Zum Hauptinhalt springen

Der Pop-Jahresrückblick für chronically online Girls & Gays

4 Min
Verena Bogner analysiert die spannendsten Pop-Ereignisse aus 2025.
© Illustration: WZ / Katharina Wieser

2025 neigt sich dem Ende zu. Zeit, auf das Jahr von Addison Rae, Lady Gaga und Labubu zurückzublicken.


„Nothing beats a Jet2 Holiday!“: Wer nicht weiß, wie der Text dieses Memes weitergeht, ist an dieser Stelle vielleicht mit einem anderen Jahresrückblick besser beraten. Wobei: Es ist nie zu spät, sich weiterzubilden!

Denn es war ein gutes Jahr für alle von uns, die noch genau wissen, wo sie waren, als der Coldplay-Kiss-Cam-Skandal unsere Feeds geflutet hat. Oder die sich mit ihren Friends darüber gestritten haben, ob Sabrina Carpenters „Man’s Best Friend“-Cover nun smarte Satire oder doch antifeministisch ist. Oder die viel Geld dafür zahlen würden, um zu erfahren, wer denn nun die „Madeline“ ist, über die Lily Allen auf „West End Girl“ singt. Also, bitte einsteigen, denn die Jet2-Maschine wartet auf niemanden!

Song des Jahres

Willst du dieses YouTube Video sehen? Gib den Youtube-Cookies grünes Licht.

Wiener Zeitung Logo

Cookie Einstellungen

Ohne Cookies funktioniert die Website wienerzeitung.at nur eingeschränkt. Für eine sichere und einwandfreie Nutzung unserer Website werden daher technisch notwendige Cookies verwendet. Für die Darstellung von Inhalten von Drittanbietern (YouTube und APA) werden Session-Cookies gesetzt. Bei diesen kann eine Datenübermittlung in ein Drittland stattfinden. Ihre Einwilligung zur Setzung genannter Cookies können Sie jederzeit unter "Cookie Einstellungen" am Seitenende widerrufen oder ändern. Nähere Informationen zu den verwendeten Cookies finden sich in unserer Datenschutzerklärung und in unserer Cookie-Policy.

Lasst es mich so ausdrücken: „Abracadabra, amor-ooh-na-na.“ Dass Lady Gaga mit ihrem Song „Abracadabra“ und dem dazugehörigen Album „Mayhem“ zu ihren Wurzeln zurückgekehrt ist, hätten sich ihre „Little Monsters“, wie die Fans sich nennen, wohl niemals erträumen lassen. Das ganze Jahr über bot Gaga eine Dark-Pop-Ära nach allen Regeln der Kunst, sparte dabei nicht an campy Ästhetik und dramatischen Visuals. Sie hat wieder einmal bewiesen: She is Mother.

Sonst noch: „Headphones On“ von Addison Rae, „Man of the Year“ von Lorde, „Who’s That“ von Ikkimel

Album des Jahres

Eine Künstlerin hat dieses Jahr allen Kritiker:innen endgültig gezeigt, dass sie mehr kann als TikTok-Tänze und Lipsync: Addison Rae. Sie hat die Pop-Girls der frühen 2000er geradezu studiert, erinnert auf der Bühne an eine frühe Britney und mauserte sich 2025 zu einem der liebsten Popstars des Internets. Ihr Album „Addison“ (das übrigens ausschließlich von Frauen produziert wurde!) muss man in diesem Jahr gehört und gefeiert haben.

Sonst noch: „Man’s Best Friend“ von Sabrina Carpenter, „LUX“ von Rosalía, „Debí Tirar Más Fotos“ von Bad Bunny

Pop-Surprise des Jahres

Viele kennen Songs wie „Lush Life“ oder „Symphony“ (ja, der von dem Delfin-Meme) aus dem Radio, aber nur wenige wussten bis vor Kurzem mehr über die schwedische Sängerin Zara Larsson. Darüber lässt sie sich in ihrer Prime-Doku „Up Close“ aus: Ihr fehle die kulturelle Relevanz, gibt sie frustriert zu.

Einen Schritt näher kam sie diesem Ziel 2025 mit ihrem Album „Midnight Sun“, einem sommerlichen Mix voller Pop-Bretter, die einen selbst in dieser tristen Jahreszeit direkt zurück an die Alte Donau versetzen. Waren ihre bisherigen Songs stabil, aber austauschbar, scheint Zara in diesem Jahr ihre ganz eigene Ästhetik und Nische gefunden zu haben. Und jetzt alle: I just wanna be part of your Symphony!

Sonst noch: PinkPantheress, Lily Allen, Sombr

TV-Moment des Jahres

Kurz vor Jahresende ereignete sich im Kardashian-Universum etwas ziemlich Spannendes: Kim K war zum ersten Mal Teil des Hauptcasts einer Serie. „American-Horror-Story“-Macher Ryan Murphy setzte mit Kim, Glenn Close, Naomi Watts und anderen großen Namen die Serie „All’s Fair“ um, die sich um ein girlbossy Anwältinnen-Büro dreht.

Kaum war die erste Folge zu sehen, hagelte es Null-Sterne-Reviews (ja, wirklich) – und das kann für alle Liebhaber:innen des popkulturellen Camp nur eines bedeuten: Das muss ich sehen! „All’s Fair“ ist eine Serie, die von den Outfits der Protagonistinnen, hölzernen One-Linern und vom bewundernswerten Selbstbewusstsein lebt, über jedem Cringe zu stehen. Mein Hot Take: Wäre Kim Kardashian nicht dabei, wäre die Show niemals so schlecht bewertet worden.

Sonst noch: Jonathan Bailey in „Jurassic World“, „White Lotus“, „Overcompensating“ von und mit Benny Drama

Chronically Online Moment des Jahres

Nach einem wilden Ritt zwischen Labubus, Katy Perrys Ausflug ins All und köstlichen Louvre-Memes entfachte eine virale Vogue-Headline hitzige Debatten: „Is Having a Boyfriend Embarassing Now?“, hieß es da.

In dem Text schrieb Kolumnistin Chanté Joseph, dass viele Frauen ihre Boyfriends nicht mehr auf Social Media zeigen würden, weil ihnen das zu „konservativ“ vorkomme – und ganz schön „uncool“ sei. Diese Frauen wollen das Bild, das sie nach außen abgeben, nicht länger durch ihre Beziehungen definieren, sondern sich selbst zum Main Character ihres Lebens (und ihres Feeds) ernennen. Wie das geht? Indem sie sich von der patriarchalen Erwartung lösen, eine romantische Beziehung führen zu müssen, um „vollständig“ zu sein. Ein guter Neujahrsvorsatz, wenn ihr mich fragt.

Sonst noch: Kendrick Lamars petty Super-Bowl-Auftritt, Performative Males, Justin Biebers „Is it clocking to you that I’m standing on business?“


Dir hat dieser Beitrag besonders gut gefallen, dir ist ein Fehler aufgefallen oder du hast Hinweise für uns - sag uns deine Meinung unter feedback@wienerzeitung.at. Willst du uns helfen, unser gesamtes Produkt besser zu machen? Dann melde dich hier an.


Infos und Quellen

Ähnliche Inhalte