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Jemen: Israel-Gegner gefährden Westen am Roten Meer

Genese

Co-Autor Michael Schmölzer hat den Jemen vor einigen Jahren, als die Lage noch ruhiger war, intensiv bereist und die kulturellen Besonderheiten des Landes schätzen gelernt. Seitdem ist das Land im Süden der Arabischen Halbinsel von einer Abfolge von Schicksalsschlägen heimgesucht wurden. Zu Kriegen kamen Seuchen wie die Cholera, die Lage für Zivilisten ist verzweifelt. Beiden Autoren war es ein Anliegen, über den Tellerrand des derzeitigen Konflikts der Huthi mit den USA und Großbritannien zu blicken und Hintergründe zum Jemen zu liefern.

Daten und Fakten

  • Schiit:innen und Sunnit:innen bilden die beiden Hauptzweige des Islam. Schätzungen zufolge sind etwa 85 Prozent der Muslim:innen Sunnit:innen und ungefähr 15 Prozent Schiit:innen. Während die Grundlagen des Islam in beiden Richtungen weitestgehend identisch sind, entzündet sich ein Konflikt in der Frage der legitimen Nachfolge des Propheten Mohammed. Nach dessen Tod übernahmen Weggefährten des Propheten das Amt des Kalifen. Dagegen protestierten die Anhänger der Blutsverwandten des Propheten. Sie beharrten darauf, dass nur der nächste Verwandte Mohammeds Nachfolger sein dürfe. Das führte zur Spaltung. Die Sunniten glauben, dass der beste Muslim der Nachfolger Mohammeds sein solle, während die Schiiten überzeugt sind, dass nur Verwandte Mohammeds seine Nachfolge antreten dürfen.

  • Die Zaidit:innen sind ein Zweig der Schiit:innen. Sie verfügen über eine eigene Rechtsschule. Ihr Zentralgebiet ist seit dem 9. Jahrhundert der Jemen, der bis 1962 von zaiditischen Fürsten regiert wurde. Sie unterscheiden sich von den Schiiten insoferne, als sie die Blutlinie der Nachfolge Mohammeds noch enger begrenzen.

  • Ali Abdullah Salih (1942-2017) war ein jemenitischer Politiker. 1978 wurde er Präsident der Jemenitischen Arabischen Republik. 1990 gelang ihm die Vereinigung der Jemenitischen Republik mit der Demokratischen Volksrepublik Jemen (Südjemen). Daraufhin wurde er Präsident des vereinten Jemen. Nachdem er 2011 ein Gesetz durchbringen wollte, das die Regelung der Amtszeit eines Präsidenten aufhebt, kam es zu Unruhen. In deren Folge übergab Salih das Präsidentenamt im Jahr 2012 an seinen Stellvertreter Abed Rabbo Mansur Hadi. Nachdem es mit diesem zu Konflikten gekommen war, näherte sich Salih den Huthi-Rebellen an, nahm dann aber wieder Abstand von ihnen, was zu seiner Ermordung im Jahr 2017 geführt haben dürfte. 

 Quellen

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