Zum Hauptinhalt springen

Alle Infos und Quellen zum Inhalt

Nudeln sind besser als ihr Ruf

Genese

WZ-Redakteurin Verena Franke beschäftigt sich seit ihrer Jugend mit gesunder Ernährung. Zuerst, weil sie als professionelle Balletttänzerin Hochleistungssport betrieben hat und gleichzeitig für diesen Beruf schlank sein musste. Dann wurde in jungen Jahren bei ihr Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert. Für eine richtige Einstellung muss man als Diabetiker:in genau Nährstoffe berechnen, im Besonderen Kohlenhydrate. Das wiederum machte ihr bei den Low-Carb- und No-Carb-Diäten Schwierigkeiten, da die genaue Einstellung für Diabetes ins Wanken gerät.

Gesprächspartner

Jürgen König ist Professor für Spezielle Humanernährung und Leiter des Departments für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien. Geboren wurde er 1963 in Geislingen an der Steige in Deutschland. Ab 1984 studierte König Ernährungswissenschaften an der Universität Gießen (Deutschland). Seit 1990 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ernährungswissenschaften der Uni Wien, seit 2004 auch Associate Professor for Human Nutrition, Massey University, Auckland, New Zealand.

Ein Foto von Jürgen König, Leiter des Departments für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien.
Jürgen König
© Fotocredit: Uni Wien / Philipp Schönauer

Daten und Fakten

Was ist No-Carb und Low-Carb?

Bei No-Carb wird komplett auf Kohlenhydrate verzichtet. Bei Low-Carb sind sie noch in geringen Mengen erlaubt. Manche Diäten schreiben noch bis zu 120 Gramm Kohlenhydrate pro Tag vor, für Diabetiker sind das zehn Broteinheiten. Bei einer No-Carb-Diät sollen nur maximal 50 Gramm täglich konsumiert werden.

Mit der Reduktion der Kohlenhydrate soll der Stoffwechselvorgang umgestellt werden: Der Körper „lernt“, seine Energie aus dem gespeicherten Fett zu beziehen und eben nicht aus zugeführten Kohlenhydraten. Zunächst nutzt der Körper zur weiteren Energieversorgung seine eigenen Speicher, also das Glykogen (Speicherform von Glukose, in den alle Kohlenhydrate zerlegt werden, bevor sie ins Blut gelangen), das sich in der Muskulatur und der Leber befindet. Durch den vermehrten Abbau von Fettsäuren ohne eine gleichzeitige Verwertung von Kohlenhydraten häuft sich Acetyl-Coenzym A an, aus dem die Leber Ketonkörper herstellt: Womit man sich im Bereich einer sogenannten Ketose bewegt. Aber Achtung: Ein zu hoher Eiweißgehalt der Nahrung ist kontraproduktiv, denn Eiweiß, das der Körper nicht verbaut, wird zu Glukose umgewandelt. Das unterbindet wiederum die Ketose.

Grundlegend für diese Diäten, auch ketogene Diäten genannt, ist eine Kenntnis über die Nährstoffe und eine genaue Auseinandersetzung in Zahlen: Im Gegensatz zu einer normalen, fettarmen Ernährung (mit 45 bis 60 Prozent Kohlenhydraten, 10 bis 35 Prozent Eiweiß und 15 bis 35 Prozent Fett) werden bei einer Low-Carb-Ernährung vornehmlich Fett (50 bis 60 Prozent) und Eiweiß (20 bis 35 Prozent) gegessen. No-Carb erlaubt maximal 50 Gramm Kohlenhydrate am Tag, 75 Prozent Fett und maximal 1,4 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht.

 Quellen

Das Thema in anderen Medien