Wien.

Diese Woche überraschten Astronomen mit der Nachricht, eine weitere möglicherweise bewohnbare "Super-Erde" aufgespürt zu haben. Der Planet mit der Katalognummer GJ 667Cc kreise 22 Lichtjahre entfernt im Sternbild Skorpion in der Milchstraße um einen Zwergstern. Er habe eine Distanz zu seiner Sonne, in der lebenswichtiges Wasser flüssig wäre (die "Wiener Zeitung berichtete). Laut den Forschern des Carnegie Science Institute in Washington ist GJ 667Cc der "neue beste Kandidat dafür, Leben, wie wir es kennen, zu unterstützen."
Bestenfalls Rückschlüsse
Allerdings ist Leben auf anderen Planeten schwer nachzuweisen. Denn selbst über die Existenz von Wasser, einer brauchbaren Atmosphäre und die Beschaffenheit der Oberfläche lassen sich von der Erde aus bestenfalls Rückschlüsse ziehen. Mit den Weltraumteleskopen CoRoT und Kepler suchen Astronomen nach Planeten bei fremden Sternen. Ihre Auswahl in der galaktischen Nachbarschaft fällt auf solche, die unserer Sonne ähnlich sind. Die Forscher gehen davon aus, dass die dortigen Begebenheiten die hiesigen spiegeln. Demnach muss ein Planet nahe zu seinem Heimatstern kreisen, damit Wasser nicht friert. Als kalter Planet würde er zudem nur wenig Gas verlieren und - wie Jupiter - zu einem Gasplaneten werden.
Die Weltraumteleskope können die Planeten nicht direkt sehen. "Astronomen beobachten Helligkeitsschwankungen vor Sternen", sagt Thomas Bergauer vom Institut für Hochenergiephysik (Hephy) in Wien: "Daraus leiten sie Planeten ab. Aufgrund der Stärke der Abschwächung und der Häufigkeit des Auftretens errechnen sie die Größe des Planeten und wie lange er braucht, um seine Sonne zu umrunden." Bei ihrer Suche stoßen die Forscher jedoch auch auf Planeten-Systeme, die sich anders verhalten als unser Sonnensystem. "Statt kleinen Gesteinsplaneten - ähnlich wie Venus - in der Nähe des Sterns zu finden, haben Satelliten Planeten in der Größe des Gasriesen Jupiter entdeckt", berichtet Jörg Weingrill vom Institut für Weltraumforschung der Akademie der Wissenschaften im Online-Magazin science.orf.at. Auch hätten andere sonnenähnliche Sterne stärkere Eruptionen. Auf anderen Planeten in bewohnbaren Zonen könnte es also durchaus wild und stürmisch zugehen.