• 24. Mai 2012

  • RSS abonnieren
  • Wiener Zeitung auf Facebook
  • Auf Twitter verfolgen

Sie sind hier:


  • Artikel vom 08.11.2011, 12:02 Uhr

Natur

Update: 08.11.2011, 12:14 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Kritiker fürchten Monopolisierung der Ernährung

Europäisches Patentamt verhandelt über Patent auf "Schrumpeltomate"


  • Die sogenannte Schrumpeltomate ist besonders gut zur Herstellung von Ketchup geeignet.
  • Das israelische Landwirtschaftsministerium hält das Patent, Unilever legte Einspruch gegen das Patent ein.

Umweltschutzaktivisten protestieren am Dienstag vor dem Europäischen Patentamt (EPA) in München mit einem Schild mit der Aufschrift "Nein zu Patenten auf Pflanzen und Tiere" neben einer symbolischen Tomate gegen die Patentierung von Saatgut und Pflanzen. In der Behoerde findet zeitgleich eine Anhörung zum Patentstreit um die sogenannte Schrumpeltomate statt, wie die Initiative "Keine Patente auf Saatgut" mitteilte. - APAweb/dpa

Umweltschutzaktivisten protestieren am Dienstag vor dem Europäischen Patentamt (EPA) in München mit einem Schild mit der Aufschrift "Nein zu Patenten auf Pflanzen und Tiere" neben einer symbolischen Tomate gegen die Patentierung... APAweb/dpa

München. Vor dem Europäischen Patentamt (EPA) in München hat am Dienstag eine mündliche Verhandlung über einen Fall begonnen, der von weitreichender Bedeutung für die Patentierbarkeit von Pflanzen sein kann. Die Technische Beschwerdekammer des EPA muss über ein in zehn europäischen Staaten gültiges Patent auf Tomaten mit einem geringen Wassergehalt entscheiden.

Werbung

Die sogenannte Schrumpeltomate ist besonders gut zur Herstellung von Ketchup geeignet. Das israelische Landwirtschaftsministerium hält das Patent auf diese Tomatensorte und alle daraus gewonnenen Produkte, der Konzern Unilever legte Einspruch gegen das Patent ein.

"No patents on seeds"
Die Kritik an dem Tomaten-Patent bezieht sich darauf, dass in erster Linie ein biologisches Züchtungsverfahren patentiert worden sei. Dieser Kritik von Unilever schloss sich auch das Bündnis "No patents on seeds" an, zu dem unter anderem die Umweltschutzorganisation Greenpeace und das katholische Hilfswerk Misereor gehören. Nach ihrer Auffassung kann die Patentierbarkeit von gewöhnlichem, allein durch Zucht erstellten Gemüsesorten dazu führen, dass die Grundlagen der Ernährung monopolisiert werden. Wegen der ähnlichen Sachlage verband das EPA den Fall der "Schrumpeltomate" mit dem Fall eines ebenfalls umstrittenen Brokkoli-Patents.

Ende vergangenen Jahres hatte das EPA grundsätzlich entschieden, dass Auswahl- und Züchtungsverfahren, die nur in der sexuellen Kreuzung des gesamten Genoms von Pflanzen bestehen, nicht patentierbar sind. Der Tomaten-Fall ist der erste, der nach dieser Grundsatzentscheidung konkret entschieden wird. Der Sprecher von No patents on seeds, Christoph Then, sagte auf Anfrage, es sei davon auszugehen, dass zumindest das Züchtungsverfahren aus dem Patent herausgetrennt werden müsse. Die Frage sei aber, ob die durch das Verfahren gewonnene Tomate patentierbar bleibe.




Schlagwörter

Patente, Schrumpeltomaten

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-11-08 12:11:26
Letzte Änderung am 2011-11-08 12:14:09


Beliebte Inhalte



Einen vom Bundesdenkmalamt als "sensationell" eingestuften Fund haben Archäologen unter dem Gelände der Burgruine Reichenstein in Tragwein im Bezirk Freistadt in Oberösterreich gemacht. Sie entdeckten große Teile einer alten Burg. - Foto: Archiv
  • Die Grabung ist noch gar nicht abgeschlossen, sodass weitere Entdeckungen nicht ausgeschlossen sind.
  • weiter

Jagd in Deutschland: Hohe Wildbestände und entsprechend viele geschossene Tiere. - © dpa/Philipp Schulze Nun geht auch einer der profiliertesten deutschen Forstexperten den Jägern an den Kragen. Er zielt aber nicht nur neidig auf deren Privilegien...weiter

Polleys "Flash-Matic" erinnert auf den ersten Blick eher an eine Gartenspritze als an eine Fernbedienung. Und doch war der kleine Apparat bei seinem Debüt im Jahr 1955 eine Sensation. Ab nun brauchte niemand mehr von seinem Sessel aufzustehen, wenn er das Programm umschalten wollte. Die Couch-Potato war geboren. - APAweb/AP Chicago. Ohne diesen Mann gäbe es keinen gemütlichen Fernsehabend: Der Amerikaner Eugene Polley erfand in den 1950er Jahren die erste kabellose...weiter

Ein charakteristisches Merkmal der Tiere ist nämlich ihre nach oben geöffnete Nasenöffnung. Von bekannten Arten unterscheiden sie sich vor allem durch ihr Fell. Es ist vollkommen schwarz, nur Ohrbüschel, Kinnbart und Po sind weiß abgesetzt. - Foto: Eva Hejda Göttingen. Die Genetik brachte den Beweis: Die von Forschern in Burma entdeckten stupsnäsigen Affen, die angeblich bei Regen niesen...weiter

Galaxien (hier NGC 247) scheinen vor uns und voreinander zu fliehen, und das mit einem immer höheren Tempo. Waltet hier die Dunkle Energie? - Europäische Südsternwarte, Chile (ESO)
  • Die "Dunkle Energie" ist den Wissenschaftern noch nicht sehr genau bekannt, aber sie könnte eines fernen Tages das Schicksal des Universums besiegeln.
  • weiter




Werbung




Schlagwörter



Pallas Athene, 1898
Gustav Klimt
Öl auf Leinwand

Vergessenes wurde wiederentdeckt. Im Naturhistorischen Museum freut man sich über die Belebung des Museums durch die Arbeit des Künstlers Daniel Spoerri. (Im Bild: "Austernschabracken-Pferdeskelett-Spießbock-Kümmerer" von Spoerri.) Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Werbung