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  • Artikel vom 03.12.2011, 06:00 Uhr

Stadtleben

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Eine Wiener Institution mit Weltruf


Von Christina Mondolfo
  • Als 1876 die Brüder Pach das Café Central gründeten, ahnten sie nicht, welche Berühmtheit dieses "Institut für Genuss und Müßiggang" einst erlangen würde.

 - © Café Central

© Café Central

Stundenlang bei einer Tasse Kaffee sitzen, eine Zeitung oder ein Buch dabei lesen oder gemütlich mit Freunden plaudern, wo könnte man das besser als in einem Wiener Kaffeehaus? Und wenn es dann vielleicht noch das altehrwürdige Café Central im Palais Ferstel in der Herrengasse ist, dann ist das schon etwas Besonderes. Immerhin 135 Jahre hat dieses "Institut für Genuss und Müßiggang" schon auf dem Buckel, aber nichts von seiner Grandezza, seiner Geschäftigkeit und seinem Glanz verloren. Obwohl, es sah nicht immer so gut aus für dieses Kaffeehaus, dessen Räumlichkeiten anfangs von der Börse genutzt wurden. Um die Jahrhundertwende war es nicht nur ein beliebter Treffpunkt der Reichen und Schönen (aber auch nicht so Schönen), sondern vor allem der Künstler und Gelehrten. Für die Schriftsteller Franz Kafka, Alfred Polgar, Robert Musil, Hugo von Hofmannsthal oder Arthur Schnitzler war das Café Central ihre Kreativwerkstatt, der Vater der Psychoanalyse, Siegmund Freud, führte angeregte Diskussionen und der Literat Peter Altenberg gab das Café Central sogar als seine Wohnadresse an. Eine lebensgroße Figur dieses fein- und scharfsinnigen Beobachters menschlicher Schwächen begrüßt übrigens heute jeden Gast, der das Café betritt . . .

Information

BUCHTIPP:
"Café Central. Wiener Genusskultur einst und jetzt", von Werner Meisinger/Rudolf Novak/Herbert Lehmann, Eigenverlag der Palais Events Veranstaltungen GmbH, 18,90 Euro.

Noch mehr Wissenswertes, Amüsantes und Scharfsinniges gibt es im neuen Buch über das Café Central nachzulesen:
Werner Meisinger und Rudolf Novak sind den Spuren der Wiener Kaffeehauskultur gefolgt, haben die Geschichte des Café Central aufgearbeitet, beschreiben einen Tag in dieser traditionsreichen Institution - und geben sogar einige köstliche Rezepte jener Speisen preis, mit denen Tag für Tag die Besucher des Cafés verwöhnt werden. Und dank der wunderschönen Bilder von Herbert Lehmann hat man das Gefühl, mittendrin und richtig dabei zu sein.

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Als 1918 die Donaumonarchie zerbrach, wurde es stiller um den ehemaligen Treffpunkt der geistig-künstlerischen Elite. 1925 schloss das Café Central für ein Jahr seine Pforten, um nach umfangreichen Verschönerungs- und Verbesserungsarbeiten 1926 als Café-Restaurant wieder zu öffnen. Doch 1943 schien endgültig Schluss mit der Herrlichkeit, das Café Central wurde dem Verfall und dem Vergessen preisgegeben. Aber Wien ist anders und da weder das Palais noch die ehemals rauchgeschwängerten Räumlichkeiten des Cafés zu einer Bank- oder Supermarktfiliale umfunktioniert worden waren, stand 1982 nach hohen Investitionen in die Renovierung einer Wiedereröffnung des Café Central nichts mehr im Wege. Im Arkadenhof veranstaltete der ORF seine berühmten "Café Central"-Diskussionsrunden, später wurde das Ambiente im Studio nachgebaut. Heute bietet das Café Central in der angestammten Säulenhalle süße und pikante Wiener Gastlichkeit, veredelt mit etlichen Kaffeespezialitäten aus der langen Tradition der Wiener Kaffeezubereitung: Pierre Reboul sorgt für die Köstlichkeiten aus der Patisserie, Bernhard Laimer schwingt Kochlöffel und Co.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-11-30 17:50:07
Letzte Änderung am 2011-12-02 11:02:08


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Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

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