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Von der Altersarmut in die finanzielle Unabhängigkeit 

Genese 

Die Autorin selbst sieht es in ihrem Umfeld: Immer noch beschäftigen sich zu wenig junge Frauen mit ihrer Altersvorsorge, obwohl ihre Mütter oft nur mit Mindestpensionen auskommen müssen. Die Finanzen, besonders wenn Kinder und Karenz anstehen, überlassen sie lieber dem Partner – oft liegt das an einer Unwissenheit über Konsequenzen und Maßnahmen. Es wird Zeit, dass Frauen auf eigenen finanziellen Standbeinen stehen. Ein paar Lösungen möchte Lauren Seywald mit ihrem Artikel aufzeigen. 

Gesprächspartnerinnen 

Larissa Kravitz. Mit 14 Jahren kaufte sie ihre erste Aktie, mit 20 Jahren begann sie als Aktienhändlerin zu arbeiten. Sie studierte Bank- und Finanzwirtschaft und Finance. Zwanzig Jahre arbeitete Kravitz in internationalen Banken, Immobilienfonds, Start-ups und Energiekonzernen. Sie hat eine Aktien- und Derivathandelslizenz sowie ein Strom- und CO2-Zertifikate-Handels-Diplom und zahlreiche Branchenqualifikationen wie die Vermögensberater-Prüfung. 2019 hat sich Kravitz als „Investorella“ selbstständig gemacht und gibt Frauen ihr Finanzwissen weiter.

Christine Mayrhuber ist Ökonomin am WIFO (Österreichs Institut für Wirtschaftsforschung) und arbeitet seit 1999 in der Forschungsgruppe Arbeitsmarktökonomie, Einkommen und soziale Sicherheit. Sie forscht unter anderem zu Fragen der Einkommensentwicklung und Einkommensverteilung und zur Struktur und Finanzierung der Pensionsversicherung. Ihre Projekte für nationale und europäische Auftraggeber (EU-Parlament) umfassen Fragen der Alterssicherung aus einer Genderperspektive. Sie ist langjähriges Mitglied der Kommission zur langfristigen Pensionssicherung in Österreich. 

Gudrun Steinmann ist Leiterin der Finanzbildung der Schuldenberatung Wien vom Fonds Soziales Wien (FSW). Die studierte Sozialarbeiterin verfügt über fundiertes Fachwissen rund um die Themen Geld, Finanzen und Konsum. Seit 2007 ist sie als zertifizierte Schuldenberaterin tätig und hilft Menschen bei finanziellen Problemen, Schuldenregulierung und begleitet sie bei Privatkonkursverfahren. 

Marietta Babos hat ihr Doktoratsstudium in der Schweiz in Banking & Finance abgeschlossen und 2018 „Damensache” gegründet. Auf der unabhängigen Finanzberatungsplattform und als Provisionsberaterin unterstützt Babos mit ihrem Team Frauen bei ihrer finanziellen Altersvorsorge. Das Finanzberatungsangebot von Babos' Plattform „Damensache” wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem Minerva Award. 

Daten und Fakten 

Die drei Säulen der Altersvorsorge: 

  • Staatliche Alterspension: Ist im Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (ASVG) und im Allgemeines Pensionsgesetz (APG) festgehalten. Anspruch auf die Auszahlung haben Personen, die ab dem 1. Jänner 1955 geboren sind und einen gewissen Zeitraum versichert waren (mehr Infos hier

  • Betriebliche Pension: Die betriebliche Altersvorsorge ist eine freiwillige Sozialleistung der Arbeitgeberin bzw. des Arbeitgebers, die auf einem kapitalgedeckten System basiert. Geregelt ist sie im Betriebspensionsgesetz. (mehr Infos findest du hier

  • Private Vorsorge: Dazu zählen alle Schritte, die ein Mensch mit seinem eigenen Kapital setzt, um sich für das Alter abzusichern. Die Maßnahmen reichen von Lebensversicherung bis zu Investitionen in Wertpapiere, Edelmetalle und Immobilien.  

Der Gender-Pay-Gap ist die geschlechtsspezifische Gehaltslücke. Das bedeutet Frauen bekommen für dieselbe Arbeitsleistung weniger gezahlt als Männer. Ein strukturelles Problem, das bereits 1957 in der EU definiert wurde (mehr dazu auf der Seite des EU-Parlaments) 

Mit unbezahlter Care-Arbeit sind die Haushalts- und Betreuungsleistungen gemeint, die überwiegend Frauen ausüben. Die ungleiche Verteilung der unbezahlten Arbeit ist eine zusätzliche Komponente für das geringere Einkommen beziehungsweise die niedrigere Pension von Frauen gegenüber Männern. (Tipps, wie sich Familien die Care-Arbeit gerecht aufteilen, gibt es hier ) 

Quellen

Persönlicher Inflationsrechner der Statistik Austria

https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/einkommen-und-soziale-lage/armut 

Pressemitteilung der Statistik Austria: „Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern trotz Rückgang über dem EU-Durchschnitt“

Parlamentarische Anfrage vom 31.03.2023: Nr. 14062/J der Abgeordneten Ecker betreffend Altersarmut im Jahr 2022 

Deutsche Finanzexpertin „Madame Money Penny“ erklärt Aktien.

Weiterführende Links 

Pensions-Check

Allgemeines Pensionsgesetz  

Prognose der Arbeiterkammer zur staatlichen Pension 

„Ageing Report 2021“ der EU-Kommission  

Rechner der FSW Schuldenberatung

„Investorella“-Podcast

Zukunftsrechner von „Damensache”

Wie man mit dem Partner über Geld spricht

Das Thema in anderen Medien 

Der Standard: Larissa Kravitz: "Frauen kümmern sich um Kleinkram, Männer um große Investitionen"

Die Presse: Die finanzielle Kunst der Anpassung: Wie investiere ich in welcher Lebensphase? (Podcast)

Die Presse: Frauen leben länger. Aber wovon?

Salzburger Nachrichten: Was Arbeiten in Teilzeit für die Pension bedeutet

FAZ: Die Angst vor dem Alter