Zum Hauptinhalt springen

Alle Infos und Quellen zum Inhalt

„King Bibi“ in der Zwickmühle

Daten und Fakten 

  • Der israelische Rechtsanwalt und Politiker Itamar Ben-Gvir (am 6. Mai 1976 in Mewasseret Zion geboren) ist seit Dezember 2022 Minister für die Nationale Sicherheit Israels. Er ist Vorsitzender der Partei Otzma Yehudit („Jüdische Stärke“). Im Jahr 2007 wurde Ben-Gvir von einem israelischen Gericht wegen rassistischer Aufhetzung und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Ben-Gvir ist einer der wenigen israelischen Politiker, der keine Militär-Karriere aufweist, da er aufgrund seiner extremistischen Provokationen als Jugendlicher vom Armeedienst von vornherein ausgeschlossen war. Als Anwalt vertritt Ben Gvir u.a. Lehava, eine Organisation, die sich gegen Assimilation und gegen „Mischehen“ zwischen Jüdinnen und Juden und Nicht-Jüdinnen und Nicht-Juden auftritt. Ben-Gvir lebt in einer israelischen Siedlung im besetzten Westjordanland.

  • Die Partei Otzma Yehudit („Jüdische Stärke“) ist eine nationalistische religiöse israelische Partei. Sie wurde am 13. November 2012 gegründet. Zu den Forderungen von Otzma Jehudit gehört die Stärkung des jüdischen Charakters des Staates Israel sowie die jüdische Besiedlung aller Teile von „Eretz Israel“, wobei „Eretz Israel“ die Ausdehnung Israels zumindest auf die besetzten und von jüdischen Siedler:innen okkupierten Gebiete bedeutet. Otzma Yehudit wird als rechtsextrem eingestuft. 

  • Der israelische Politiker Avi Dichter (geboren am 4. Dezember 1952 in Aschkelon) war von 2000 bis 2005 Direktor des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet. Dichter ist das Kind von Überlebenden der Schoah. Von 2006 bis 2009 war er Minister für Innere Sicherheit und von 2012 bis 2013 Minister für Heimatfrontverteidigung. 2011 reichte Dichter den Entwurf für das Nationalstaatsgesetz ein, das den jüdischen Charakter und die nationalen Werte des Staates Israel festschreibt. Das Gesetz wurde 2018 verabschiedet. Dichter ist Mitglied der Likud-Partei.

  • Ariel Kallner (geboren am 5. Juli 1980 in Haifa) ist ein israelischer Politiker der Likud-Partei. Er ist Mitglied des israelischen Parlaments. Noch während seines Management-Studiums initiierte er eine Kampagne gegen den Abkoppelungsplan des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon aus dem Jahr 2004 (umgesetzt 2005), demzufolge Israel aus einigen besetzten Gebieten abziehen solle.

  • David Ben-Gurion (geboren am 16. Oktober 1886, gestorben am 1. Dezember 1973) verkündete am 14. Mai 1948 die israelische Unabhängigkeitserklärung und rief damit den modernen Staat Israel aus, dessen erster Ministerpräsident er war. Ben-Gurion, geboren als David Josef Grün im damals russischen Polen, war Sozialist und Zionist. 1906 wanderte er in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina ein. Von 1948 bis 1953 und von 1955 bis 1963 war Ben-Gurion Premierminister und Verteidigungsminister Israels. Ben-Gurion vertrat die Ansicht, dass es kein palästinensisches Volk gäbe. Während er der Auffassung war, die Araber:innen zu vertreiben und ihr Land zu nehmen („We must expel the Arabs and take their places“) und eine Rückkehr von Palästinenser:innen in ihre Heimat um jeden Preis zu verhindern („We must do everything to insure they [the Palestinians, Anm.]) never do return”, ließ er wiederholt Verständnis für die arabische Position erkennen und gab zu, dass Israel arabisches Land gestohlen habe („If I were an Arab leader, I would never sign an agreement with Israel. It is normal; we have taken their country.“) 

  • Die Hisbollah (deutsch: Partei Gottes) ist eine islamistische schiitische Partei im Libanon, die eine Miliz (nicht-staatliches Militär) unterhält. Durch diese fungiert die Hisbollah als „Staat im Staat“. Die Hisbollah ist unter anderem in Österreich, Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada, den Niederlanden und den USA als Terrororganisation eingestuft und verboten. Ihr Führer Hassan Nasrallah ist schiitischer Muslim und ein Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Die Hisbollah wird vom Iran unterstützt und ist dementsprechend gut ausgerüstet. Im Mai 2000 gelang es der Hisbollah, der israelischen Armee so lang Scharmützel zu liefern, bis sie sich aus dem Südlibanon zurückzog.

  • „Peace to Prosperity“ war ein Nahost-Plan, den der damalige US-amerikanische Präsident Donald Trump am 28. Jänner 2020 gemeinsam mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vorstellte. Ausgearbeitet hatte den Plan Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, ein aus orthodox-jüdischer Familie stammender Medienunternehmer. Der Plan war vorgeblich eine Zwei-Staaten-Lösung, hätte aber Israel rund 30 Prozent des palästinensisch verwalteten Westjordanlandes zugesprochen. Die Palästinenser:innen sollten zwar einen eigenen Staat bekommen, dieser müsse jedoch völlig entmilitarisiert sein. Jerusalem würde ungeteilte Hauptstadt Israels, die Palästinenser:innen bekämen Vorstädte hinter der Betonabsperrung, mit der Israel seine Grenze zu den Palästinenser:innengebieten sichert. Im Gegenzug würde Israel vier Jahre lang keine neuen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet bauen. 

  • Als Nakba (arabisch für „Katastrophe“) bezeichnen Palästinenser:innen ihre Flucht und Vertreibung aus dem früheren britischen Mandatsgebiet Palästina durch den Staat Israel in den Jahren 1948/1949. Araber:innen und Antizionist:innen beschreiben die Nakba als ethnische Säuberung, während das herkömmliche israelische Geschichtsbild eine freiwillige Räumung der Gebiete aufgrund von Aufforderungen von arabischer Seite transportiert. Die Diskussion um die korrekte Einordnung hält auch unter israelischen Historiker:innen an. 

Quellen 

Das Thema in anderen Medien