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Alexandra Kautzky-Willer, erste Professorin für Gendermedizin in Österreich, erklärt im Interview mit der WZ, warum Männer und Frauen anders krank werden. Und warum das in der Therapie noch nicht ausreichend berücksichtigt werden kann.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei beiden Geschlechtern die HaupttodesursacheAlexandra Kautzky-Willer
Es gibt ein einziges Medikament in den USA für Frauen in der halben DosisAlexandra Kautzky-Willer
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Infos und Quellen
Genese
Das Interview mit Alexandra Kautzky-Willer kam rund um Recherchen zum Internationalen Frauentag und dazu passenden Personen und Themenfeldern zustande. In der Gendermedizinforschung zeigt sich, dass von Benachteiligungen bei der Behandlung, Diagnose und Therapie sowohl Männer als auch Frauen betroffen sind.
Gesprächspartnerin
- Alexandra Kautzky-Willer spezialisierte sich als Medizinerin auf Endokrinologie und Stoffwechsel, später auch Geriatrie. 2010 übernahm sie die österreichweit erste Professur für Gendermedizin und die Leitung des europaweit ersten postgradualen Lehrgangs zum Thema.
- Zur Gendermedizin, mit der man sich in Österreich um 2007/08 zu beschäftigen begann, kam sie über ihre damalige Forschung zum Schwangerschaftsdiabetes: „Damit bin ich damals in eine Nische vorgestoßen, nicht einmal Gynäkologen haben das so richtig ernst genommen. Es hat sich aber gezeigt, dass ein Schwangerschaftsdiabetes große Auswirkungen auf das spätere Risiko der Mutter, an Diabetes Typ 2 zu erkranken oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln, hat. Und wie die Mutter versorgt ist, hat auch großen Einfluss auf das Risiko des ungeborenen Kindes, später selbst übergewichtig zu werden oder Diabetes zu bekommen – dabei gibt es wiederum Unterschiede, ob es ein Bub oder ein Mädchen ist“, sagt Kautzky-Willer zu ihrem Zugang zum Thema.
Daten und Fakten
- Ganz allgemein gesagt untersucht Gendermedizin biologische und psychosoziale Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die sowohl das Gesundheitsbewusstsein als auch die Entstehung und Wahrnehmung von, wie auch den Umgang mit Krankheiten betreffen.
Quellen
- Meduni Wien: Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer
- Meduni Wien: Gender Medicine Unit
- Meduni Wien: Herzinsuffizienz bei Typ-2-Diabetes: Bisherige Diagnosemethoden bei Frauen unzuverlässig
- Akademie der Wissenschaften: Herzinfarkt, Menopause und Co.: Warum Gendermedizin die Zukunft ist
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