Wien. Ein Materialfehler in einem Pumpenflansch gilt laut "Wiener Kühlhaus" als wahrscheinliche Ursache jenes Lecks in einer Ammoniakleitung, das am Dienstagabend im Bezirk Landstraße für einen Großeinsatz gesorgt hat. Aufgrund der austretenden Chemikalie wurde die Umgebung teilweise evakuiert, zudem wurden die Anrainer aufgefordert, in den Wohnungen zu bleiben. Schließlich gelang es, das daumengroße Loch abzudichten. Keiner der 62 medizinisch behandelten Personen wurde schwer verletzt.
Von den Verletzten wurden zwölf ambulant behandelt, 50 in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Laut KAV-Sprecherin Conny Lindner wurden 18 stationär aufgenommen. "Glücklicherweise ist keiner von ihnen schwer verletzt."
Kurzfristig gab es am Mittwochvormittag neue Aufregung, als von der benachbarten Filiale des Textil-Handelunternehmens Astro am Franzosengraben 9 gegen 11.15 Uhr die Rettung alarmiert wurde. Laut deren Sprecher, Ronald Packert, wurden zehn Leichtverletzte behandelt, einer davon ins Spital eingeliefert. Die Feuerwehr ermittelte bei ihren Messungen eine Ammoniak-Konzentration, die - zumindest zu diesem Zeitpunkt - unter dem Normalwert lag.
Unterdessen hat die Kriminalpolizei Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit aufgenommen. Einen entsprechenden Bericht des "Kurier" (Donnerstagausgabe) bestätigte Polizeisprecher Roman Hahslinger am Donnerstag der APA.