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Nigerias verfolgte Christ:innen

Genese

Die Mediengruppe Wiener Zeitung hat im November 2023 drei Dutzend durch eine Umstrukturierung freigewordene Laptops sowie zahlreiche Bildschirme und weiteres Zubehör an die St. Raymond’s School im Bundesstaat Ebonyi im Südosten Nigerias gespendet. Damit soll rund 150 Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 14 Jahren eine gute Ausbildung für eine bessere Zukunft ermöglicht werden.

Die Kinder der St. Raymond’s School bekommen Computerbildschirme
Die WZ-Computerbildschirme dienen nun den Kindern der St. Raymond’s School in Nigeria.
© St. Raymond’s School

Gegründet hat die Schule der nigerianisch-österreichische Priester Jacob Nwabor, der Pfarrer im 20. Wiener Gemeindebezirk und zugleich Bischofsvikar in der Diözese Abakaliki (einer von insgesamt 87 Diözesen in Nigeria) ist. Er kennt die Situation der Christ:innen in dem westafrikanischen Land gut und brachte WZ-Redakteur Mathias Ziegler mit dem nigerianischen Priester Thomas Adamu zusammen.

Pfarrer Jacob Nwabor mit einer Ordensschwester und Computermonitoren.
Pfarrer Jacob Nwabor (r.) hat den Transport der Computer nach Nigeria organisiert.
© Fotocredit: Privat

Gesprächspartner

  • Reverend Thomas Adamu ist Priester und Psychotherapeut. 1964 in Nigeria geboren, war er dort als Seelsorger tätig und leitete ein Priesterseminar, ehe er im Jahr 2011 nach Österreich kam und in Salzburg Psychotherapie studierte. Von September 2017 bis Dezember 2023 war er Pfarrer in Altmünster am Traunsee (Oberösterreich). Anfang 2024 ist er nach Nigeria zurückgekehrt. Dort baut er nun eine psychotherapeutische Betreuung für traumatisierte Kinder auf.

Daten und Fakten

  • Die Zahl der verfolgten Christ:innen ist laut der NGO Open Doors weltweit auf 365 Millionen gestiegen – ein neuer Höchststand. Dazu kommen noch weitere 90 Millionen Menschen anderer Religionszugehörigkeit in mehr als 60 Ländern, die ihren Glauben nicht frei ausleben können. Sie werden systematisch diskriminiert, eingeschüchtert, inhaftiert, vergewaltigt, gefoltert, verschleppt oder ermordet.

  • Rund 4,9 Milliarden Menschen, also mehr als 62 Prozent der Weltbevölkerung, leben in Ländern mit ernster oder sehr ernster Verletzung der Religionsfreiheit.

  • Im von Open Doors erstellten aktuellen Ranking jener Länder, in denen Christ:innen besonders stark gefährdet sind, liegt Nigeria an sechster Stelle, knapp hinter Nordkorea, Somalia, Libyen, Eritrea und dem Jemen. Systematische Diskriminierung, Einschüchterung, Verschleppungen und Morde stehen im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas (mit 224 Millionen Einwohnern hat Nigeria halb so viele wie die gesamte EU, die Fläche entspricht etwa jener Deutschlands und Frankreichs zusammen) an der Tagesordnung.

  • Neben Boko Haram verbreiten in dem westafrikanischen Staat am Golf von Guinea, ebenso wie in den Nachbarländern Benin, Niger, Tschad und Kamerun, Ableger von IS und Al-Kaida sowie weitere islamistische Terrormilizen Angst und Schrecken. Boko Haram selbst bringt sich mit den Taliban in Verbindung und wird von der lokalen Bevölkerung auch so genannt. Die Gruppe, die nach der Erschießung ihres damaligen Sektenführers und Gründers Ustaz Mohammed Yusuf im Juli 2009 durch Sicherheitskräfte erst so richtig erstarkt ist, hat sich mehrmals gespalten und teilweise Al-Kaida angeschlossen.

  • Aktuell gibt es in Nigeria etwa gleich viele Christ:innen wie Muslim:innen, in 25 Jahren wird ein Verhältnis von 2:3 zugunsten der Muslim:innen prognosiziert.

Quellen

Das Thema in anderen Medien