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Adéla: Die neue Pop-Hoffnung kommt aus der Slowakei

3 Min
Als erste slowakische Künstlerin hat es Adéla mit „Ain’t in LA“ in die Billboard Hot 100 Charts geschafft.
© Illustration: WZ / Paul Kremsleithner. Bildquelle: Getty Images

Kolumne: Mit einem viralen Song über Migration mausert sich die slowakische Künstlerin Adéla gerade zum Main Pop Girl – und legt damit eine der spannendsten Pop-Überraschungen des Jahres hin.


„It can’t always be LA or Berlin, some of us have to hold it down im Burgenland“: So lautet das neueste Pop-Meme, das gerade durch unsere Feeds flattert. Im Hintergrund ist der Song „Ain’t in LA“ von Sängerin Adéla zu hören – und der hat einen ernsteren Background, als die Memes zum Track vielleicht vermuten lassen.

Virale Pop-Hymne für und über Migrant:innen

Die slowakische Künstlerin besingt auf dem viralen Hit nämlich das Leben all jener Menschen, die nicht das Privileg hatten, an Orten wie Los Angeles – soll heißen: tendenziell eher reich und mit guten Beziehungen – aufzuwachsen. „Ain’t in LA“ ist eine Pop-Hymne für und über Migrant:innen, über ein Leben mit begrenzten Möglichkeiten, den sozialen Aufstieg und den großen Wunsch nach mehr. All das kennt Adéla selbst nur zu gut: „Diesen Song habe ich über LA geschrieben – und darüber, was die Stadt dank all den Migrant:innen wie mich ist (...)“, sagte sie bei einer Live-Performance.

She shares a room with her younger brother

Clothes secondhand from her best friend's mother

Cut 'em all up, yeah, she got her own style

Madonna on the wall next to Destiny's Child

Textzeilen wie diese sind für Adéla nicht einfach nur ein Mittel, um ein Bild in den Köpfen ihrer Fans zu zeichnen, sie waren und sind Teil ihrer Lebensrealität und der ihrer Familie. Ihre Mutter musste sich, ähnlich wie in den Lyrics beschrieben, ein Zimmer mit drei Geschwistern teilen, das sie mit geschmuggelten Pop-Postern tapezierte. „The baddest bitch on earth“, schreibt Adéla zu einer Insta-Liebeserklärung samt nostalgischem Beweisfoto.

„Wir haben etwas zu beweisen“

Bekannt wurde Adéla durch die 2023er Netflix-Show „Pop Star Academy“, die die Entstehung der Girlgroup Katseye dokumentiert.. Adéla flog zwar relativ früh aus der Show, konnte sie aber trotzdem als Sprungbrett nutzen – schon damals sagte ein Macher der Show, dass Adéla definitiv eine Solo-Künstlerin sei. Die Zeit danach nutzte sie, um sich soundtechnisch auszuprobieren – und den Sprung in die internationale Popstar-Liga zu wagen.

In einem Interview spricht sie darüber, wie hart genau dieser Sprung für sie war: „Ich bin eine weiße Frau, also habe ich viele Privilegien. Aber ich komme aus der Slowakei, und es ist schwierig, es in Sachen Popmusik da raus zu schaffen. (...) Niemand arbeitet so hart wie Migrant:innen. Niemand arbeitet so hart wie jemand, der sich nicht zuhause fühlt. Wir haben etwas zu beweisen, und das habe ich genutzt.“

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Die harte Arbeit hat sich allem Anschein nach ausgezahlt: Als erste slowakische Künstlerin hat es Adéla mit „Ain’t in LA“ in die Billboard Hot 100 Charts geschafft. Mit einem Song über Träume, Herkunft und Hoffnung – in einer Zeit, in der die Rechte von Migrant:innen in den USA Tag für Tag unter Beschuss stehen. Ein Durchbruch, der Hoffnung macht und einen POV in die Pop-Landschaft bringt, der gefehlt hat.

Die freie Journalistin, Autorin und Popkultur-Expertin Verena Bogner schreibt alle zwei Wochen eine Kolumne für die WZ.


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