
Wer in die Innenstadt will, verzichtet zunehmend auf das Auto und nutzt das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel. Mit Straßenbahn und U-Bahn ist man ja von fast jeder Ecke der Stadt in wenigen Minuten in der City. Dort ist aber dann die Fortbewegung mit Öffis ein wenig mühsam. Die altbewährten City-Busse haben seit einigen Wochen zum Teil eine neue Streckenführung. Wer früher mit dem 3A vom Schottenring zum Schwarzenbergplatz gelangte, muss nun umdenken und umsteigen: nicht einmal, sondern zweimal. Besucher der Innenstadt können den Umstiegzirkus mit veränderter Zufahrt noch relativ einfach abfangen, die Bewohner können sich nun damit abfinden.
Und man tut dies ja auch. Denn eigentlich sind die City-Busse ja gar nicht für die Bewohner gedacht, sonst würden sie keine Sonntagspause einlegen. Früher, vor der verlängerten Samstagöffnung, war ja schon Samstag Mittag Betriebsschluss. Wir City-Einwohner dürfen sie gnadenhalber mitnutzen, und wir sind dankbar dafür. Dass nun die Linienänderung zunächst ohne Einbindung der Bevölkerung geplant war, bestätigt diese These. Was nicht für uns gedacht ist, soll auch nicht von uns mitgestaltet werden.

Der Grund für die Linienänderung ist allerdings kurios. Die Busse dürfen nicht mehr durch die Fußgängerzone fahren, da dies zu gefährlich sei. Jahrzehntelang taten sie das, ohne große Beschwerden – und auch die Bevölkerung wurde durch die Bus-Gefahr nicht dezimiert. Man sah und hörte die roten Flitzer, und lernte ihnen auszuweichen. Mit Radfahrern hatte und hat man da mehr Mühe. Viel schlimmer ist es allerdings jeden Vormittag, wenn unzählige Lieferwagen und Privatautos die Fußgängerzone als normale Straße betrachten.
Doch es wird alles besser. Man will die neuen City-Bus-Routen evaluieren: Den verstümmelten 3A-Kurs zwischen Schwedenplatz und Schottenring und die seltsame Verbindung zwischen Schwarzenbergplatz und Mariahilfer Straße. Was das bringen soll, ist klar: Schlechtere Linienführung bringt mehr Fahrgäste, also weiterverschlechtern oder schlechtere Linienführung bringt weniger Fahrgäste, also endlich einstellen.
Die Forderung der Einwohner, endlich die Linien zu optimieren, etwa durch die Verlängerung des 1A bis zu Wien Mitte, oder des früheren 2A bis zum Karmelitermarkt, stößt weiter auf taube Ohren. Für uns City-Bewohner heißt es einmal mehr, sich auf die eigenen Füße zu verlassen. Das hält jung und gesund. Und auch die Älteren können es positiv sehen. Nun dürfen sie nicht nur am Sonntag zu Hause bleiben.
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