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Taylor Swift, Katy Perry, Lady Gaga: Sie alle standen in letzter Zeit wegen der Nutzung von KI in der Kritik. Und auch wenn es dabei „nur“ um Visuals oder Promo-Footage geht, unterstreicht die Kritik den Trend zur KI-Abneigung unter Pop-Fans.
Um Taylor Swift ist es gerade vergleichsweise still. Neben ihrem „Toy Story“-Song „I Knew It, I Knew You“ macht sie zur Zeit vor allem mit Hochzeitsgossip von sich reden – und mit einer Sache, die hierzulande beinahe unter dem Radar flog: Aus Sorge vor KI-Missbrauch hat sie kürzlich veranlasst, ihre Stimme und ihr Antlitz markenrechtlich schützen zu lassen. Geschützt werden sollen die Phrasen „Hey, it’s Taylor Swift“ und „Hey, it’s Taylor“ sowie ein besonders bekanntes Foto, das sie auf der Bühne ihrer „Eras Tour“ zeigt. Kurz vorher brachte Schauspieler Matthew McConaughey einen ähnlichen Move und erklärte in einem Statement: „Mein Team und ich wollen uns sicher sein können, dass wenn meine Stimme oder mein Bild jemals verwendet wird, dann nur, weil ich dem explizit zugestimmt habe.“
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So weit, so nachvollziehbar, so wichtig. Taylor Swift kann schließlich ein Lied von KI-Belästigung singen: 2024 postete Trump mehrere KI-generierte Bilder von ihr, die sie als Trump-Supporterin zeigten, auch sexualisierte Deepfakes kursieren immer wieder. Nach den Trump-Fakes sagte sie: „Das Ganze hat meine Ängste bezüglich KI (...) neu aufleben lassen.“
The Life of an AI Girl
Gemeinhin bekannt ist aber auch, dass Taylor Swifts Fans ein besonders genaues Auge darauf haben, wie sie sich verhält. Sie und ihr Team scheinen nämlich kein Problem damit zu haben, selbst KI zu nutzen – zwar nicht im missbräuchlichen Sinne, aber dennoch. In der Promophase zu ihrem Album „The Life of a Showgirl“ fiel Fans immer wieder auf, dass irgendetwas an den Visuals, die Taylor mit ihnen teilte, komisch war: ein Eichhörnchen, dem ein Bein fehlt, verzerrte Schrift, falsch fallende Schatten.
Ja, das mag auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit aussehen, aber viele Swifties zeigten sich enttäuscht von Taylors Doppelmoral und der Tatsache, dass sie diesen AI-Slop der Arbeit von echten Professionist:innen vorzieht. Auch dass KI oft mit Inhalten arbeitet, zu deren Verwendung die Künstler:innen nicht zugestimmt haben, hinterlässt ein Geschmäckle, gerade weil Taylor Swift so lange öffentlichkeitswirksam dafür gekämpft hat, ihre eigene Kunst zu besitzen.
Früher eigene Skulpturen, heute KI
Dass viele Swifties ihren Unmut über Taylors KI-Nutzung geäußert haben, ist Symptom eines größeren Trends, denn Pop-Fans haben sich in den letzten Jahren zu regelrechten KI-Hater:innen entwickelt. Als Katy Perry für ihre letzte Tour angeblich KI-generierte Visuals nutzte, waren ihre Fans durchaus angepisst. Auch Lady Gaga musste kürzlich einige enttäuschte Fans aushalten: Nachdem schon rund um ihr Musikvideo zu „The Dead Dance“ Stimmen laut wurden, die potenziell KI-generierte Sequenzen kritisierten, wurden für die Promo ihres Konzertfilms „Mayhem Requiem“ Bilder einer Gaga-Kerze genutzt, die offensichtlich KI-generiert waren. „Diese Frau hat buchstäblich Skulpturen von sich machen lassen und ihr wollt mir jetzt sagen, dass sie KI nutzt, um ihr Gesicht auf eine Kerze zu bekommen?“, schreibt ein Fan da zum Beispiel.
Fans wollen „echte“ Kunst
Die Wahrnehmung von KI als „spannendem“ Tool hat sich für Pop-Fans ganz klar gewandelt: Während manche vor nicht allzu langer Zeit vielleicht noch fasziniert von den Möglichkeiten waren, die KI bietet, steht ihr Einsatz in der Popkultur jetzt für Laziness und Seelenlosigkeit.
Das Team hinter „Der Teufel trägt Prada 2“ hat genau das verstanden: Nachdem die Figur Miranda Priestly zum Ziel eines Shitstorms wird, zeigt der Film einige Posts und Memes, die den vermeintlich skrupellosen Girlboss kritisieren. Eines dieser Bilder, die wir im Film sehen, ist im KI-Stil gehalten und zeigt Miranda Priestly als McDonald’s-Angestellte. Der Real-Life-Plottwist: Das Bild ist nicht wirklich KI-generiert, sondern von Künstlerin Alexis Franklin für den Film kreiert worden. Als die Künstlerin ihren kreativen Prozess auf Social Media teilte, waren die Reaktionen darauf mehr als überschwänglich. Sie zeigen, dass sich Fans nach „echter“ Kunst sehnen – und wie niedrig die Messlatte liegt, wenn wir uns so sehr darüber freuen, dass die Kunst, die wir konsumieren wollen, menschengemacht ist.
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Infos und Quellen
Quellen
- The Guardian: Taylor Swift files trademarks for voice and image amid concern over AI misuse
- RollingStone: What’s Going on With the Alleged Taylor Swift AI Videos?
- Reddit: Taylor Swift’s new ARG is likely using AI generated videos
- Yahoo!Life: Katy Perry Accused of Using AI in Tour Visuals After Space Flight Backlash
- Variety: ‘The Devil Wears Prada 2’ Hired a Human Artist to Create the Film’s AI-Generated Meme: ‘It Was Nothing But Fun’
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