Wien. (rös) Geht es nach der Wiener ÖVP, soll künftig eine neue U-Bahnlinie, die U5, den in Bau befindlichen Hauptbahnhof erschließen. Denn 2025 rechnet man dort inklusive S-Bahn mit bis zu 120.000 Reisenden pro Tag. Und aus dem innerstädtischen Bereich würde nur die U1 zum Bahnhof führen, die schon jetzt an die Grenzen ihrer Kapazität stoße, kritisierten der nicht amtsführende ÖVP-Stadtrat Wolfgang Gerstl und Landesgeschäftsführer Alfred Hoch am Donnerstag.
Die U5 sollte im Endausbau - angelehnt an bereits existierende Plänen aus den 60er Jahren - von Dornbach, Hernals über die Alser Straße zum Rathaus und von dort weiter über die Pilgramgasse zum Hauptbahnhof führen. Beziehungsweise weiter zur Gudrunstraße, bis zum Leberberg nach Simmering.
Im ersten Ausbauschritt könnte die U5 von der projektierten Endstation der U2 bei der Gudrunstraße zur künftigen Station Hauptbahnhof führen, quasi als Kurzverbindung für jene Strecke, die der einst angedachte und wieder verworfene Cable-Liner übernehmen sollte. Aber das sei nur ein Teilaspekt, denn gerade der Nordwesten Wiens weise eine "Unterversorgung" in Sachen U-Bahn auf, meinte Gerstl. Davon seien immerhin 400.000 Wiener betroffen.
Für den ersten Bauabschnitt sollten schon jetzt die Röhren zwischen Südtiroler Platz und Gudrunstraße" gelegt werden - denn jetzt könne man noch "bei offener Bauweise" vorgehen, so Gerstl. Damit würde man sich zumindest in diesem Bereich eine Neuaufgrabung ersparen. Die Kosten für die sogenannte Leerverrohrung würden laut Gerstl rund 180 Millionen Euro betragen. Selbst Bürgermeister Michael Häupl habe im letzten Jahr gesagt, dass er über die "Vision einer U5" nachdenken wolle, erklärte Gerstl.
SPÖ strikt dagegen
Die SPÖ ließ allerdings kein gutes Haar an dem Vorschlag der ÖVP. Vor allem wehrte sich Verkehrssprecher Karlheinz Hora gegen die Behauptung, die U1 würde an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen: Selbst wenn das Verkehrsaufkommen über bestehende Prognosen ansteige, sei eine weitere Intervallverdichtung um 25 Prozent möglich. Außerdem wäre der Bau einer U5 zu teuer. Eine U-Bahn durch dicht verbautes Gebiet koste pro Kilometer 200 Millionen Euro.
Und was den Hauptbahnhof betrifft, so sei dieser durch mehr als ein halbes Dutzend S-Bahnlinien, einer U-Bahn-, drei Straßenbahn- und zwei städtischen Buslinien ausreichend öffentlich angebunden, so Hora.
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