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Die Macht der Lobbyist:innen

Genese

Bei der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai im Dezember 2023 sorgte ein Aufschrei von Nichtregierungsorganisationen für Aufmerksamkeit: 2.456 Lobbyist:innen für Kohle, Erdöl und Erdgas waren bei der COP28 akkreditiert – und damit mehr als alle Vertreter:innen der zehn durch die Erderwärmung am stärksten bedrohten Staaten zusammen, wie die öffentlich zugänglichen Daten des UNO-Klimasekretariats (UNFCCC) zeigten. Das setzte die Veranstaltung und ihre Intentionen in ein schlechtes Licht und warf die Frage nach dem Einfluss der Lobbyist:innen auf. Für Christina Mondolfo und Mathias Ziegler war das ein Anlass, dieses Thema näher zu beleuchten.

Gesprächspartner

Thomas Hofer, Politikberater, Autor und ehemaliger Innenpolitikredakteur des Nachrichtenmagazins profil

Daten und Fakten

Der Begriff Lobbyismus geht auf die Lobby, also die Vorhalle des Parlaments, zurück. Das kann sowohl die „lobia“ des römischen Senats sein als auch die Lobby des britischen Unterhauses oder des US-Kongresses – Lobbyismus hat also eine geschichtlich sehr lange Tradition. Auch das Antichambrieren, also das Vorstelligwerden im Vorzimmer eines einflussreichen Vertreters des Herrschers oder des Adels, gehört zum Lobbyismus. Es gibt verschiedene Formen des Lobbyings:

  • Inside-Lobbying: Darunter versteht man alle Strategien, die über direkte Kontakte mit der Politik (Briefe, E-Mails, Telefonate, persönliche Gespräche) deren Entscheidungen beeinflussen wollen.

  • Outside-Lobbying: Dabei sollen politische Entscheidungen über die Medien und die Mobilisierung der Öffentlichkeit (Demonstrationen, Pressekonferenzen, Verfassungsbeschwerden, Musterklagen) indirekt beeinflusst werden.

  • Graswurzelbewegung: Dieser Begriff ist eine Metapher für Initiativen, die in erster Linie von Privatpersonen ausgehen und von unten her in der breiten Bevölkerung – eben an der Graswurzel – entstehen und wirken.

Quellen

Das Thema in anderen Medien