Sie ist ein Fixstern im österreichischen Kulturleben und eine
leidenschaftliche Botschafterin des Tarockspiels: Lore Krainer
veranstaltete am Samstag im Wasserschloss Kottingbrunn, unterstützt von
Christian Schäffer, ihr traditionelles Turnier im Rahmen des "Wiener
Tarockcups".
Die "Kraineriade im Wasserschloss" gewann Stefan Schwalm (227 Punkte), der sich damit erstmals in die Siegerliste eintragen konnte, vor Christian Schäffer (211 Punkte) und Ingeborg Rathner (180 Punkte). Die kompletten Ergebnisse können hier heruntergeladen werden.
Am Mittwoch wurde Lore Krainer dann im Wiener Rathaus das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" verliehen. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny würdigte Lore Krainer als "Initiatorin und treibende Kraft hinter dem Gugelhupf".
Die Kabarettsendung "Guglhupf" thematisierte jeden Sonntag auf Ö 1 das aktuelle politische Geschehen. Mailath-Pokorny deklarierte sich als Fan dieser Sendung: "Mit dem Guglhupf konnte man die vergangene politische Woche Revue passieren lassen – für mich war das immer ein Fixpunkt am Sonntagmorgen – noch dazu zu einer erträglichen Zeit." Kammerschauspielerin Elfriede Ott, Kammersänger Heinz "Honzo" Holecek, Günther Frank, Kammerschauspieler Robert Meyer, Direktor der Volksoper, und Tarockfreunde aus dem engen Bekanntenkreis der Künstlerin waren gekommen, um der Feierstunde im Wappensaal des Wiener Rathauses beizuwohnen.
Prikopa: "Krainer wurde zur Marke im Bereich der Kunst!"
Herbert Prikopa, der zusammen mit der Künstlerin geehrt wurde, hielt die Laudatio: "Krainer war früher in der Steiermark der Name einer Dynastie von Landeshauptleuten und der Name einer Wurst. Heute ist Krainer eine Marke im Bereich der Kunst". In seiner humorvollen Rede hob Prikopa auch das reiche künstlerische Schaffen der gebürtigen Steirerin hervor, ihre Mitwirkung in Fernsehsendungen wie "Seniorenclub", ihre Kabarettprogramme und besonders ihre Tätigkeit beim "Guglhupf": "Lore Krainer hat unzählige Lieder und Couplets komponiert und getextet. Alleine für jede Guglhupf-Sendung musste sie drei neue Lieder vorstellen, und das bei einer Laufzeit von 31 Jahren mit über Tausend Sendungen!"
Außerdem sprach der Laudator auch Lore Krainers Tarockleidenschaft an. Er zitierte Johann Strauß, der von sich sagte: "Im Tarock bin ich imstande, den Mitspielenden das Beuschel aus dem Leib zu reißen " Solch ein Gedanke wird auch Lore Krainer nachgesagt. Einer der kecksten Sprüche, der ihr nach Aufnahme eines katastrophal schlechten Blattes entfläucht ist, lautet: "Geben kannst aa ned!"
Lore Krainer hat immer frisch von der Leber weg geredet und sich niemals irgendwo angebiedert. Dieser Linie blieb sie auch im Rathaus treu. Anstelle einer langen Dankesrede ging sie zum Klavier und spielte ein satirisches Lied über die Gemeinde Wien und über die Wiener.
Nächstes Turnier in der Lobau
Der "Wiener Zeitung"-Tarockcup wird am Samstag, dem 15. Oktober fortgesetzt. Das Lobauer Tarock im Roten Hiasl www.roterhiasl.at wird von Brigitta Chmelar (Tel. 0699/10360228) organisiert. Einlass: 12 Uhr, Registrierung: 13 Uhr, Spielbeginn: 14 Uhr. Der Turnierkalender der Saison 2011/12 kann hier als PDF abgerufen und ausgedruckt werden. Auch die Spielregeln stehen hier als Download zur Verfügung.
Schäffer führt weiterhin in der Gesamtwertung
Als Führender in der Cupwertung 2011/12 wird der Kottingbrunner Christian Schäffer in den Roten Hiasl kommen. Er führt vor Albert Steinwender und Erich Rothschedl. Der komplette Zwischenstand kann hier abgerufen werden.
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