages, von Paris kommend, in Köln ein. Auf dem Bahnhof der Rheinmetropole wird gerade ein großer Empfang vorbereitet. Der gilt allerdings nicht dem verfemten Poeten: "Auf dem seinem Zug... weiter
Nehmen wir an, das Buch käme heute ganz normal in den Handel: Wetten, dass es ein Verkaufsschlager wäre? Wenngleich nur der Anrüchigkeit wegen. Wegen des furchtbaren Geheimnisses, das hinter den Buchdeckeln angeblich verborgen liegt. Wegen der simplen Tatsache, dass der Nachdruck jahrzehntelang verboten war... weiter
So verblüfft und schmähstad hat man Christoph Grissemann noch selten gesehen, wie in der Ausgabe der TV-Sendung "Willkommen Österreich" Anfang Dezember 2011, als ihm Daniel Glattauer auf die Frage, wie viele Bücher er bisher verkauft habe, antwortete: "Drei Millionen"! Solch eine Antwort ist man von österreichischen Autoren nicht gewohnt... weiter
Lediglich entspannen müsse man sich, um "Bleak House" zu lesen, alles Übrige würde unser Rückenmark erledigen, meinte Vladimir Nabokov über Dickens neunten Roman (1852), den er sich in seiner 1948 in den USA gehaltenen Vorlesung "Meisterwerke der europäischen Literatur" vorgenommen hatte. "Zwar lesen wir mit dem Kopf... weiter
"Mama, ich bin zu groß! Ich pass da nicht mehr rein!" Die 10-Jährige kniet vor einem der drei kleinen dunkelroten Holzhäuschen und merkt, dass die Tür für sie zu niedrig ist. Es sind die drei Höfe von Bullerbü , die hier in Miniaturform nachgebaut sind. Von einem weißlackierten Lattenzaun umgeben, laden sie die Kinder ein, hereinzukommen... weiter
Wien. Der deutsche Übersetzer und Autor Carl Weissner ist völlig unerwartet im Alter von 71 Jahren in Mannheim gestorben. Das gab der Milena Verlag in einer Aussendung bekannt. Carl Weissner hatte sich zeit seines Lebens dem literarischen Underground verschrieben: Mit einem Fulbright-Stipendium erforschte er die literarische Alternativszene in New... weiter
In der Mittelschule war die Klasse dreigeteilt. Die einen lasen Karl May. Die anderen lasen Jules Verne. Die Dritten lasen nur, was der Lehrer als Lektüre aufgab. Und das war weder Karl May noch Jules Verne. Ich war unter den Julesvernianern. Es dauerte lange, ehe ich Karl May las, eigentlich nur, um meine Vorurteile bestätigt zu finden: billiger... weiter
"Ich bin wie ein großer, feuriger Komet. Einmal verloschen, werdet ihr mich nie wieder vergessen können", sagte Jim Morrison, Sänger der legendären US-Rockband The Doors, einmal. Und er behielt Recht. Bis heute zählen The Doors zu den bekanntesten Bands der 1960er Jahre, jedes Jahr werden mehr als eine Million Tonträger verkauft... weiter
An einem kalten Tag des Jahres 1912 kamen zwei junge Berliner beim Schlittschuhlaufen auf der Havel ums Leben. Obwohl sie beide studierte Juristen waren, hatten sie sich nicht an die polizeilich genehmigte Eisbahn gehalten, sondern waren weiter hinausgefahren als erlaubt. Das Eis brach unter ihnen ein... weiter
JAHRE meine Jahre was habe ich angefangen mit ihnen sind nicht meine Jahre aber diese Schrift ist meine Schrift Als ich ihn im Herbst 1998 in seiner Berliner Wohnung besuchte, saß Franz Tumler aufrecht in einem Lehnstuhl, die Arme aufgestützt, die Hände mit jeweils zwei ausgestreckten Fingern nebeneinander vor seinem Mund angeordnet... weiter
"Wiener Zeitung": Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über Witze zu machen? Heißt es nicht "Erkläre einen Witz und du ruinierst ihn? " Hellmuth Karasek: Ja, aber auf der anderen Seite, wenn man Witze nicht erklärt, hinterlassen sie oft einen etwas fahlen, nutzlosen Beigeschmack. Ich habe ein Buch über das Alter geschrieben "Süßer Vogel Jugend"... weiter
Wien. Viel zu tun haben im Moment Frankreichs Literaturkritiker , denn der heute in Frankreich erscheinende neue Roman des Autors Regis Jauffret sorgt bereits seit einiger Zeit für rege Diskussionen. Unter dem Titel "Claustria" nimmt sich der 56-Jährige des Falls Josef Fritzl an, recherchierte dafür auch vor Ort in Österreich und war etwa beim... weiter
Clark Ashton Smith ist kein Thema der Anglistik beziehungsweise der Amerikanistik. Fragt man einen Literaturwissenschafter, weshalb seine Disziplin Clark Ashton Smith meidet, würde er, sofern er den Namen überhaupt kennt, wohl sagen, dass es sich da doch nur um einen Autor von Horrorgeschichten dreht, schon daran zu erkennen... weiter
Hamburg. Alexander Kluge (79) hält neue weltpolitische Konflikte für möglich. "Die Geschichte ist voller Tretminen und Blindgänger; obwohl lange unbeachtet oder vergessen, können sie jederzeit hochgehen", sagte der Autor und Filmemacher dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Die Verhältnisse heute erscheinen uns wirr und aussichtslos... weiter
"Für mich ist das Streben nach Sinnvollem, dem Sie so viel Bedeutung beimessen, lediglich eine nervöse Störung des Selbstverständnisses." - Der dies sagt, hört auf den Namen Zielinski, und dieser Zielinski hat sich im gleichnamigen Roman von Nina Jäckle im größten Zimmer des Ich-Erzählers eingerichtet... weiter
Klagenfurt/Wien. Die Kärntner Autorin Maja Haderlap erhält den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2011 für ihren Roman "Engel des Vergessens". Das gaben der Kärntner SPÖ-Chef Peter Kaiser und Renner-Institut-Direktor Philip Kucher bekannt. Nach dem Bachmann-Preis, dem Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag... weiter
"Wiener Zeitung": In Ihrem neuen Buch "Das Ende" beschreiben Sie den Untergang des NS-Regimes und schildern, wie wenig Widerstand es aus der Zivilbevölkerung gegeben hat. Was hat die Menschen davon abgehalten, sich stärker für ihre Freiheit und ihr Überleben einzusetzen? Ian Kershaw: Terror. Die Einschüchterung... weiter
Heuer ist der erste Roman des Rechtsanwalts Ferdinand von Schirach, "Der Fall Collini", erschienen. Darin beschäftigt sich Schirach mit der juristischen Behandlung von Kriegsverbrechern im Nachkriegsdeutschland. Bekannt wurde der Jurist mit seinen gefeierten Kurzgeschichtenbänden "Schuld" und "Verbrechen", in denen er eigene Fälle verarbeitete... weiter
Was haben Richard Wagner, Charles Dickens und Agatha Christie gemein? - Der Unterschied ist: Von Wagner weiß man’s, seine unsägliche Schrift "Das Judentum in der Musik" ist hinlänglich seziert worden, und manchen gilt der deutsche Komponist gar als Wegbereiter des Nationalsozialismus. Dass Dickens und Christie gleichfalls Antisemiten waren... weiter
Prag, Hradschin, früher Jänner 1990. Wissenschaftsminister Erhard Busek überbringt Glückwünsche aus Wien. Václav Havel trägt im Amt, es ist später Vormittag, einen schwarzen Rollkragenpulli. Sein Gesicht strahlt. Er blättert im Pass, den er eben bekommen hat, dem ersten seit zwanzig Jahren. Was seine "Proféssion" ist... weiter
Die "Österreichische Gesellschaft für Literatur" (ÖGFL) begeht im Dezember ihr 50-Jahr-Jubiläum. Bei einer Feier im November erinnerte man sich gemeinsam an die gute alte Zeit und vergaß beinahe, dass man eigentlich immer ein Salon für Gegenwartsliteratur gewesen ist. Im November und Dezember wurden zwar ein Symposium zu den Werken von Kleist... weiter
Florence Aubenas ist eine mutige Frau. Sie war in Kriegsgebieten wie Ruanda, Afghanistan oder dem Kosovo als Journalistin im Einsatz. Einer größeren Öffentlichkeit ist sie bekannt, seit sie im Jahr 2005 anlässlich einer Reportage über Flüchtlinge in Bagdad entführt wurde. Nach mehr als drei Monaten Gefangenschaft kam sie damals dank breiter... weiter
Winfried Georg Sebald war zeitlebens very much his own man , wie man in seiner englischen Wahlheimat sagt. Ein unangepasster Außenseiter, der - trotz seines besseren Wissens um die Vergeblichkeit des Widerstandes gegen die perfiden Lügen und allgegenwärtigen Dummheiten unserer Gegenwart - die Hoffnung auf eine bessere Ordnung der Dinge (fast) bis... weiter
Wien. Ihr Debütroman "Feuchtgebiete" wäre ein zweifelhaftes Filmvergnügen geworden. "Schoßgebete", Charlotte Roches zweiter Bestseller, eignet sich da schon eher für die große Leinwand. Die deutsche Produktionsfirma Constantin Film hat sich nun die Filmrechte an dem im August erschienen Roman gesichert... weiter
"Wiener Zeitung": Herr Altmann, an welchen Tisch möchten Sie sich setzen? Andreas Altmann: Dieser hier gefällt mir. Ich setze mich am besten mit dem Rücken zur Wand. Wenn ich keine Leibwächter um mich habe, möchte ich alles überblicken. Ich will wissen, wer oder was auf mich zukommt. Fühlen Sie sich bedroht? Nein... weiter
New York. "Jajaja, alles schön und gut. Aber wie hieß der Mann mit der Gurke nochmal?" Der gebürtige Wiener Stefan Slupetzky ist ein so sympathischer wie in deutschsprachigen Landen bekannter Schriftsteller. Mit der Figur des Leopold Wallisch, einem aus niederen Beweggründen von der Wiener Polizei entlassenen Privatdetektiv... weiter
Berlin/Wien. Christa Wolf ist tot. Die deutsche Autorin, gefeiert und umstritten in der DDR, gefeiert und umstritten im wiedervereinigten Deutschland, als "gesamtdeutsche Heulsuse" verhöhnt und als Sprachmagierin gepriesen, ist am Donnerstag im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben. Geboren wurde Christa Wolf als Christa Ihlenfeld am 18... weiter
Vor 200 Jahren hat sich Heinrich von Kleist erschossen. Er war zu diesem Zeitpunkt finanziell ruiniert, als Autor weitgehend erfolglos und glücklos bei den Frauen. Die meiste Zeit seines Lebens irrte er rastlos umher, stürzte sich in immer absurdere Unternehmen. Doch was immer der stotternde Grübler anpackte, schien ihm zu missglücken... weiter
Indien, 30. Dezember 1865: Während in Bombay eine Engländerin in den Wehen liegt, spielt in Kalkutta ein vierjähriges Kind in einem Palast. Jahre später werden der Engländer, der eben geboren wird, und der Inder, der gerade eine halbwegs erfreuliche Kindheit erlebt, zu den größten Autoren ihrer Nationen gehören... weiter
Yayoi Yamamoto ist eine durchschnittliche junge Japanerin, verheiratet mit einem kleinen Angestellten, zwei Kinder. Das Paar lebt in einer billigen Gegend von Tokyo, die Ehe läuft schlecht, das Geld ist knapp. Das sind die Rahmenbedingungen für die entscheidende Szene im Morgengrauen, bei der sich die Ehepartner im Vorzimmer ihres Hauses in einem... weiter
Wie war das doch gleich mit dem essayistischen Roman? Der österreichische Autor Robert Musil habe diesen Roman-Typus mehr oder weniger erfunden. In der Folge habe sich diese Form, in welcher der Autor den Bogen der Erzählung aus einem Mosaik von Texten zusammensetzt, zu einer typischen Erscheinungsform der Moderne entwickelt... weiter
Ein junger Mann aus einer Provinzstadt übersiedelt in den 1580er Jahren nach London. Er verfügt weder über nennenswerte Besitztümer noch einflussreiche Familienverbindungen, auf eine universitäre Ausbildung kann er ebenso wenig verweisen. Dennoch widerfährt ihm, was man heute wohl als Traumkarriere bezeichnen würde: Innerhalb kurzer Zeit avanciert... weiter
Begonnen hat alles mit einem Franzosen, der seine Reiseromane mit dem Siegel des Besonderen versehen wollte. Und so reiste man mit Jules Verne "20.000 Meilen unter den Meeren" und "Von der Erde zum Mond". 1895 schickte dann der Engländer Herbert George Wells einen namenlosen Reisenden mittels Zeitmaschine in die Zukunft und definierte das Genre der... weiter
Berlin/Wien. Die Szene könnte aus seinem düstersten Drama stammen: Mit 34 Jahren zieht es Heinrich von Kleist auf eine malerische Anhöhe am Berliner Wannsee. Nervlich angeschlagen, beruflich enttäuscht und finanziell ruiniert macht der große deutsche Dichter seinem Leben ein Ende. Eine 31-jährige, schwer krebskranke Freundin begleitet ihn in den... weiter
Wie schön wäre es doch, ewig ein Kind zu sein. Wirklich? Einen gibt es, der es geschafft hat - auch, wenn er lediglich eine literarische Gestalt ist: Peter Pan. Ab Sonntag fliegt der ewige Bub im Wiener Burgtheater. Als Hohelied an die immerwährende Kindheit hat der schottische Schriftsteller James Matthew Barrie seinen später von ihm selbst... weiter
Kleist ist ein veritables Rätsel. Das wird er auch trotz der Büchermassen bleiben, die in beständiger Regelmäßigkeit und gehäuft zu Jubiläen wie dem nunmehr zu begehenden 200. Todestag (am 21. November) über dem schmalen Werk geradezu ausgeschüttet werden. Die rätselhafte Schönheit, das ungestüm Extremistische seiner eigensinnigen Texte sind... weiter
Berlin. Alfred Döblin ist einer der großen deutschen Schriftsteller, sein Roman "Berlin Alexanderplatz" gehört zur Weltliteratur. Allein, die Hauptstadt tut sich recht schwer, ihren berühmten Stadtschreiber (1878-1957) zu würdigen. Erst stahlen Buntmetalldiebe 2010 die Bronzebüste, die am Frankfurter Tor an Döblin erinnerte... weiter
"Es ist Donnerstag, der 8. Juni 2006, 11:23 Uhr auf dem Laptop, der einige Minuten vorgeht, also 11:17 Uhr ungefähr, oder, da er den Satz noch schreibt, 11:18 Uhr." Mit diesem Satz, der nichts anderes darstellt als das Vergehen der Zeit, beginnt das wahrscheinlich eigenwilligste Stück Prosa, das heuer in deutscher Sprache erschienen ist... weiter
Wussten Sie, dass der Philosoph Jean-Jacques Rousseau an einem schlimmen Onaniezwang litt? Und dass er sich deswegen große Sorgen machte und dagegen sogar fachmännischen Rat einholte? Oder dass Georg Friedrich Wilhelm Hegel zeitlebens einen exorbitanten Weinkonsum pflegte? Wenigstens aber, dass Hans Blumenberg Opfer eines spezifischen... weiter
Die Menschen sind immer noch überrascht, wenn sie ihm das erste Mal persönlich begegnen, sagt er, und dass ihn das selbst am meisten wundern würde. "Die meisten scheinen wirklich Angst davor zu haben, dass ich im nächsten Moment die Axt raushole. Dabei habe ich noch nie einer Fliege etwas zuleide getan... weiter
Ilse Aichinger und ihre Zwillingsschwester Helga kamen am 2. November 1921 in Wien als Töchter eines Lehrers und einer jüdischen Ärztin zur Welt. Während der Schwester die Flucht nach England gelang, verbringt Ilse Aichinger mit ihrer Mutter die NS-Zeit in Wien und erlebt so hautnah, wie ihre Großmutter und zahlreiche andere Verwandte von Wien aus... weiter
Klagenfurt. Der Kärntner Schriftsteller Janko Messner ist am Mittwoch im Alter von 89 Jahren gestorben. Messner war einer der bekanntesten Literaten Kärntens, der in slowenischer Sprache schrieb. Vor drei Wochen wurde er ins Klinikum Klagenfurt mit einem Lungeninfarkt eingeliefert, dem er schließlich erlag... weiter
Wien. "Ökonomen haben die Ideen des Fortschritts verzerrt", erklärte der peruanische Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa bei einer Veranstaltung des liberalen Hayek-Insituts. Vargas Llosa ist wegen der Aktion "Eine Stadt. Ein Buch" derzeit auf Wien-Besuch. Wenn man glaube, dass allein die Wirtschaft Probleme lösen kann... weiter
London. Erfreut sei er, und auch erleichtert: Bei seiner vierten Nominierung hat der britische Autor Julian Barnes (65) endlich den Man-Booker-Literaturpreis bekommen. Er nahm die Auszeichnung am späten Dienstagabend in London für seinen Roman "The Sense of an Ending" entgegen. Der Booker-Preis ist mit 50.000 britischen Pfund (rund 57... weiter
Sie war Erzählerin und Essayistin, sie war die Grande Dame der Theaterkritik und des Feuilletons. Sie forschte, übersetzte, debattierte auf Podien, im Rundfunk und im Fernsehen. Sie war Humanistin, intellektuell und weltoffen, in London zu Hause, in Berlin und ist doch Wienerin geblieben. Auch wenn sie sich nicht leicht tat mit ihrer Vaterstadt... weiter
Catherine Millet ist eine der schillerndsten Figuren der französischen Intellektuellenszene. Die Gründerin und Herausgeberin des renommierten Kunstmagazins "art press" ist mit ihrem autobiografischen Buch "Das sexuelle Leben der Catherine M." (2001) weit über die Grenzen Frankreichs bekannt geworden... weiter
"Das isländische Nationalgesicht ist rundlich mit kleiner Nase. Wie ein Schneeball, in dem ein Kiesel steckt. Ich denke mal, bei jedem Volk ist ein Teil des Gesichts besonders ausgeprägt. (...) Die Isländer haben sich offensichtlich die Wangen ausgesucht. Einige der Gesichter, die mir begegnen, scheinen nur aus zwei Arschbacken mit einem Loch und... weiter
Wien. Die Schriftstellerin und Literaturwissenschafterin Ruth Klüger wird mit dem Danubius Donauland-Sachbuchpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Der 1975 begründete Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird für das Gesamtbuch eines herausragenden Sachbuchautors vergeben, heißt es in einer Aussendung der Buchgemeinschaft Donauland... weiter
"Überdrüssig aller, die mit Wörtern, Wörtern, aber keiner Sprache daherkommen." Das ist Tomas Tranströmer. Der schwedische Lyriker ist also die ideale Identifikationsfigur für all jene, denen es ähnlich geht. Denen substanzloses Geplapper am Literaturmarkt die Ohren und den Geist verklebt. Denn von Geplapper und Überflüssigkeiten ist in Tomas... weiter
Er habe sich wirklich bemüht, sagt er, aber es nützt halt nichts. Er versteht es nicht und wird es auch nie verstehen. Erst neulich hat ihm wieder einmal einer so ein Ding in die Hand gedrückt und er hat ein bisschen damit herumgespielt. Ja, interessant, zweifellos. Aber trotzdem: "Ich werde nie kapieren... weiter
Anke Richter tritt auf die hölzerne Terrasse ihres kleinen Cottage-Hauses. Tui-Vögel zwitschern im Flachsbusch. Von der Veranda aus überblickt sie den malerischen Hafen Lytteltons, einem Vorort der neuseeländischen Stadt Christchurch. Türkisblaues Wasser, weiße Wolken, grüne, saftige Hügel und keine Menschenseele weit und breit... weiter
"Handelt es sich um ein Fahrrad?", begrüßt Sergeant Pluck den Erzähler, der auf der Polizeiwache eigentlich den Diebstahl einer goldenen Uhr anzeigen möchte. Der Satz aus Flann OBriens "Der dritte Polizist" ("The Third Policeman", 1968) ist unter seinen Anhängern längst zur stehenden Wendung geworden - und der postum erschienene Roman zum Sinnbild... weiter
"Wiener Zeitung": Nach Ansicht von Marcel Reich-Ranicki sind sowohl Literaten als auch Mediziner Fachleute für das menschliche Elend. Demzufolge sei es nahe liegend, dass es zwischen diesen beiden Berufsgruppen erstaunlich viele Berührungspunkte gibt. Welches Interesse war bei Ihnen zuerst da: jenes für die Literatur oder jenes für die Medizin?... weiter
Wien. "Ich habe noch nie einen Wallace gelesen. Ich habe sie alle gesehen", verkündete Peter Rapp bei der diesjährigen Kriminacht in Wien. Zahlreiche Besucher hatten sich im Café Hummel versammelt, um am Edgar Wallace Special teilzuhaben. Neben Speis und Trank lauschten sie den Vorlesern Peter Rapp und Dieter Chmelar... weiter
"Heute ist nicht viel passiert." Er klingt nicht gerade vielversprechend, dieser erste Satz, den Mary Higgins Clark als Siebenjährige in ihr Tagebuch schreibt. Einige Rückschläge und 30 Bestseller später liest sie am 20. September bei der Wiener Kriminacht aus "Ich folge deinem Schatten", ihrem neuesten Thriller... weiter
Niemand von den Kollegen der Wiener Germanistik wird mitleidig belächelt, wenn er über Kriminalliteratur oder über HBO-Serien wie "The Sopranos" oder "The Wire" diskutiert. Es wird sogar dazu geforscht. Und eine frühere Kollegin hat die These gewagt, dass Georges Simenons Maigret-Romane zu dem gehören, was von der Literatur des 20... weiter
Er ist der Shooting Star der Thriller-Szene. Der Brite Simon Beckett garniert die Frage nach dem Täter mit blutrünstigen und grausig detaillierten Beschreibungen von letalen Stichwunden, ausgekochten Knochenresten und Verwesungsstadien. In seinem neuesten Roman, "The Calling of the Grave" ("Verwesung")... weiter
Wiener Zeitung: Frau Rossmann, Ihr neuer Krimi, "Unterm Messer", handelt von Schönheitswahn, Anti-Aging-Forschung und Schönheitschirurgie. Gab es für Sie einen konkreten Anlass für diese Themenwahl? Eva Rossmann: In erster Linie hat es damit zu tun, dass ich immer mehr Frauen kenne, die sich schönheitsoperieren lassen... weiter
Die Pyrenäen pochen an die Tore von Tarbes, den beschaulichen Verwaltungssitz des französischen Departements Hautes-Pyrénées. Die Stadt ist in unseren Breiten wohl hauptsächlich als "Etappe" bekannt: Radsportfans denken bei diesem Namen an die Tour de France, fromme Pilger an das nur 15 Kilometer entfernte Lourdes... weiter
Als Förderin der jungen Schriftsteller- und Künstlergeneration nach 1945 wird Herta Staub in den kulturhistorischen Abrissen selten genannt, obwohl sie als Kunst- und Pressereferentin im Büro des Wiener Kulturstadtrats Viktor Matejka einen großen Anteil hatte an der Vermittlung von Publikations- und Verdienstmöglichkeiten genauso wie von Papier... weiter
Es ist ruhig hier und grün. Die Luft ist klar und kalt. Kälter als in der Innenstadt, eine halbe Stunde mit der U-Bahn entfernt. Die Sonne scheint über dem idyllischen Volksdorf im Hamburger Nordosten, einem Vorort mit schmalen Straßen, alten Bäumen und viel Wald, mit großen Einfamilienhäusern und dicken Neuwagen... weiter
Die "Zotenkönigin aus Muschiland" - das war nur einer der Ehrentitel, die sich Charlotte Roche vor drei Jahren verdient hat. Da veröffentlichte die zuvor vor allem als Avantgarde-Moderatorin beim Musikfernsehen Viva bekannt gewordene Roche ihren ersten Roman: "Feuchtgebiete". Da ging es um viel Schweinisches und allerhand... weiter
"Als Leonhard Frank 1961 starb", so Marcel Reich-Ranicki, "hielten die meisten bundesdeutschen Zeitungen einen Nachruf für überflüssig. Man begnügte sich mit knappen Meldungen." Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts aber gehörte dieser heute weitgehend dem literarischen Gedächtnis entfallene Autor mit Büchern wie dem... weiter
Brauchen Gedichtbände eigentlich dringender Nachworte als beispielsweise ein Band mit Erzählungen? Oder anders gefragt: Ist Lyrik erklärungsbedürftiger als Prosa? Diesen Eindruck könnte man bekommen, wenn man sich ein paar Neuerscheinungen zu Gemüte führt. Bezeichnenderweise handelt es sich dabei um Bände mit Gedichten nicht deutschsprachiger... weiter
Eigentlich schien das Rätsel um Antoine de Saint-Exupérys letzten Flug gelöst. Im Frühjahr 2008 teilte der deutsche Fliegerveteran Horst Rippert, Bruderdes Sängers Ivan Rebroff, ehemaliger ZDF-Mitarbeiter und nunmehr 86 Jahre alt, einer erstaunten Öffentlichkeit mit, dass er es war, der den prominenten französischen Literaten und Flieger am... weiter
Er hat den Kampf aufgegeben. Nicht aus Altersmilde oder weil er eingesehen hat, dass es keinen Sinn mehr hat, sich zu wehren. Seinen Frieden mit der Welt hat er bis heute nicht gemacht, aber zumindest die Schublade scheint er anzuerkennen. Ein gutes halbes Jahrhundert hatte Harlan Ellison einen Feldzug gegen die Kategorisierung ... weiter
Um es gleich vorweg auf den Punkt zu bringen: Wir stehen vor einer Zeitenwende. Denn die Zeichen der Krise, der großen Hitze oder wahlweise der großen Kälte verdichten sich. Und es droht die Gefahr, dass diese Wende nicht friktionsfrei ablaufen könnte. Denn immer dann und dort, wo das ungesunde Extreme die gesunde Balance verdrängt... weiter
"Weshalb werden junge Mädchen in die Gesellschaft eingeführt? Doch nur, weil sie nach dem heiligen Stand der Ehe streben. Was führt sie herdenweise in die Badeorte? Was lässt sie eine endlose lange Saison hindurch bis morgens um fünf auf dem Parkett aushalten? Warum quälen sie sich mit Klaviersonaten ab? Warum spielen sie Harfe... weiter
Klagenfurt. (cb) "...Wenn man im Wald Angst hat, muss man Partisanenlieder singen." Das ist ein Satz aus Maja Haderlaps Siegertext "Im Kessel". Die Leichtigkeit und fast Beiläufigkeit, mit der sie die Historie der Kärntner Slowenen mit ihrer autobiographischen Geschichte verwebt... weiter
Klagenfurt. Die Kärnter Slowenin Maja Haderlap hat am Sonntag mit einem Auszug aus ihrem Romanerstling "Engel des Vergessens" den Ingeborg-Bachmann-Preis bei den 35. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gewonnen. Die zweisprachige Autorin, die bisher vor allem mit Lyrik-Veröffentlichungen von sich reden machte... weiter
Klagenfurt. Die Kärntner Slowenin Maja Haderlap erhält den Ingeborg Bachmann-Preis 2011. Darauf einigte sich die Jury des Lese-Wettbewerbs unter dem Vorsitz von Burkhard Spinnen am Sonntag in Klagenfurt. Der Hauptpreis der 35. "Tage der deutschsprachigen Literatur" ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Kärntner Landeshauptstadt gestiftet... weiter
Klagenfurt. Am dritten und letzten Tag des Wettlesens um den 35. Ingeborg-Bachmann-Preis im Klagenfurter ORF-Theater gab es keine wirklichen Höhepunkte. Während Leif Randt und Thomas Klupp die Jury wenigstens teilweise überzeugten, enttäuschten sowohl Anne Richter als auch Michel Bozikovic. Randts Romanauszug "Schimmernder Dunst über Cobycounty"... weiter
Klassiker zu Lebzeiten: Das wären sicher viele Schriftsteller gerne. Und wenn schon nicht zu Lebzeiten, dann zumindest posthum. Beliebtes Mittel dazu, sich den ultimativen Status zu sichern, ist die Werkausgabe bereits zu Lebzeiten. Günter Grass und Martin Walser fallen einem dazu ein - zwei Autoren, die sich vermutlich für Klassiker halten... weiter
Von Depressionen und Verfolgungswahn gequält, unfähig sein künstlerisches Niveau zu halten, erschoss sich vor 50 Jahren, am 2. Juli 1961, der amerikanische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway in seinem Haus in Ketchum. Es war das Ende eines Leidensweges, der in der Kindheit begann... weiter
Barbara Frischmuth legt in ihrer Prosa Wert auf gut gewählte erste Sätze. Wagemutig beginnt sie ihre absurden Tiergeschichten "Die Kuh, der Bock, seine Geiß und ihr Liebhaber" mit den Worten: ",Was solls, sagte die Kuh, die am Herd stand, ,von einem Ochsen kann man nicht mehr erwarten, als ein gutes Stück Rindfleisch"... weiter