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Süß, bunt, gefährlich: Wegwerf-Vapes sorgen nicht nur für Müll, sondern auch für gesundheitliche Risiken. Das geplante Verbot ist ein sinnvoller Schritt.
Du wartest auf deine Verabredung. Wieder mal zu spät. Egal, dafür ist Zeit zu vapen! Genüsslich ziehst du an deiner Einweg-E-Zigarette, atmest den Melonenduft ein. Süßlich, fruchtig. Es schmeckt nach Sommer. Vapen ist ungesund, das weißt du. Aber immer noch besser als normale Zigaretten. Oder? Noch ein letzter Zug, dann stopfst du die Vape in den Mülleimer. Bei der nächsten Trafik kaufst du dir eine neue. Diesmal mit Erdbeergeschmack.
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Brandgefahr im Mistkübel
Mit den bunten Einweg-Vapes ist in Österreich bald Schluss: Die Regierung plant ein Verbot ab 2026. Und ich finde: Recht hat sie.
Denn es gibt zwei zentrale Gründe: Der eine ist das Problem bei der Entsorgung. Einweg-E-Zigaretten dürfen eigentlich nur über den Handel oder spezielle Sammelstellen entsorgt werden. In der Praxis landen aber jährlich rund drei Millionen Lithiumbatterien hierzulande im Restmüll, so der Verband der Entsorgungsbetriebe. Tendenz: stark steigend. Das ist gefährlich, denn die fest verbauten Batterien können sich schnell entzünden und Brände auslösen.
Fühlst du dich ertappt, wenn es um falsche Entsorgung geht? Ich vape zwar nicht, aber ich muss gestehen: ich schon. Also manchmal. Allein aus Umweltgründen macht ein Verbot daher Sinn. Aber nicht nur. Denn – surprise – natürlich ist da auch noch das Gesundheitsrisiko.
Vape me, I’m toxic
Vapes enthalten zwar im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten keinen Tabak. Gesund sind sie aber trotzdem nicht. Das zeigt auch eine aktuelle US-Studie, die im Juni in der Fachzeitschrift ACS Central Science veröffentlicht wurde: Die verdampfte Flüssigkeit in Vapes enthält nicht nur Nikotin, sondern auch verschiedene gesundheitsschädliche (Halb-)Metalle – das gilt besonders für die Einweg-Variante. Chrom, Nickel, Antimon, gelöstes Zink, Kupfer und Blei wurden bei den Untersuchungen des Dampfes nachgewiesen. Klingt appetitlich, oder? Vor allem, weil diese Stoffe Entzündungen in der Lunge fördern können und teilweise krebserregend sind.
Offiziell sind Vapes und andere Tabakprodukte in Österreich erst ab 18 erlaubt. Doch laut Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig zielen Einweg-E-Zigaretten speziell auf Jugendliche ab – auch wegen der Aromastoffe, die den Einstieg ins Rauchen bedeuten können. Das erklärte sie gegenüber Standard und ORF. Dass Vapes bei der Gen Z besonders beliebt sind, bestätigt eine Befragung von Statista in Deutschland: Mehr als ein Viertel der Befragten, die zur Altersgruppe 1995-2012 gehören, nutzen E-Zigaretten. Dabei können gerade Einweg-Vapes sehr süchtig machen: Nikotin wird fast genauso schnell freigesetzt und vom Körper aufgenommen wie bei Tabakzigaretten, zeigt eine Studie des LMU Klinikums München in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung. Nachfüllbare Vapes hatten dafür erheblich niedrigere Werte.
Weg mit der Wegwerf-Vape!
Natürlich hagelt es auch heftige Kritik an dem geplanten Verbot: Trafikant:innen fordern eine längere Übergangszeit, sie befürchten hohe Lagerbestände, auf denen sie am Ende sitzen bleiben. Das Gesundheitsministerium plant hingegen nur eine mehrmonatige Frist.
Alles in allem: Vor allem für Langzeit- oder Kettenraucher mögen Vapes die bessere Alternative sein, um ganz vom Rauchen wegzukommen – das ist verständlich. Außerdem gibt es auch E-Zigaretten ohne Nikotin.
Wenn es aber um die Wegwerf-Variante geht, dann gehört sie genau da hin, wo sie auch sonst so oft landet: in den Müll (symbolisch, versteht sich). Denn Politik darf auch mal konsequent sein.
In "It's giving politics" schreiben WZ-Redakteurinnen Nora Schäffler und Chiara Swaton über politische Themen.
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Infos und Quellen
Daten und Fakten
- Einweg-Vapes sind kleine, fertige E-Zigaretten, die nach dem Gebrauch einfach weggeworfen werden. Sie sind meist bunt gestaltet und in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich. Im Gegensatz zu nachfüllbaren E-Zigaretten können sie nicht wiederbefüllt oder aufgeladen werden. Die meisten Einweg-Vapes enthalten Nikotin, das suchterzeugend wirkt, auch wenn es inzwischen einige nikotinfreie Varianten gibt. Die enthaltene Flüssigkeit wird beim Inhalieren verdampft.
- Belgien war der erste EU-Staat, der Anfang 2025 ein Verkaufsverbot für Einweg-Vapes eingeführt hat. Kurz darauf folgten Frankreich im März und England im Juni mit ähnlichen Verboten. Auch die Schweiz hat sich kürzlich für ein entsprechendes Verbot ausgesprochen. In Deutschland fordern Entsorgerverbände wegen der steigenden Zahl von Bränden in Müllfahrzeugen und Anlagen ebenfalls ein Verbot der Einweg-Vapes. Der Bundesrat hat im November 2024 den Weg für ein Verbot geebnet. Ein EU-weites Verbot ist für Ende 2026 geplant.
- In Österreich kündigte die Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) im Juli 2025 das Verbot von Einweg-Vapes an, welches ab 2026 in Kraft treten soll. Sie begründete den Schritt mit Gesundheits- und Umweltaspekten: Einweg-E-Zigaretten enthalten Schadstoffe und fördern besonders bei jungen Menschen den Einstieg ins Rauchen. Zudem stellen die darin verbauten Lithiumbatterien ein erhebliches Risiko dar, da sie sich bei der Entsorgung leicht entzünden können.
- Das Verbot von Einweg-Vapes ist nur ein erster Schritt. Im Rahmen einer umfassenden Novelle des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes sind weitere Maßnahmen geplant. Noch vor der Sommerpause hat der Nationalrat bereits ein Verbot von aromatisierten Tabaksticks beschlossen.
Quellen
- Scientific Reports: Disposable e-cigarettes and their nicotine delivery, usage pattern, and subjective effects in occasionally smoking adults
Das Thema in der WZ
Das Thema in anderen Medien
- Süddeutsche Zeitung: „Aromatisierte E-Zigaretten – Das Märchen vom gesunden Rauchen“
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