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Estland, der digitale Hafen für Homeoffice-Unternehmer

Gesprächspartner:innen

  • Katrin Vaga, Head of international communications e-Residency 

  • Vincenz Kriegs-Au, Sprecher von Digitalstaatssekretär Florian Tursky 

Daten und Fakten

Estland, nördlichster der drei baltischen Staaten, ist seit 1991 nach Jahrzehnten sowjetischer Einverleibung wieder unabhängig. Das 1,3-Millionen-Einwohner-Land ist EU- und Nato-Mitglied, es grenzt an Lettland und Russland und unterhält enge Beziehungen zu Finnland.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat die estnische Politik auf Digitalisierung gesetzt, die Regierung bezeichnet Estland als „digitalstes Land der Welt“. Aus dieser Ideologie ist etwa die e-Residency entsprungen, eine digitale Identifikation, die es Menschen aus der ganzen Welt ermöglicht, digitale Amtswege in Estland zu gehen und dort Unternehmen zu gründen, ohne das Land je bereist zu haben. Bis dato verzeichnet Estland mehr als 108.000 e-Residents und mehr als 28.000 von diesen gegründete Unternehmen.

Wie funktioniert die „e-Residency“? 

Die „e-Residency“ verschafft Menschen aus der ganzen Welt zunächst einmal ein digitales Identitätszertifikat. Dazu gibt es einen mehrstufigen Prozess: Nach einem Online-Antrag mit eingescanntem Personalausweis oder Reisepass führt die estnische Polizei zunächst einmal einen Hintergrundcheck durch.

Danach wird ein „e-residency-kit“, – eine physische Chipkarte samt USB-Reader, mit dem man sich an jedem Computer eindeutig gegenüber der estnischen Regierung identifizieren kann, an eine von 50 Abholstationen – Botschaften und Konsulate Estlands – in der ganzen Welt ausgeliefert. Wobei „in der ganzen Welt“ relativ ist: Während Europa und Asien relativ breit abgedeckt sind, gibt es in Afrika genau einen Abholort (Kairo), in Südamerika überhaupt keinen. Die persönliche Anreise an eine dieser Botschaften ist aber nötig, weil bei der Übergabe der Chipkarte auch Fingerabdrücke abgenommen werden. 

Quellen

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