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E-Autos: Wo es sich gut lädt

3 Min
In seiner Kolumne "Data to Go" erzählt Maximilian Hatzl kurze Geschichten anhand von Daten.
© Illustration: WZ / Katharina Wieser

Die Zahl an E-Autos in Österreich steigt. Doch für den Durchbruch der E-Mobilität braucht es eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Die WZ hat österreichweit rund 29.000 Ladepunkte ausgewertet und zeigt, welche Gemeinde besonders gut gewappnet ist.


    • In Wien wurden 2025 erstmals mehr E-Autos als Verbrenner neu zugelassen, österreichweit liegt der Anteil bei 25 %.
    • Jede dritte Gemeinde in Österreich hat noch keine Ladestation, obwohl es insgesamt über 29.000 Ladepunkte gibt.
    • Das neue Programm „eMove Austria“ investiert bis 2027 rund 480 Mio. Euro in den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur.
    • Anteil an E-Autos bei Neuzulassungen 2025 in Österreich: ca. 25 %
    • Öffentliche Ladepunkte in Österreich: 29.172 in 1.694 Gemeinden
    • Wien: 2.200 Ladepunkte für ca. 36.000 E-Autos, 100 davon Schnelllader mit über 150 kW
    • Investitionsprogramm „eMove Austria“: 480 Mio. Euro bis 2027 für Ladeinfrastruktur
    Mehr dazu in den Infos & Quellen

Langsam, aber sicher werden E-Autos auch in Österreich die Verbrennermotoren ablösen. Das zeigen jüngst veröffentlichte Daten der Statistik Austria und des Verkehrsclubs Österreichs (VCÖ).

Denn 2025 wurden in einzelnen Bezirken Wiens erstmalig mehr elektrisch betriebene Pkws zugelassen als klassische Verbraucher. Bundesweit hinkt die Statistik allerdings noch etwas nach: Nur knapp jede vierte Neuzulassung ist ein E-Auto.

Um die Mobilitätswende voranzutreiben, müssen weiterhin flächendeckend Ladestationen ausgebaut werden. Eine Station kann auch mehrere Ladepunkte aufweisen: Österreichweit gibt es aktuell 29.172 davon, in insgesamt 1.694 Gemeinden, zuzüglich der Wiener Bezirke. Somit weist österreichweit jede dritte Gemeinde nach wie vor keine einzige Ladestation auf.

Vergleicht man nun die Standorte der Ladepunkte mit der Anzahl an Einwohner:innen der jeweiligen Gemeinden, ergibt sich ein Ranking der Gemeinden, welche aktuell am besten für die Mobilitätswende gewappnet sind.

Auch die Ladeleistung zählt

Wenig überraschend schneiden Gemeinden mit weniger Einwohner:innen besser ab als größere Städte. Im Ranking helfen auch modernisierte Autobahnraststätten und Berghotels mit relativ vielen E-Ladepunkten pro Ladestation. Einwohner:innen in stark bewohnten Gebieten hingegen können dafür auf autofreie Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel zugreifen.

In Wien können die rund 36.000 zugelassenen E-Autos bei einer von 2.200 öffentlich zugänglichen Ladepunkte von Wien Energie aufgeladen werden. In der Regel laden diese mit 22 kW. Weitere 100 dieser Ladepunkte gelten auch als Schnelllader – also Ladepunkte mit einer Leistung von über 150 kW.

Bei einem schnell wachsenden Anstieg an neu zugelassenen E-Autos ist deshalb auch die Ladeleistung pro E-Auto wichtig und darf im ursprünglichen Ranking nicht außer Acht gelassen werden. Sie zeigt, welche Gemeinde beziehungsweise welcher Stadtteil auch mit der aktuellen Anzahl an E-Autos gut klarkommt.

Österreich: Weitere Investitionen

Derzeit liegt Österreich im Ausbau der Landeinfrastruktur im EU-weiten Spitzenfeld – unter anderem wegen der Förderschiene „E-Mobilitätsmanagement“. Diese wurde jedoch diesen Jänner vorzeitig beendet. Ein Rückschlag für den Ausbau?

Wien Energie sieht die Beendigung weniger kritisch, heißt es gegenüber der WZ. Zum einen sieht der Klima- und Energiefonds weiterhin die Förderung der E-Ladeinfrastruktur vor. Zum anderen wurde mit Juli 2025 das Programm „eMove Austria“ vorgestellt, welches in den nächsten zwei Jahren weitere 480 Millionen Euro in den Ausbau von Ladestationen investiert. Zusätzlich arbeite man mit internationalen Firmen zusammen, um den Ausbau voranzutreiben.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet ebenfalls eine europaweite Zunahme von öffentlichen Ladestationen. Grund dafür ist unter anderem die für die EU geltende Verordnung über den Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR). Diese schreibt ab 2025 für das gesamte Transeuropäische Verkehrsnetz alle 60 km eine Ladestation mit mehreren Ladepunkten vor – inklusive einem Schnelllader. Bis 2031 werden diese Vorgaben stufenweise verschärft. Auch hierzulande muss also weiterhin nachgerüstet werden.

Maximilian Hatzl ist seit 2025 Datenjournalist bei der WZ. In “Data to Go” bringt er einen Einblick in seine Arbeit, und erzählt mit Daten Geschichten. Alle Kolumnen von Max findest du hier.


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Infos und Quellen

Genese

Das Datenteam der Stuttgarter Zeitung veröffentlichte im Juni dieses Jahres eine Analyse über den landesweiten Ausbau der Landeinfrastruktur in Deutschland. Mit Beendung des „E-Mobilitätsmanagements“ und dem Eintreten von „eMove Austria“, sowie der ab 2025 phasenweise aufstockenden AFIR-Verordnung, braucht es auch für Österreich solch eine Analyse.

Gesprächspartner

  • Stefan Premm, Statistik Austria, Direktion Raumwirtschaft, Kraftfahrzeuge
  • Clara Kaindel, Kommunikationsmanagement, Wien Energie

Daten und Fakten

  • In der ersten Version der Kollumne gab es einen Fehler in der Zuweisung der Bezirke – dieser wurde nachträglich korrigiert.
  • In Europa stieg die Zahl der öffentlichen Ladepunkte im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 um mehr als 35 Prozent auf knapp über 1 Million.
  • Österreich ist EU-weit nach wie vor in den Top fünf, wenn es um die Infrastruktur von Ladestationen geht.
  • Mit 23. Jänner 2025 wurde die Programmausschreibung „E-Mobilitätsmanagement“ beendet. Mit 1. Juli wurde das neue Förderprogramm eMove Austria angekündigt.
  • Mit dem „Fit -for- 55“-Klimapaket hat die EU bereits 2014 eine Novellierung der „Verordnung über den Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ (AFIR) beschlossen.
  • Der Pkw-Bestand wurde von Statistik Austria zur Verfügung gestellt und nach den aktuell geltenden Gemeindestrukturreformen angepasst.

Quellen

Das Thema in der WZ

An der Realität vorbei: Wie es mit den E-Taxis läuft

Das Thema in anderen Medien

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