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Das moralische Dilemma der Geiselbefreiung

Genese 

Wie ist der Deal zur Geiselbefreiung einzuschätzen – nicht zuletzt angesichts der Doktrin, mit Geiselnehmern nicht zu verhandeln? Edwin Baumgartner versucht, sich mit der moralischen Problematik analytisch auseinanderzusetzen.

Daten und Fakten 

  • Die israelische Regierung hat in der Nacht auf 22. November 2023 nach langem Ringen einem Abkommen zugestimmt, das die Freilassung von 50 von der Hamas verschleppten Geiseln vorsieht. Im Gegenzug dazu sollen palästinensische Gefangene freigelassen werden. Ebenso soll eine vorerst auf vier Tage angesetzte Feuerpause auf beiden Seiten eingehalten werden. Danach sollen die Kämpfe fortgesetzt werden (Stand Mittwoch, 22. November 2023). 

  • Intifada (aus dem Arabischen für sich erheben", abschütteln") ist die Bezeichnung für zwei palästinensische Aufstände gegen Israel. Die erste Intifada, auch „Krieg der Steine“, begann 1987 mit zivilem Ungehorsam, der sich bis zu Terrorakten steigerte. Sie endete 1993 mit der Unterschrift unter dem Vertrag von Oslo, der die Schaffung der Palästinensischen Autonomiebehörde ermöglichte. Die Zweite Intifada begann im September 2000 und endete 2005 mit dem Waffenstillstand von Scharm El-Scheich. Die Folgen waren der Bau der Sperranlagen zwischen Israel und den Palästinensergebieten und der Räumung einiger israelischer Siedlungen im Westjordanland. Ob darauf folgende spätere Serien von palästinensischen Terrorakten gegen Israel als Intifada bezeichnet werden können, ist unter Experten umstritten.

  • Katar ist ein Emirat, das an der Ostküste der Arabischen Halbinsel am Persischen Golf liegt. Der Reichtum des Landes wurzelt in den Erdölvorkommen. Es ist ein multiethnischer Staat mit einem hohen Anteil an Migrant:innen. Der sunnitische Islam ist Staatsreligion. In Katar ansässigen Privatpersonen wird vorgeworfen, radikalislamische Terrorgruppen wie die Muslimbruderschaft, den Islamischen Staat, Al-Qaida, die Hisbollah und die Hamas mit Millionen von Dollar finanziert zu haben. 

  • Als Arabischer Frühling wird eine im Dezember 2010 beginnende Serie von Protesten, Aufständen und Revolutionen in den arabischen Staaten bezeichnet. Die Proteste, ausgehend von der Revolution in Tunesien, richteten sich gegen die autoritären Herrschaftssysteme. Verknüpft damit war die Hoffnung auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage in den betroffenen Staaten Algerien, Bahrain, Dschibuti, Irak, Jemen, Jordanien, Kuwait, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Tunesien und den palästinensischen Gebieten. Diese Hoffnungen haben sich in vielen dieser Staaten unter dem Einfluss radikal-islamischer Strömungen mittlerweile zerschlagen. 

  • Bei den Gaza-Wahlen 2006 trat die Hamas als „Partei der Gerechtigkeit“ an, sie war bürgerlich-zivil maskiert. Einer Umfrage zufolge waren rund 70 Prozent der Palästinenser:innen in Gaza, die diese Partei gewählt haben, zu diesem Zeitpunkt dafür, Israel als Staat anzuerkennen. 

  • Mohamed Bin Mubarak al-Khulaifi, 1946 geboren, ist ein Katarischer Diplomat, der derzeit im katarischen Außenministerium tätig ist. Zuvor diente er als Botschafter Katars in Kuwait und nahm diverse andere Positionen in der katarischen Spitzendiplomatie ein. Seine Ausbildung absolvierte al-Khulaifi in den USA an der Arizona University.

Quellen

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