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  • Artikel vom 17.02.2012, 12:26 Uhr

Mensch

Update: 17.02.2012, 12:40 Uhr
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Münchner Studie mit beunruhigenden Ergebnissen

Kaiserschnitt erhöht das Risiko für Typ 1 Diabetes


  • Entbindung per Kaiserschnitt wirkt auf Beschaffenheit der kindlichen Darmflora und damit auf das Immunsystem ein.

Das erhöhte Diabetes-Risiko bei Kaiserschnitt trat unabhängig davon auf, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft, Frühgeburt oder um das Erstgeborene handelte. Auch der Geburtsmonat und Rauchen während der Schwangerschaft hatten keinen Einfluss. - APAweb

Das erhöhte Diabetes-Risiko bei Kaiserschnitt trat unabhängig davon auf, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft, Frühgeburt oder um das Erstgeborene handelte. Auch der Geburtsmonat und Rauchen während der Schwangerschaft... APAweb

München. Die Geburt mittels Kaiserschnitt ist wieder in Mode gekommen. War vor weinigen Jahrzehnten eine Welle der möglichst natürlichen "alternativen" Geburtsmethoden ein Thema, sind nun schnelle, schmerzlosere Eingriffe durchaus üblicher. Kritiker orteten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder eine unnötige Häufung von Kaiserschnitt-Geburten, während es von Seite der Ärzte wiederholt Stellungnahmen gab, die von einer Notwendigkeit dieser Maßnahme sprachen. Eine neue Studie aus München scheint diese Debatte nun neu anzuheizen.

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Per Kaiserschnitt entbundene Kinder haben laut einer Studie ein mehr als doppelt so hohes Diabetes-Risiko wie Kinder, die auf natürliche Art zur Welt gekommen sind. Zu diesem Schluss kommen deutsche Forscher in einer im Fachmagazin "Diabetes" publizierten Langzeitstudie.
 
Die Wissenschafter der Technischen Universität München hatten den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entwicklung der Erkrankung bei 1.650 Kindern aus Risikofamilien untersucht. Die Studienteilnehmer wurden von Geburt an durchschnittlich elf Jahre lang beobachtet.

Mehr als doppelt so hohes Risiko  
Laut der Studie haben Kinder, deren Mutter oder Vater an Typ 1 Diabetes erkrankt ist und die per Kaiserschnitt geboren wurden, ein Risiko von 4,8 Prozent, bis zum zwölften Lebensjahr an Diabetes zu erkranken. Dagegen liegt das Risiko von Kindern mit familiärer Vorbelastung, die vaginal entbunden wurden, bei 2,2 Prozent.

  Das erhöhte Diabetes-Risiko bei Kaiserschnitt trat unabhängig davon auf, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft, Frühgeburt oder um das Erstgeborene handelte. Auch der Geburtsmonat und Rauchen während der Schwangerschaft hatten keinen Einfluss.

  "Eine Erklärung für diese Ergebnisse ist die Tatsache, dass die Entbindung per Kaiserschnitt auf die Beschaffenheit der kindlichen Darmflora und damit auf das Immunsystem einwirkt", sagte Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler. Das könne dazu führen, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richte.

  Unter den Mikroorganismen, die den Darm besiedelten, ließen sich bei Kindern, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen seien, zum Beispiel weniger Bifidobakterien - nützliche Darmbakterien - nachweisen. Somit sei die Darmflora dieser Kinder bereits der gestörten Darmflora von Diabetikern ähnlich, sagte Ziegler.




Schlagwörter

Diabetes, Kaiserschnitt

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-17 12:38:55
Letzte Änderung am 2012-02-17 12:40:01


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