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E-Zigaretten: Nicht weniger, sondern nur anders gefährlich

11 Min
Wie schädlich sind E-Zigaretten?
© Illustration: WZ, Bildquelle: Unsplash

Dass Zigaretten schädlich sind, weiß jede:r Raucher:in. Deshalb wird immer öfter zu Ersatzprodukten wie Vapes oder Nikotinbeuteln gegriffen. Doch diese sind nur vermeintlich weniger gefährlich.


Rauchen schadet der Gesundheit. Das ist hinlänglich bekannt. In Österreich ist Zigarettenwerbung verboten, seit einigen Jahren gelten diverse Rauchverbote und selbst in Filmen wird kaum noch geraucht. Die Maßnahmen greifen. Jugendliche finden die Tschick nicht mehr so cool wie früher. Sie machen sich Gedanken über ihre Gesundheit und suchen Alternativen. Dementsprechend boomen E-Zigaretten, Tabakerhitzer, Nikotinbeutel. Laut einer Wiener Umfrage aus dem vergangenen Jahr konsumiert bereits fast ein Zehntel der 15- bis 34-Jährigen täglich elektronische Inhalationsprodukte, Tendenz steigend.

Nicht so harmlos, wie die Aufmachung suggeriert

Jugendschützer:innen macht das Sorgen. Denn so harmlos, wie es die bunten, poppigen Verpackungen suggerieren, sind diese neuen Produkte, die unter dem Schlagwort „tobacco harm reduction“ vermarktet werden, sicher nicht. Ihr Inhalt ist allerdings noch nicht hinreichend erforscht, vor allem in Bezug auf mögliche Langzeitfolgen, warnt die deutsche Ärztin Ulrike Helbig vom Aktionsbündnis Nichtrauchen. „Mag sein, dass vielleicht im Verdampfer von der Anzahl weniger schädliche chemische Substanzen enthalten sind – aber wir wissen, dass die, die enthalten sind, schädlich sind, unter anderem Krebs erzeugen, und erste Studien zeigen bereits die krankheitserzeugende Wirkweise. Und wir kennen zwar die Wirkweise der einzelnen Inhaltsstoffe, aber wir wissen teilweise noch nicht, wie sie in der spezifischen Kombination wirken.“ Bekannt ist jedenfalls, dass auch E-Zigaretten Formaldehyd ausstoßen – und zwar bis zu 15 Mal mehr als Tabakzigaretten. Das kann zu Krebs im Nasenrachenraum führen. Die Alternativen zur Tschick sind also womöglich nicht weniger, sondern nur anders schädlich.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung warnt jedenfalls, dass die ausgestoßenen Aerosole bei Vapes das Herzkreislaufsystem schädigen und auch bei nikotinfreien Liquids krebserzeugende Substanzen entstehen könnten. Außerdem belasten die Einweg-E-Zigaretten, die aus Plastik, Aluminium und einem Lithium-Ionen-Akku bestehen, die Umwelt. Als Elektroschrott müssten sie eigentlich bei entsprechenden Sammelstellen oder beim jeweiligen Verkäufer ordnungsgemäß entsorgt werden, landen aber oft im Restmüll.

Nikotin oft noch höher dosiert

Dazu kommt, dass in Nikotinbeuteln, die sich ebenfalls steigender Beliebtheit erfreuen, oft noch höher dosiert ist beziehungsweise im Körper noch schneller anflutet als in Tabakzigaretten, „und damit noch schneller süchtig macht“, erklärt Helbig. Bernd Schmidt, Vorsitzender der Pneumologisch-Onkologischen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft und Chefarzt der Pneumologie in den DRK Kliniken Berlin, erläutert anschaulich, warum: „Psychisch wirksame Substanzen gelangen bereits in wenigen Sekunden von der Lunge über das Blut bis ins Gehirn. Dabei sorgt unter anderem das Nikotin für eine Aktivierung und einen Kick im Belohnungssystem. Leider dauert die Wirkung nur kurz, sodass ein wiederkehrendes Verlangen entsteht – es entwickelt sich eine Abhängigkeit.“ Und er warnt eindringlich: „Im Vergleich macht Nikotin ähnlich stark süchtig wie Heroin, wobei Kinder und Jugendliche wahrscheinlich noch schneller abhängig werden als Erwachsene; dabei sind umgekehrt die Gefahren dauerhafter Gesundheitsschäden bei Kindern und Jugendlichen noch höher als bei Erwachsenen.“

Alexandra Beroggio, Beraterin beim österreichischen Rauchfrei-Telefon (www.rauchfrei.at, Tel. 0800/81 00 13), erzählt von Jugendlichen, die durch Nikotinbeutel eine Nikotinvergiftung erlitten haben. „Und da reden wir nicht mehr von ein bisschen Kopfweh und Übelkeit wie bei der ersten Zigarette, sondern die erbrechen, das Herz pumpt entsprechend schnell, der Kreislauf ist instabil. Die Betroffenen können auch schwer die Stärke des einen Nikotinbeutels mit der eines anderen vergleichen, da wissen sie nicht, wie viel Nikotin drinnen ist. Deshalb hoffen wir, dass hier bald eine Regulierung kommt.“

Im Vergleich macht Nikotin ähnlich stark süchtig wie Heroin.
Mediziner Bernd Schmidt

Immerhin dürfte das Krebsrisiko bei Nikotinbeuteln geringer sein, „zumindest wenn es sich um Produkte handelt, die in Skandinavien entwickelt wurden", meint Ernest Groman, wissenschaftlicher Leiter des Wiener Nikotin Instituts, das ein Rauchentwöhnungsprogramm anbietet. „In Schweden werden Snus und ähnliche Produkte von einem signifikanten Anteil der Bevölkerung seit vielen Jahrzehnten konsumiert. Dabei haben sich im Vergleich zu Österreich keine höheren Krebsraten ergeben. Schweden gehört vielmehr zu den Ländern mit den besten Gesundheitsdaten Europas, und dies nicht nur Krebs betreffend.“ Auch sein Institut fordert allerdings schon länger eine Regulierung der Nikotinbeutel, um den Jugendschutz zu gewährleisten. Denn: „Dies keine Kinder und Jugendlichen zuträglichen Produkte.“ Für starke Raucher:innen könnten sie aber durchaus eine Alternative sein. „Um einen Umstieg nicht unattraktiv zu machen sollte der Kaufpreis der Pouches zumindest nicht höher sein als bei Zigaretten.“ Und Groman würde sich auch Erhebungen zum Konsum wünschen, weil derzeit „wohl kaum jemand weiß, wie sich die Verkäufe der neuen Produkte entwickeln oder sich die Konsument:innen zusammensetzen“.

Auch Shishas sind übrigens keineswegs so harmlos, wie manche meinen mögen: „Auch darin wird zumeist Tabak verbrannt, wesentlicher Wirkstoff ist auch hier das Nikotin; und durch den Transport durch Wasser wird der aggressive heiße Rauch gekühlt und kann so tiefer in die Lungen eingeatmet werden“, warnt Schmidt. „Außerdem wird hier in der Regel länger am Stück geraucht als bei der ‚schnellen Zigarette‘. Insgesamt wird der Schaden also wahrscheinlich eher größer sein.“ Und: „Auch bei Wasserpfeifen ohne Tabak werden Schadstoffe inhaliert. Einen schadstofffreien Konsum von Wasserpfeifen gibt es also vermutlich gar nicht.“ Das oft süßliche Aroma könnte außerdem ebenso wie bei Vapes den Einstieg ins Rauchen erleichtern. Bei konventionellen Tabakzigaretten wird der Grundstein fürs Rauchen bei den meisten in der Jugend gelegt. Mit zunehmendem Alter sinkt die Einstiegsrate.

Freunde, Eltern Vorbilder – und Filme

Wie aber kann man Jugendliche von Nikotinprodukten fernhalten? Dazu sollte man vielleicht erst einmal überlegen, was sie hintreibt. „Wenn der Freundeskreis oder die Eltern rauchen, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, selbst mit dem Rauchen zu beginnen“, erklärt die Psychologin Petra Ruprechter Grofe, die ein Entwöhnungsbuch („Yes You Can – Rauchfrei in 40 Tagen“) geschrieben hat. „Überhaupt spielen Vorbilder eine große Rolle, je größer deren sozialer Status ist und je enger die Beziehung, oder je öfter sie eine scheinbar positive Wirkung durch das Rauchen haben.“ Sie verweist auch auf Filme, in denen nach dem Verschwinden der Tschick nun die E-Zigarette immer öfter auftaucht, und auf Influencer:innen, die ungeniert Werbung für die neuen Produkte machen. Während für E-Zigaretten und Vapes sowie E-Shishas das Werbeverbot nach dem Tabak- und Nichtraucher:innenschutzgesetz (TNRSG) gilt, unterliegen Nikotinbeutel laut dem Gesundheitsministerium aktuell keiner Regulierung und dürfen daher ungeniert beworben werden. Ein Entwurf für eine Novelle, die dies ändern würde, „liegt dem Regierungspartner schon seit knapp einem Jahr vor“, erklärt Helene Stockinger, Sprecherin von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne).

Ein wichtiger Faktor ist auch Stress, sagt Ruprechter-Grofe. „Der hat sich durch Corona gerade bei jungen Menschen extrem vervielfältigt.“ Insbesondere Mädchen setzen Nikotinprodukte auch gezielt ein, um das Hungergefühl zu unterdrücken und abzunehmen. Weil viele immer noch das Bild von jenen im Kopf haben, die beim Aufhören zunehmen. Das stimmt auch, sagt die Psychologin. „Studien zeigen eine durchschnittliche Gewichtszunahme von fünf Kilo durch den Rauchstopp – aber das ist gemittelt über alle sozialen und demografischen Gruppen“, betont sie. „Es gibt Menschen, die mehr zunehmen, andere nehmen weniger zu, und andere nehmen sogar ab.“

Positiv ausgewirkt hätten sich die auch in Österreich spät, aber doch eingeführten Rauchverbote im öffentlichen Raum, meint sie. „Wenn man vor der Schule, auf dem Sportplatz oder im Lokal nicht mehr rauchen darf, dann wirkt das. Da spielt der Gesetzgeber eine wichtige Rolle.“ Auch über Preissteigerungen und eine reduzierte Verfügbarkeit könne man das Rauchverhalten steuern. Dem stimmt die Ärztin Helbig zu, die auch auf die Reduktion des Passivrauchens durch das Rauchverbot in der Gastronomie und im Auto (mit Kindern) hinweist.

Zweifel an Wirkung der Schockbilder

Was hingegen kaum eine Rolle für das Rauchverhalten spielen dürfte, sind die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen. „Die werden doch gar nicht mehr wahrgenommen“, stellt dazu eine Wiener Trafikantin fest. „Die Leute stumpfen ab. Es hat ja auch kaum noch jemand so einen Überzieher fürs Tschickpackerl, der sie verdeckt.“ Auch an die Wirkung von höheren Preisen glaubt sie nicht: „Wir hatten erst vor einiger Zeit massive Preiserhöhungen. Die Leute jammern die ersten paar Male, aber deswegen hört niemand mit dem Rauchen auf.“ Umso wirksamer dürfte die ebenfalls verpflichtend auf jeder Packung aufgedruckte – wenn auch in ganz kleiner Schrift – Kontaktnummer des Rauchfrei-Telefons (0800/81 00 13) sein, das kostenlos und anonym beim Aufhören hilft, denn „mehr als ein Drittel unserer Klient:innen kommt über diesen Weg zu uns“, berichtet Beraterin Beroggio. Auch Ruprechter-Grofe ist nicht überzeugt von den Schockbildern. Sinnvoller findet sie Ansätze wie etwa jenen von VIVID: Die Fachstelle für Suchtprävention strich in einer Kampagne positive Folgen des Rauchstopps hervor, zum Beispiel mit einem Foto von einem verschrumpelten Apfel und dem Satz „In Zukunft jünger aussehen“.

Die Schockbilder auf den Zigarettenpackerln werden gar nicht mehr wahrgenommen.
Vera Rosam, Trafikantin in Wien

Eine weitere Möglichkeit, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten, meint Helbig, wäre nicht nur eine Altersbeschränkung, sondern „diese neuen Produkte gar nicht erst zu erlauben“. Sie führt als Beispiel Venezuela an, wo E-Zigaretten verboten worden sind. Auch in Frankreich will die Regierung nun bei den Vapes mittels Verbot die Notbremse ziehen, um die Jugend zu schützen. Das Dampfen sei zwar „kein Nikotin, aber ein Reflex und eine Geste, an die sich die Jugendlichen gewöhnen“, so Premierministerin Élisabeth Borne. Neuseeland geht sogar einen riesigen Schritt weiter und hat als erstes Land der Welt das Konzept der „rauchfreien Generation“ gesetzlich verankert: Seit Beginn des Jahres ist es verboten, allen im Jahr 2009 oder danach Geborenen Zigaretten zu verkaufen – und das lebenslang.

Je früher der Beginn, desto schwieriger das Aufhören

Die Leute also zu ihrem gesundheitlichen Glück zwingen? In Österreich eher nicht vorstellbar. Auch wenn Ruprechter-Grofe glaubt, dass der Großteil der Raucher:innen schon irgendwann aufhören möchte. Laut der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) https://www.debra-study.info/, deren Zahlen wohl auf das benachbarte Österreich umlegbar sind, haben dies zuletzt fast zehn Prozent der Raucher:innen innerhalb der vergangenen zwölf Monate versucht (im Jahr 2017 waren es sogar 30 Prozent). „Das Wesen der Abhängigkeit ist ja, dass man es trotzdem tut”, sagt die Psychologin dazu. „Man weiß genau, wie schädlich es ist, und möchte aufhören – aber man kommt einfach nicht los.”

Das Wesen der Abhängigkeit ist, dass man es trotzdem tut.
Psychologin Petra Ruprechter Grofe

Sie hat die Erfahrung gemacht, dass das Alter bei der Entwöhnung ein Faktor ist: „Wer erst nach dem 19. Geburtstag mit dem Rauchen anfängt, tut sich beim Aufhören leichter.” Oder umgekehrt: Je früher man beginnt, desto schwieriger wird der Rauchstopp. Da die Hirnreifung bei jungen Menschen erst mit Mitte Zwanzig abgeschlossen ist, sollte auch das Ausgabealter für Nikotinprodukte von derzeit 18 erhöht werden, meint Helbig. Gerade viele Junge nehmen auch die langfristigen Gefahren nicht wahr. „Für sie ist das Thema Gesundheit noch nicht so wichtig“, meint Ruprechter-Grofe, „weil sie es nicht so spüren, da ziehen Argumente wie Mundgeruch, Probleme beim Sport oder drohende Impotenz mehr.”

Gründe genug zum Aufhören kann Pneumologe Schmidt anführen: „Die Gefahr beim Rauchen lauert im Giftgemisch. Im Rauch lassen sich mehr als 5.000 chemische Substanzen nachweisen, von denen mehr als 200 giftig und fast 100 wahrscheinlich krebserregend sind – ein toxischer Cocktail.“ In der Lunge drohen dauerhafte Entzündungen, eine Schädigung der Reinigungsmechanismen und vermehrte Schleimbildung (Stichwort: COPD – Chronisch obstruktive Bronchitis mit Atemnot) bis hin zu Lungenkrebs (hier ist das Zigarettenrauchen für mehr als 80 Prozent des Risikos verantwortlich). Ein Teil des Giftcocktails wird über das Blut im ganzen Körper verteilt und kann dort Durchblutung und Sauerstoffversorgung schädigen und im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Nicht von ungefähr kommt der Begriff „Raucherbein“, zu dem Schmidt ein englisches Sprichwort zitiert: „You cannot have both, your leg and your cigarette.“ Mögliche weitere Folgen sind Gebärmutterhalskrebs, sexuelle Dysfunktionen von geschädigten Spermien bis Impotenz, Fehlbildungen bei Embryonen oder Fehlgeburten. „Gelbe Zähne und die bei Rauchern häufiger auftretenden Magengeschwüre erscheinen da fast harmlos“, stellt der Mediziner nüchtern fest.

Nur jede:r Dritte schafft den Rauchstopp

Wie schwierig es ist, von der Nikotinsucht loszukommen, belegt die Statistik des Rauchfrei-Telefons: „Von den Anrufer:innen, die wirklich mit uns gemeinsam aufhören wollen, bleibt etwa ein Drittel rauchfrei, und ein Drittel kann das Rauchen reduzieren“, berichtet die Beraterin Beroggio. Ein Drittel braucht mehrere Anläufe oder bleibt überhaupt beim ursprünglichen Konsumverhalten. Laut ihrer Kollegin, der Klinischen und Gesundheitspsychologin Melanie Stulik, schafft es „nur eine von zehn Personen, ohne Unterstützung langfristig rauchfrei zu bleiben; mit Beratung verdreifachen sich die Erfolgschancen“.Etwa ein Fünftel der Anrufer:innen ist unter 25 Jahre alt. „Wir beraten auch schon Zwölfjährige“, erzählt die Beraterin. Zum telefonischen Entwöhnprogramm gehören mehrere Beratungsgespräche. „Für einen erfolgreichen Rauchstopp ist die Vorbereitung nämlich ebenso wichtig wie die Nachbetreuung in der ersten rauchfreien Zeit“, erklärt Stulik. „Wir sind gut erreichbar. Wir haben keine Warteschleife, sondern rufen so bald wie möglich zurück, wenn man nicht durchkommt“, betont Beroggio die Niederschwelligkeit dieses Unterstützungsangebots. Finanziert wird das Rauchfrei-Telefon partnerschaftlich von allen Sozialversicherungsträgern, allen Bundesländern und dem Gesundheitsministerium – eine lohnende Investition in die Gesundheitsförderung, wenn man bedenkt, welche Krankheitsbilder die Nikotinsucht nach sich ziehen kann und welche Kosten deren Behandlung verursacht.

Wir beraten auch schon Zwölfjährige.
Alexandra Beroggio, Beraterin beim Rauchfrei-Telefon

Etwa ein Fünftel der Anrufer:innen ist unter 25 Jahre alt. „Wir beraten auch schon Zwölfjährige“, erzählt die Beraterin. Zwischen fünf und zehn Beratungsgespräche werden beim telefonischen Entwöhnprogramm angeboten. „Für einen erfolgreichen Rauchstopp ist die Vorbereitung nämlich ebenso wichtig wie die Nachbetreuung in der ersten rauchfreien Zeit“, erklärt Stulik. „Wir haben keine Warteschleife, sondern rufen so bald wie möglich zurück, wenn man nicht durchkommt“, betont Beroggio die Niederschwelligkeit dieses Unterstützungsangebots. Finanziert wird das Rauchfrei-Telefon partnerschaftlich von allen Sozialversicherungsträgern, allen Bundesländern und dem Gesundheitsministerium – eine lohnende Investition in die Gesundheitsprävention, wenn man bedenkt, welche Krankheitsbilder die Nikotinsucht nach sich ziehen kann und welche Kosten deren Behandlung verursacht.

Und was hilft nun am besten beim Entwöhnen? „Die geprüften Nikotinersatzprodukte, also Pflaster, Kaugummi und Co – plus ein verhaltenstherapeutisch angelegtes Beratungsgespräch“, sagt Helbig. „Diese Kombination hat die besten Ergebnisse, das ist wissenschaftlich erwiesen.“ E-Zigarette, Vape oder Nikotinbeutel taugen dafür hingegen nicht.


Infos und Quellen

Genese

WZ-Redakteur Mathias Ziegler ist selbst sein Leben lang Nichtraucher. Ihm sind aber immer mehr Jugendliche mit E-Zigarette in der Hand aufgefallen. Er wollte wissen, wie bei diesen neuen Nikotinprodukten die Gesundheitsrisiken aussehen. Nach Veröffentlichung des Artikels bekam er noch neue Informationen zum Thema Nikotinbeutel, die nun eingearbeitet wurden.

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Quellen

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