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Ein-Euro-Jobs auf der Bühne

Genese

WZ-Redakteurin Eva Stanzl machte vor einiger Zeit eine Ausbildung zur Kulturmanagerin. Sie schloss die Ausbildung zwar ab, entschied sich aber gegen einen Wechsel in die Kulturbranche, eben weil es nur schwer möglich ist, davon zu leben. Das Interesse für Kunst und Kultur sowie die Thematik der Gagen in dieser Sparte blieb.

Gesprächspartner:innen

  • Leon Eder (22) ist Musiker und Schlagzeuger der Band Leftovers und arbeitet im Musikmanagement für das Wiener Label Phat Penguin Records.

  • Evelyn Dawid, geboren 1967 in Wien, ist freiberufliche Sozialwissenschaftlerin und Historikerin mit Schwerpunkt Armut und soziale Ausgrenzung. Ihre methodische Spezialisierung liegt im Bereich qualitative empirische Sozialforschung. Sie ist außerdem Mitbegründerin der WortStatt, ein Textbüro für Museen in Wien.

  • Ulrike Kuner ist Geschäftsführerin IG freie Theaterarbeit und Präsidentin des Europäischen Dachverbands der freien darstellenden Künste. Sie schloss ihr Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Wien ab und hat langjährige Arbeitserfahrung an Theatern und Festivals.

  • Marcus Strahl, geboren 1968 in Wien, ist Schauspieler, Regisseur, Intendant der Wachau-Festspiele und Leiter der Neuen Bühne Wien.

  • Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, geboren 1967 in Zell am See, ist Opernsänger (Tenor). Er verweist auf zahlreiche Engagements an Theater- und Opernhäusern und engagiert sich seit den Corona-Lockdowns auch kulturpolitisch. Mit 22 anderen Kläger:innen beteiligte er sich unter anderem an einem Eilantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die pauschalen Theaterschließungen während der Pandemie.

Daten und Fakten

Zur Anzahl der Kunstschaffenden in Österreich gibt es laut „Bericht zur sozialen Lage der Künstlerinnen und Künstler in Österreich“ (2008) keine differenzierten Daten. Über Erhebungen der Statistik Austria, etwa Volkszählung oder Mikrozensus, könnten nur Anhaltspunkte gewonnen werden, was vor allem auf abweichende Berufsdefinitionen zurückzuführen sei. Etwa erfasse die Statistik Journalist:innen gemeinsam mit Autor:innen, oder dokumentiere Film- und Theaterschaffende in einer Berufsgruppe. Auf der Basis von Volkszählungsdaten, allerdings Jahr 2001, werden hier 36.900 erwerbstätige Personen als ‚SchriftstellerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen’ und in ‚künstlerischen Unterhaltungsberufen’ genannt.

Anders stellt es sich in einer neueren Statistik vom 11. Jänner 2024 auf der Website Statista.com. Demnach hat der Kultursektor 2020 in Österreich eine Bruttowertschöpfung von rund 5,3 Milliarden Euro erwirtschaftet, oder einen Wertschöpfungsanteil von 2,4 Prozent an der Gesamtwirtschaft. Dabei waren rund 111.000 Beschäftigte in knapp 36.000 Unternehmen im Kultursektor tätig, heißt es hier.

Laut der Österreichischen Kulturstatistik (2022) stellt die dominierende Form der Beschäftigung im Rahmen der künstlerischen Arbeit die Selbstständigkeit dar (rund 80 Prozent). Dabei handelt es sich in erster Linie um freiberufliche Tätigkeiten und Neue Selbstständigkeit.

Quellen

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