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Für immer jung - wie geht das?

Genese

Die Idee zu diesem Interview entstand am Rand eines Hintergrundgesprächs, zu dem der Molekularbiologe und Alternsforscher Martin Hetzer als neuer Präsident des Institute of Science and Technology Austria (Ista) geladen hatte. Die Frage der Zellalterung und vor allem der Alterung des Gehirns interessiert WZ-Redakteurin Eva Stanzl seit längerem, auch zumal Statistiken zeigen, dass die Zahl der neurodegenerativen Erkrankungen steigt. Wie genau Demenzerkrankungen direkt mit der Zellalterung zusammenhängen, konnte sie nicht in Erfahrung bringen, zumal darüber noch wenig bekannt ist, aber sie lernte eine Menge über Gehirnzellen und die Bewahrung der eigenen Jugend.

Gesprächspartner

Martin Hetzer, geboren 1967 in Wien, ist Molekularbiologe und Alternsforscher. Ab 2004 war er am Salk Institute for Biological Studies tätig, seit 2011 als Full Professor und zuletzt als Senior Vice President. Seit 2023 ist er Präsident des Institute of Science and Technology Austria (Ista) im niederösterreichischen Klosterneuburg. Martin Hetzer studierte an der Universität Wien, wo er 1997 in Biochemie und Genetik promoviert wurde. Neben seiner Rolle als Präsident leitet Hetzer eine Forschungsgruppe am Ista. In seiner wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt er sich mit grundlegenden Aspekten der Alterung des Organismus, insbesondere des Zentralnervensystems.

Daten und Fakten

  • Die Lebenserwartung der Menschen hat sich in den letzten 150 Jahren nahezu verdoppelt. Wurde man um 1881 noch durchschnittlich zwischen 35,6 und 38,5 Jahre alt, liegt die Lebenserwartung laut Österreichischem Gesundheitsbericht (2023) heute bei Männern bei 79,5 Jahren und bei Frauen bei 84,2 Jahren. Allerdings leiden knapp 66 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an einer chronischen Erkrankung oder Gesundheitsproblemen. Sie sind großteils auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen, etwa unzureichende Bewegung, eine unausgewogene Ernährung und Alkohol- sowie Nikotinkonsum. Zu den häufigsten chronischen Krankheiten und Gesundheitsproblemen in Österreich zählen unter anderem chronische Rückenschmerzen (26 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren), Allergien (20 Prozent), chronische Nackenschmerzen (20 Prozent), Arthrose (13 Prozent), chronische Kopfschmerzen (8 Prozent), Diabetes (6 Prozent), Depression (6 Prozent), chronische Bronchitis/COPD (5 Prozent) und Asthma (4 Prozent).

  • Wer lang leben will, sollte sich frühzeitig damit auseinandersetzen. Auf der Homepage der Medizinuni Graz sind unter dem Titel „Acht Gewohnheiten, die das Leben verlängern“ auf Basis einer Studie Tipps zu finden. Was hilft, ist körperlich aktiv zu sein, vor allem durch kontinuierliche Bewegung im Alltag, um Muskelmasse zu erhalten, weiters nicht zu rauchen, gut mit Stress umgehen zu können, sich gut zu ernähren und vor allem in späteren Jahren auf eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitamin D, Eiweiß aus Hülsenfrüchten, Fisch, magerem Fleisch, Milchprodukten, Omega-3-Fettsäuren aus Walnüssen, Leinsamen oder Ei und vor allem Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Außerdem solle man nicht unmäßig Alkohol trinken, gut und regelmäßig schlafen, positive soziale Beziehungen pflegen und sich nicht von Opioid-Schmerzmitteln abhängig machen, heißt es hier.

  • Laut der Statistikplattform Statista erreichten allein in Deutschland 24.848 Personen im Jahr 2022 ein Alter von 100 Jahren oder mehr. Was ist das Geheimnis dieser Menschen? Ein spanisches Forschungsteam der Universidad Complutense Madrid hat 19 Personen im Alter zwischen 100 und 107 Jahren befragt, um herauszufinden, ob sie spezifische Persönlichkeitsmerkmale teilen. Eine Gemeinsamkeit ist laut der im Journal of Happiness and Health veröffentlichten Studie die Vitalität. Die von den Forschenden befragten Hundertjährigen seien stark mit dem Leben verbunden und würden nicht nur existieren, sondern hätten offensichtlich auch einen großen Lebenswillen, heißt es dazu auch im Magazin National Geographic. Alle Befragten seien auch in ihrem hohen Alter noch körperlich und geistig aktiv und hätten stets am gesellschaftlichen Leben teilgenommen. Die Ergebnisse würden außerdem zeigen, dass alle an der Studie beteiligten Hundertjährigen ihr Leben lang Freude an sozialer Interaktion empfunden haben. Darüber hinaus zeichneten sich die Studienteilnehmer:innen durch ein hohes Engagement, Verantwortungsbewusstsein, Ehrlichkeit und Durchhaltevermögen aus. In ihrem Berufsleben waren sie zum Beispiel hochgeschätzte Mitarbeitende, heißt es in dem Medienbericht.

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