Die Welt ist in stetiger Veränderung. Kleine und größere Revolutionen finden unaufhörlich statt. Ein Blick in die arabische Gegenwart genügt, um zu merken, dass der Drang zur Veränderung auch heute so stark wie eh und je ist. Wer von den modernen Revolten hört und liest, wird mit der Schlagkraft des Internets konfrontiert. Die digitalen Medien spielen eine Rolle beim Aufbegehren gegen den Ist-Zustand. Matthias Bernold und Sandra Larriva Henaine haben sich in ihrem Buch "Revolution 3.0" mit den modernen Rebellen beschäftigt und zehn dieser sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten porträtiert.
Dabei wird eines allerdings gleich klar. Revolutionen finden auch heute noch zunächst im Kopf statt. Die modernen Techniken sind meist nur Mittel zum Zweck. "Twitter hat wahrscheinlich mehr Lob bekommen, als es verdient", stellt etwa die ägyptische Aktivistin Sarrah Abdelrahman fest. Manch ein Aufbegehren gegen vorhandene Machtstrukturen wäre wohl auch ohne digitale Waffen entstanden.
Dass der Kampf gegen Institutionen aber alle Schranken der Ideologie durchbricht, wird in diesem sehr akkuraten Buch deutlich. Der Schweizer Daniel Model bekämpft etwa den Staat an sich und entwickelt neoliberale Visionen mit starken Übermensch-Anklängen. Revolutionen haben halt kein Mascherl.