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Homophobie-Skandal: Gelingt Rapid Wien die Resozialisierung?

Genese

Nach einem Fußballspiel Ende Februar (zwischen Rapid und Austria Wien) tauchten mehrere Videos auf. Sie zeigen Rapid-Spitzenfunktionäre- und Spieler bei schmähenden Sprüchen und homophoben Gesängen. Ein Skandal, der international Beachtung fand. Rapid bekräftigte – auch auf Druck von Sponsoren –, nun eine Vorbildrolle einnehmen zu wollen. Autor Gerald Gossmann ging der Frage nach: Wie ernst meint das der Verein? Und kann der rustikale SK Rapid vom Antihelden zum Antidiskriminierungs-Aushängeschild werden?

Gesprächspartner

  • Peter Klinglmüller, SK Rapid Wien, Kommunikationschef

  • Rapid-Fans aus dem Block West, die allesamt anonym bleiben wollen

  • Funktionäre aus der Fußballbranche, die anonym bleiben wollen

  • Mathias Slezak, Bundesliga, Pressesprecher

Daten und Fakten

  • Der Verein:

  • Der SK Rapid Wien wurde vor 125 Jahren gegründet und gilt als der populärste und größte Fußballverein des Landes. Der Klub hat am öftesten die österreichische Fußballmeisterschaft gewonnen und stand zweimal in Europacup-Endspielen. Der letzte Titel gelang jedoch im Jahr 2008. Seither läuft man Erfolgen hinterher. Rapid gilt als Traditionsverein, der sich als Gegenmodell zu Kommerzklubs wie Red Bull Salzburg positioniert.

  • Das Machtgefüge:

  • Die organisierte Fanszene ist für die jeweilige Rapid-Führung wichtig, weil sie für Stimmung im Stadion sorgt und die Mannschaft zu Auswärtspartien begleitet. Rapid verfügt über eine große Ultra-Bewegung. Fans haben bei Rapid viel Macht. Der Hintergrund: Bei Mitglieder-Hauptversammlungen können 18.000 Mitglieder (also Fans, die drei Jahre lang infolge 100 Euro Beitrag eingezahlt haben) Anträge einbringen, Statuten ändern – und: Rapid-Präsidenten wählen. Auch deshalb hört man von Klub-Bossen so gut wie nie Kritik am Anhang.

  • Die Strafen der Bundesliga:

  • CEO Steffen Hofmann: Funktionssperre für den Spielbetrieb, 2 Monate (davon ein Monat bedingt). Co-Trainer Stefan Kulovits: Funktionssperre 3 Monate (1 Monat bedingt). Kapitän Guido Burgstaller (6 Spiele Sperre, 3 davon bedingt), Thorsten Schick (5 Spiele Sperre, 3 bedingt), Marco Grüll (5 Spiele Sperre, 3 bedingt), Maximilian Hofmann (3 Spiele Sperre, 2 bedingt), Niklas Hedl (3 Spiele Sperre, 3 bedingt).

  • Dazu folgte eine Strafe für den dritten schwerwiegenden Vorfall bezüglich Pyrotechnik: zwei Punkte Abzug für die nächste Meisterschaft. Zudem erhielt Rapid eine Geldstrafe von 40.000 Euro (weitere 20.000 Euro wurden bedingt ausgesprochen). In diese Strafe ist auch das Vergehen diskriminierender Fan-Gesänge inkludiert. Der Klub kündigte Protest an.

  • Neu: Die Bundesliga straft seit dieser Saison auch diskriminierende Fan-Gesänge. Davor wurden nur rassistische, nicht aber etwa homophobe Lieder und Rufe sanktioniert.

Quellen

Das Thema in anderen Medien