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Jobwechsel geplant? So hoch wäre das Einstiegsgehalt

5 Min
Neuer Job, neues Gehalt. Doch wo gibts das meiste Cash?
© Illustration: WZ, Bildquelle: Getty Images

Während KI den Arbeitsmarkt verändert und viele Menschen um die Zukunft ihrer Jobs bangen, zeigen Daten des österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS), wo sich der Berufseinstieg finanziell lohnt – und welche Jobs ohne Studium gut verdienen.


    • Medizinische Berufe und Fluglots:innen bieten die höchsten Einstiegsgehälter, oft mit spezieller Ausbildung und hoher Verantwortung.
    • Berufe, die "on the Job" erlernt werden haben meist niedrige Einstiegsgehälter.
    • Neue Berufe durch künstliche Intelligenz sind selten, wichtiger werden neue Anforderungen und Querschnittsfähigkeiten wie Prompt Engineering.
    • Arbeitslosenquote August 2026: 7,2 %, bei Akademiker:innen unter 4 %, Pflichtschule über 20 %
    • Einstiegsgehalt Fluglots:in laut AMS: 6.600 Euro brutto/Monat bei 32,5 Std./Woche
    • Lehrberufe wie Pflasterer:innen und Druckvorstufentechniker:innen: bis zu 3.200 Euro Bruttoeinstieg
    Mehr dazu in den Infos & Quellen

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Mit der rasanten Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) wächst auch die Sorge um die Zukunft vieler Arbeitsplätze. Rund die Hälfte der Österreicher:innen erwartet, dass KI künftig mehr Jobs ersetzen als neue schaffen wird. Wer heute über einen Jobwechsel nachdenkt, stellt sich deshalb längst nicht mehr nur die Frage nach dem Gehalt – sondern auch, wie sicher der eigene Arbeitsplatz in Zukunft sein wird.

Ein Blick auf den österreichischen Arbeitsmarkt zeigt jedoch: Vor allem Menschen mit Studienabschluss sind gefragt – und verdienen vergleichsweise gut. Während die Arbeitslosenquote in Österreich im August 2026 bei durchschnittlich 7,2 Prozent lag, betrug sie bei Personen mit akademischem Abschluss weniger als vier Prozent. Bei Menschen mit ausschließlich Pflichtschulabschluss liegt sie hingegen bei mehr als 20 Prozent.

Auch bei den Gehältern gibt es je nach Beruf und Ausbildung deutliche Unterschiede. Das Arbeitsmarktservice (AMS) führt Daten zu knapp 1.800 Berufen und gibt dabei das jeweilige Einstiegsgehalt laut Kollektivvertrag an. Die WZ hat sich diese Daten genauer angesehen und zeigt, in welchen Berufen beim Einstieg besonders viel verdient wird.

Wo es viel Geld gibt

Wie die Grafik zeigt, sind es vor allem medizinische Berufe, die mit besonders hohen Einstiegsgehältern locken. Fach- und Zahnärzt:innen so wie Allgemeinmediziner:innen liegen deutlich über dem Durchschnitt. Auch in der Luftfahrt lässt es sich gut verdienen: Berufe wie Pilot:in, Fluglehrer:in und Mitarbeiter:in im Luftverkehrsmanagement sind ertragreiche Jobs, die keinen Studienabschluss voraussetzen – dafür aber eine intensive Spezialausbildung benötigen.

Was Ärzt:innen und Pilot:innen tun, wissen alle. Der Beruf mit dem höchsten Einstiegsgehalt jedoch, arbeitet im Hintergrund. Fluglots:innen überwachen und lenken den Flugverkehr am Flughafen und im Luftraum. Laut AMS-Daten liegt das kollektivvertragliche Bruttomonatsgehalt beim Einstieg bei 6.600 Euro – bei einer Arbeitszeit von 32,5 Stunden pro Woche.

Das Gehalt ist hoch, die Verantwortung enorm und auch die Ausbildung hat es in sich. Im Schnitt bewerben sich jährlich rund 1.000 Personen auf 40 Plätze. Im Arbeitsalltag ist jederzeit höchste Konzentration gefragt. Nach jeweils 90 Minuten Arbeitszeit ist eine 20-minütige Pause vorgeschrieben.

Auch beim Alter gelten besondere Voraussetzungen: Für den Start der Ausbildung sollte man idealerweise nicht älter als 25 Jahre sein. Denn bestimmte kognitive Fähigkeiten nehmen mit zunehmendem Alter ab. Für Fluglots:innen gilt deshalb eine vergleichsweise frühe Altersgrenze: Mit 55 Jahren endet die aktive Tätigkeit.

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Training on the Job verspricht weniger Geld

Die Daten des AMS-Gehaltskompasses zeigen auch, dass meist Berufe, die „on the Job“ gelernt werden, wenig lukrativ sind. Dazu zählen vor allem Essens- oder Zeitungszusteller:innen, aber auch Haushaltshilfen oder Filmvorführer:innen.

Auch einige Lehrberufe bieten vergleichsweise niedrige Einstiegsgehälter nach Abschluss der Lehre. Kanzleiassistent:innen und Konditor:innen zählen ebenso dazu. Am unteren Ende der Gehaltsskala stehen laut AMS-Gehaltskompass Ski- und Snowboardlehrer:innen. Obwohl auch für diese Berufsgruppe eine spezielle Ausbildung erforderlich ist, fällt das kollektivvertragliche Einstiegsgehalt hier am niedrigsten aus.

Zwar finden sich in der Tabelle auch Lehrberufe mit vergleichsweise niedrigem Einstiegsgehalt. Das Bild eines Studiums als sicherstem Weg zu einem guten Einkommen greift jedoch zu kurz: Auch eine abgeschlossene Lehre kann sich finanziell auszahlen. Pflasterer:innen und Druckvorstufentechniker:innen etwa erzielen laut AMS-Daten ein Bruttoeinstiegsgehalt von bis zu 3.200 Euro. Auch im Beton-, Hoch- und Brunnenbau liegt der Einstieg bei über 3.000 Euro brutto – mehr als so manche:r Univabsolvent:in.

Veränderung am Arbeitsmarkt: Neue Jobs durch KI?

Was die aktuellen Daten des AMS-Gehaltskompasses noch nicht abbilden, sind Berufsbilder, die erst durch den Einsatz von KI entstanden sind. Laut Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer des Online-Jobportals Stepstone Österreich, ist die Anzahl solcher Berufe derzeit auch noch vergleichsweise gering. Statt völlig neuer Berufe entstehen laut Dürhammer vor allem neue Anforderungen in bestehenden Berufsfeldern.

„Prompt Engineering, also das bestmögliche Formulieren von Anfragen an KI-Sprachmodelle, entstand zunächst zwar als eigenständiges Berufsbild, wird aber in vielen Unternehmen zunehmend zu einer Fähigkeit, die in unterschiedlichen Funktionen vorausgesetzt wird“, sagt Dürhammer gegenüber der WZ.

Als vergleichsweise stabil schätzt Dürhammer jene Bereiche ein, in denen Fachkompetenz, menschlicher Kontakt und physische Präsenz eine wichtige Rolle spielen. „Dazu gehören insbesondere Pflege, technische Berufe und das Handwerk. Bei diesen Tätigkeiten ist der Spielraum für eine vollständige Automatisierung durch KI deutlich geringer“, so Dürhammer.

Der kompetente Umgang mit KI wird deshalb eher zu einer Querschnittsfähigkeit, die in immer mehr Jobs relevant wird. Entscheidend wird dabei sein, ob man bereit ist, die eigenen Fähigkeiten laufend weiterzuentwickeln.


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Infos und Quellen

Gesprächspartner:innen

Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer des Online-Jobportals Stepstone Österreich

Daten und Fakten

  • Die Gehaltsangaben entsprechen den monatlichen Bruttogehältern beziehungsweise Bruttolöhnen laut Kollektivvertrag beim Berufseinstieg.
  • Datengrundlage ist der AMS-Gehaltskompass, der die entsprechenden Mindestgehälter in Kollektivverträgen (Stand: 2025) miteinander vergleicht.
  • Für den AMS-Gehaltskompass ist laut AMS die Abteilung der Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation (ABI) zuständig, die sich mit den Bereichen Arbeitsmarktstatistik, Berufsinformation und Qualifikationsforschung beschäftigt.
  • Für manche Berufe gibt der AMS-Gehaltskompass eine Gehaltsspanne an, deren Unter- und Obergrenze weit auseinanderliegen können. In diesen Fällen wurde ein Mittelwert ausgerechnet und in den Grafiken angeführt.

Quellen

Das Thema in der WZ

Das Thema in anderen Medien

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